GRILLEN OHNE FLAMMENDES INFERNO

Damit die Grillparty nicht zu einer Versammlung armer Würstchen wird, sollten einige grundlegende Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigt werden

Wien (OTS) - Sobald das Wetter es halbwegs zulässt, liegt er
wieder in der Luft: Der Duft gegrillter Kotelettes und Würstel. Vor allem Männer verfallen in den Sommermonaten in ihre steinzeitliche Rolle als Herr des Feuers, nur leider wenden sie nicht immer die probatesten Mittel an, um die Glut anzufachen. "Das ist vermutlich auch die Ursache dafür, dass etwa zwei Drittel jener 1.000 Menschen, die sich pro Jahr beim Grillen verletzen, Männer sind", stellt DI Bernhard Noll, Leiter des Instituts für technische Sicherheit, fest. Damit die Gäste der Grillparty nicht zu armen Würstchen werden, sollten daher einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Brennen sollte nur die Kohle!

Grillen ist nicht nur für das Fleisch eine heiße Angelegenheit. Der gesamte Griller erreicht brenzlige Temperaturen, deshalb ist ein gerader, rutschfester und vor Umsturzgefahr gefeiter Standplatz die wichtigste Voraussetzung. Servietten, Pappteller und Plastikbecher gehören auf den Tisch, der natürlich in sicherer Distanz vom offenen Feuer steht. Auch leicht entzündbare Materialien wie Öl, trockenes Gras, Bäume oder Holzstöße sind keine ideale Barbecue-Umgebung. Deshalb ist es sinnvoll, vor dem Grillen auch die Windrichtung zu beachten.

Der Kohle anständig Feuer machen!

Holzkohle verleiht dem Fleisch den typischen Grillgeschmack. Dass ein Holzkohlengrill wegen der Rauchentwicklung und des möglichen Funkenfluges nichts in geschlossenen Räumen zu suchen hat, versteht sich von selbst. Es ist nicht klug, während des Grillens Kohle nach zu füllen, deshalb sollte gleich zu Beginn die benötigte Menge aufgelegt werden. Die besten Anzündhilfen sind an der Kennzeichnung ÖNORM EN 1860 oder DIN 66358 erkennbar, wobei feste Anzündhilfen am sichersten sind. Spiritus oder gar Benzin dürfen auf keinen Fall zum Einsatz kommen: Auf den glühenden Kohlen verdampft die Flüssigkeit zum hochexplosiven Dampf-Luft-Gemisch, das sich rasend schnell ausbreitet, bevor es sich entzündet! Personen im Umkreis von mehreren Metern können schwer verletzt werden.
Erst wenn sich auf der Holzkohle eine weiße Ascheschicht gebildet hat, können Würstel & Co aufgelegt werden. Solange die Grillkohle durchbrennt, werden nämlich Gase frei, die nicht an das Grillgut gelangen sollten. Aluschalen verhindern, dass Fett auf die heißen Kohlen tropft, sich entzündet und krebserregende Dämpfe erzeugt. Nach dem Grillen die restliche Asche ausglühen lassen und vor dem Entsorgen am besten noch einmal mit Wasser ablöschen.

Gas geben - aber richtig!

Gasgriller werden meistens mit Flüssiggas betrieben. Am gefährlichsten ist dabei der Kartuschenwechsel: Oft kommt es vor, dass aus undichten Anschlüssen Gas austritt, das an Zündquellen in der Umgebung wie heißen Oberflächen und Kerzen entflammen kann. Nach dem Grillen muss auf jeden Fall festgestellt werden, ob die Gaszufuhr auch wirklich unterbrochen ist, indem nicht nur der Schalter des Grillers auf "Aus" gestellt, sondern auch das Flaschenventil geschlossen wurde.

"Egal ob Holzkohlen-, Gas- oder Elektrogriller: Ein Kübel Wasser oder ein Feuerlöscher sollten immer griffbereit in der Nähe stehen", rät Noll. "Und vor allem Kinder, auf die Feuer oft eine große Faszination ausübt, sollten sich keinesfalls unbeaufsichtigt in der Nähe des Grillers aufhalten."

Falls doch einmal etwas passiert, sollte folgende Handlungs-Reihenfolge beachtet werden:

1. ALARMIEREN: Notrufnummer Feuerwehr 122 2. RETTEN: Eventuell verletzte Personen 3. LÖSCHEN: Mit Feuerlöscher, Wasserkübel oder Gartenschlauch

Rückfragen & Kontakt:

Institut für technische Sicherheit
Mag. Dolores Omann
Marketing & Kommunikation
Tel.: 01-717 70-225
E-Mail: dolores.omann@kfv.at

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