- 18.05.2005, 12:00:49
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Bondy für Peter Stein als Burgtheaterdirektor - selbst kein Interesse
Wien (OTS) - Wiens Festwochenintendant fügt der Diskussion um die
Nachfolge Klaus Bachlers am Wiener Burgtheater einen attraktiven
Namen hinzu: "Die Nummer eins ist Peter Stein, einer der besten
Theaterintendanten", sagt Bondy in einem Interview für die morgen
erscheinende NEWS-Ausgabe." Sein Qualitätsgefühl ist untrüglich, und
er ist eine der stärksten Persönlichkeiten des Welttheaters. Die
deutsche Presse hat ihn auf ungerechte Weise fallen lassen." Als
zweite Option nennt Bondy Stefanie Carp, die heuer für ein Jahr den
Schauspielbereich der Festwochen leitet. Bondy selbst, für das Amt
mehrfach ins Gespräch gebracht, steht nicht zur Verfügung: "Nein. Da
müsste man diesen Riesentanker in "Titanic" umbenennen. Ich weiß
nicht, wie ich ehrlicherweise hinter 20 Produktionen im Jahr stehen
könnte. Und als ich zuletzt Theaterdirektor in Berlin war, wurde ich
schwer krank."
Bondy äußert sich in NEWS auch zu anderen Personen, die zuletzt
für das Burgtheater diskutiert wurden. Andrea Breth: "Es ist richtig,
wenn das eine Frau macht, aber kann sie noch so frei inszenieren, wie
sie es jetzt tut, wenn sie die Bürde eines solchen Hauses auf sich
hat? Wenn man auf solcher Höhe inszenieren kann, sollte man seine
Kräfte dafür verwenden." Martin Kusej: "Kenne ihn kaum. Aber ich
fürchte dem fehlt Größe." Frank Baumbauer, Intendant der Münchner
Kammerspiele: "Gegen ihn kann man nichts sagen. Ein Garant für bestes
Funktionieren." Matthias Hartmann: "Beginnt erst im Herbst in Zürich.
Das würde bedeuten, dass eine Intendanz nichts mehr bedeutet als ein
ewiges Karussell über die Köpfe des Ensembles hinweg." Klaus Maria
Brandauer und Sven-Eric Bechtolf: "Über Brandauer kann ich nichts
sagen. Er ist ein großer Schauspieler mit großer österreichischer
Geschichte. Bechtolf ist ein wunderbarer Schauspieler, der
Theaterspielen soll."
Bondy selbst wird in der nächsten Akademietheater-Saison nicht,
wie angedacht, Kleists "Amphitryon", sondern Jon Fosses neues Stück
"Sleep" inszenieren. Der soeben zum Intendanten der Mailänder Scala
ernannte Festwochen-Musikchef Stephane Lissner soll bis mindestens
2007 auch in Wien weiter amtieren. Bondy: "Aix gibt er auf, Wien und
Mailand kann funktionieren, jedenfalls bis 2007, wenn er seine
Projekte gut organisiert. Ich halte es für überflüssig, von Montag
bis Samstag im Büro der Festwochen zu sitzen, da wir ja nicht mehr
als zwei neue Opernproduktionen machen. Wenn es nicht funktioniert,
werden er und ich die ersten sein, die Konsequenzen ziehen."
Am kommenden Sonntag, 22. Mai, 11 Uhr, ist Luc Bondy Gast eines
Gesprächskonzerts im Herbert von Karajan Centrum (Wien 1, Kärntner
Ring 4). Er wird dort alle anstehenden Fragen beantworten.
Rückfragehinweis:
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