• 13.05.2005, 11:03:19
  • /
  • OTS0139 OTW0139

Zivildienstgesetznovelle: Verlängerung bestehenden Unrechts

Wien (OTS) - "Man muss sich schon fragen, wozu die
Zivildienst-Reformkommission gearbeitet hat, wenn das herauskommt",
meint Christian Kollmann, Vertreter der Plattform für Zivildiener,
zum Entwurf von BM Prokop zur ZDG-Novelle.

Weder wird die Arbeit der Zivildiener anerkannt, noch wird
über das schreiende Problem der mangelhaften Versorgung bei Wohnung
und Verpflegung auch nur ein Wort verloren.

Die längere Dauer des Zivildienstes wird mit einer
Urlaubsverkürzung sogar noch verschlimmert. Während die Dienstdauer
laut Entwurf um 25% gekürzt wird, wird der Urlaub um 50% gekürzt.
"Das ist Verkürzung nach PISA", ätzt Kollmann. Statt die Rechte von
Zivildienern zu stärken und endlich eine gesetzliche
Interessensvertretung für Zivildiener zu schaffen, soll mit einer
völlig undefinierten "Schlichtungsstelle" ohne Kompetenzen dafür
gesorgt werden, dass die Einrichtungen auch weiterhin mit ihren Zivis
umspringen können, wie es ihnen beliebt. Dem unbequemen
Zivildienstrat, der bei Beschwerden offenbar zu oft zu Gunsten der
Zivis entschieden hat, wird die Begutachtung von Einrichtungen
entzogen.

Der "freiwillige Zivildienst" zielt auf die Anwerbung billiger
Hilfsarbeitskräfte im sozialen Sektor - von einer
"Attraktivitätssteigerung" ist keine Spur zu sehen.

Weiterhin billige, rechtlose Arbeitskräfte für den sozialen Sektor
und keinerlei Gestaltungswille, so lautet der zusammenfassende
Kommentar der Plattform für Zivildiener zur
Anti-Zivildienstgesetznovelle.

Rückfragehinweis:

Florian Seidl
   Plattform für Zivildiener
   Tel.: 0699-18256486
   mailto:info(at)zivildienst.at
   www.zivildienst.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel