- 13.05.2005, 08:00:00
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100 elektronische Stellwerke von Alcatel
Investition in Verkehrstelematik sichert Wettbewerbsfähigkeit der Schiene
Wien (OTS) - Einhundert elektronische Stellwerke der Type ELEKTRA
hat Alcatel in Österreich in den vergangenen zehn Jahren gemeinsam
mit der ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG installiert und damit einen
wichtigen Beitrag in der Vorbereitung für die Liberalisierung des
Schienenverkehrs geleistet. Erst durch Einsatz dieser Technologie
wurde ein effizienter und flexibler Betrieb des Schienennetzes
möglich. Künftig werden nämlich nicht nur Züge der ÖBB, sondern auch
Personen- und Güterzüge in- und ausländischer Bahnbetreiber das
Schienennetz der ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG frequentieren. Und dies
nicht nur nach Jahresplan, sondern nach Bedarf - "Just In Time".
Diese Entwicklung kommt auch auf das gesamte europäische Netz zu, um
im Wettbewerb der Verkehrsträger noch besser bestehen zu können.
Die ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG hat frühzeitig in eine moderne
Schienentelematik investiert, die den Standards des European Rail
Traffic Management Systems (ERTMS) entspricht. Mit insgesamt 150
elektronischen Stellwerken ist Österreich heute Vorreiter in Europa.
Selbst Deutschland hat auf seinem 10-mal größeren Streckennetz
derzeit erst eine vergleichbare Anzahl elektronischer Stellwerke.
"Unsere Technologie ist durchaus mit der Komplexität von
Flugsicherungssystemen vergleichbar. Dabei handelt es sich um eine
Schlüsseltechnologie, die auch die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene
im Güterverkehr sichert", erklärt Alfred Veider,
Geschäftsbereichsleiter Transport Automation bei Alcatel Austria AG.
Derzeit werden in Osteuropa noch 30 Prozent der Güter auf Schiene
verladen, während in Westeuropa der Schienenanteil im Güterverkehr
auf zehn Prozent gesunken ist. Bei der Schienentelematik geht es
künftig darum, ähnlich wie heute schon im Flugverkehr, gesicherte
Transportslots bereit zu stellen, und das auf manchen Strecken im
Minutentakt. Der Schienengüterverkehr in Europa hatte im Jahr 2000
ein Marktvolumen von 40 Mrd. Euro, bis 2020 wird das Marktvolumen auf
rund 100 Mrd. Euro ansteigen - allerdings nur, wenn die Schiene ihre
Marktanteile halten kann. "Der politische Wille ist da, den
Güterverkehr auf die Schiene zu verlegen. Dafür müssen keine teuren
Hochgeschwindigkeitsstrecken gebaut werden, viel wichtiger ist ein
modernes Trassenmanagement. Immerhin ist die Investition in ein
vollautomatisches Trassenmanagement um den Faktor 8 günstiger als ein
entsprechender bautechnischer Ausbau der Trassen", verweist Veider
auf die wirtschaftlichen Vorteile dieser Hightech-Lösung.
Die europäischen Bahnverwaltungen wollen ihr Kernnetz von 160.000
Kilometern in den kommenden 15 Jahren automatisieren. Die volle
Liberalisierung des Schienenverkehrs soll bis zum Jahr 2007 umgesetzt
werden. Sukzessive muss die Interoperabilität von derzeit mehr als 20
völlig verschiedenen Zugsteuerungs- und Sicherungssystemen im Rahmen
von ERTMS/ETCS (European Train Control System) europaweit hergestellt
werden. Dann wird ein Wechsel der Triebfahrzeuge an den Landesgrenzen
nicht mehr notwendig sein. Für Österreich rechnet Veider mit einer
Verdoppelung der elektronischen Stellwerke auf insgesamt 300 bei
paralleler Migration zu ETCS und ist zuversichtlich, dass dies
Alcatel mit seinem Know-How-Vorsprung weiterhin einen Großteil der
Aufträge sichern wird.
ELEKTRA mit modularem Plattformkonzept
Die erste Pilotanlage hat Alcatel bereits 1989 installiert und das
elektronische Stellwerk dann drei Jahre bis zur Serienreife weiter
entwickelt. Eine spezielle Herausforderung für die Technik ist die
geforderte Lebensdauer von 25 Jahren. "Wir begannen mit dem Intel
Prozessor 286, haben dann den 486 eingebaut und arbeiten jetzt mit
Pentium", macht Veider einen kleinen Rückblick auf die
Entwicklungsgeschichte von ELEKTRA. Damit die Systeme nicht veralten,
hat Alcatel ein modulares Plattformkonzept entwickelt, womit die
Anlagen schnell und einfach an den aktuellen technischen Standard
angepasst werden können. Aufgerüstet werden die elektronischen
Stellwerke teilweise im Rahmen der laufenden Wartungsarbeiten,
teilweise über Nachbeschaffungs-Aufträge.
Bei Hardware setzt Alcatel auf herkömmliche Industriecomputer und
arbeitet eng mit der österreichischen Firma Tecwings sowie der
Schweizer Crypto AG zusammen. Die Kernkompetenz von Veider und seinem
mittlerweile 250 Mitarbeiter starken Team ist die gesamte Software
mit Systemarchitektur sowie Sicherheits- und Security-Applikationen.
Das elektronische Stellwerk ist in seiner Grundstruktur die
Steuerungsanlage der Weichen- und Signalanlagen, mit ETCS realisiert
man quasi Autopiloten der Triebfahrzeugführer. Die Alcatel Systeme
sind redundant und ausfallssicher ausgeführt, zur Kommunikation
kommen Festnetz, Glasfaser, Funk und Mobilfunk zum Einsatz.
Im Unterschied zu Telematiksystemen, welche auf der Straße zum
Einsatz kommen, ist die ELEKTRA, wie auch die ETCS Systeme von
Alcatel, voll und ganz für die Sicherheit von Reisenden und
Transportgut verantwortlich. Entsprechend aufwändig ist das Verfahren
für die Sicherheitsnachweise. So kann auch menschliches
Fehlverhalten, etwa das Überfahren eines Haltesignals, in Zukunft vom
System sicher unterbunden werden - der im Zusammenspiel Stellwerk und
ETCS gesteuerte Zug bremst in einem derartigen Fall automatisch.
Weichen für Wachstum sind gestellt
Ausgehend von seiner starken Position auf dem österreichischen
Markt hat Alcatel die Weichen für weiteres Wachstum gestellt. Am
Standort Wien werden ELEKTRA und die ERTMS/ETCS Lösungen nicht nur
technisch weiterentwickelt, sondern von hier aus auch international
vermarktet - meist in enger Kooperation mit den
Alcatel-Schwestergesellschaften der jeweiligen Länder und in jüngster
Zeit auch mit Unterstützung der ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG als
Träger international angesehenen Eisenbahn Know-Hows. Wichtig ist
auch die gute Marktposition von Alcatel in der Schweiz, denn
"Technologien, die von der ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG und der SBB
eingesetzt werden, sind weltmarkttauglich", so Veider.
Von Wien aus hat das Kompetenzzentrum Transport Automation in den
vergangenen fünf Jahren seinen internationalen Umsatz verdoppelt. In
Osteuropa ist Alcatel bereits erfolgreich unterwegs, in Ungarn hält
Alcatel mit ELEKTRA sogar einen Marktanteil von 80 Prozent. Nun hat
Alcatel auch China und Indien im Visier, zunächst vor allem mit ERTMS
/ ETCS Systemen. Bei Vermarktung seiner Lösungen geht es dem
Telekommunikationskonzern aber nicht nur um den Umsatz, sondern auch
um die Umwelt: "Über allem steht die Zielsetzung, Marktanteile im
Güterverkehrsaufkommen auf der Schiene zu halten und auszubauen.
Schon das Halten der Marktanteile wäre ein großer Erfolg", so Veider.
Über Alcatel Transport Automation Solutions
Um den Herausforderungen der Globalisierung, Deregulierung und
zunehmender Mobilität gerecht zu werden, bietet Alcatel eine Reihe
von fortschrittlichen Lösungen für Haupteisenbahnstrecken an um einen
sicheren, verlässlichen und komfortablen Personen- und Frachtverkehr
über das Schienennetz zu gewährleisten. Mit seiner weitreichenden
internationalen Erfahrung in allen Bereichen der Transport Automation
ist Alcatel ein weltweit führender Lieferant von
Zugsicherungstechnik, wie Zugkontrolle, Zugleitsysteme und
Kontrollcenter, sowie von integrierter Kommunikationstechnologie für
Bahnen. Die Alcatel Angebotspalette für Bahnbetreiber weltweit
beinhaltet unter anderem "AlTrac" für die interoperable Zugsicherung
entsprechend den ERTMS/ETCS Spezifikationen, "NetTrac" für Netzwerk
Management, "LockTrac" für die Fahrwegsicherung, sowie "FieldTrac"
für Streckenausrüstung wie z.B. Achszähler, Weichenantriebe und
Signale. Weitere Informationen: http://www.alcatel.com/tas
Über Alcatel
Alcatel liefert Kommunikationslösungen für Netzbetreiber,
Diensteanbieter und Unternehmen, damit diese für ihre Kunden oder
Mitarbeiter Sprach-, Daten- und Video-Anwendungen bereitstellen
können. Alcatel nutzt seine führende Stellung bei Festnetzen und
breitbandigen Mobilfunknetzen sowie bei Anwendungen und Diensten um
für seine Kunden in einer breitbandigen Welt die Wertschöpfung zu
steigern. Alcatel ist in 130 Ländern aktiv und erzielte 2004 einen
Umsatz von 12,3 Mrd. Euro. http://www.alcatel.com
Rückfragehinweis:
Alcatel Austria AG
Bernhard Mayr, Director Communications
Tel:: +43 1 27722-5262
e-Mail: [email protected]
Internet: www.alcatel.at
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