100 elektronische Stellwerke von Alcatel

Investition in Verkehrstelematik sichert Wettbewerbsfähigkeit der Schiene

Wien (OTS) - Einhundert elektronische Stellwerke der Type ELEKTRA hat Alcatel in Österreich in den vergangenen zehn Jahren gemeinsam mit der ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG installiert und damit einen wichtigen Beitrag in der Vorbereitung für die Liberalisierung des Schienenverkehrs geleistet. Erst durch Einsatz dieser Technologie wurde ein effizienter und flexibler Betrieb des Schienennetzes möglich. Künftig werden nämlich nicht nur Züge der ÖBB, sondern auch Personen- und Güterzüge in- und ausländischer Bahnbetreiber das Schienennetz der ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG frequentieren. Und dies nicht nur nach Jahresplan, sondern nach Bedarf - "Just In Time". Diese Entwicklung kommt auch auf das gesamte europäische Netz zu, um im Wettbewerb der Verkehrsträger noch besser bestehen zu können.

Die ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG hat frühzeitig in eine moderne Schienentelematik investiert, die den Standards des European Rail Traffic Management Systems (ERTMS) entspricht. Mit insgesamt 150 elektronischen Stellwerken ist Österreich heute Vorreiter in Europa. Selbst Deutschland hat auf seinem 10-mal größeren Streckennetz derzeit erst eine vergleichbare Anzahl elektronischer Stellwerke. "Unsere Technologie ist durchaus mit der Komplexität von Flugsicherungssystemen vergleichbar. Dabei handelt es sich um eine Schlüsseltechnologie, die auch die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene im Güterverkehr sichert", erklärt Alfred Veider, Geschäftsbereichsleiter Transport Automation bei Alcatel Austria AG.

Derzeit werden in Osteuropa noch 30 Prozent der Güter auf Schiene verladen, während in Westeuropa der Schienenanteil im Güterverkehr auf zehn Prozent gesunken ist. Bei der Schienentelematik geht es künftig darum, ähnlich wie heute schon im Flugverkehr, gesicherte Transportslots bereit zu stellen, und das auf manchen Strecken im Minutentakt. Der Schienengüterverkehr in Europa hatte im Jahr 2000 ein Marktvolumen von 40 Mrd. Euro, bis 2020 wird das Marktvolumen auf rund 100 Mrd. Euro ansteigen - allerdings nur, wenn die Schiene ihre Marktanteile halten kann. "Der politische Wille ist da, den Güterverkehr auf die Schiene zu verlegen. Dafür müssen keine teuren Hochgeschwindigkeitsstrecken gebaut werden, viel wichtiger ist ein modernes Trassenmanagement. Immerhin ist die Investition in ein vollautomatisches Trassenmanagement um den Faktor 8 günstiger als ein entsprechender bautechnischer Ausbau der Trassen", verweist Veider auf die wirtschaftlichen Vorteile dieser Hightech-Lösung.

Die europäischen Bahnverwaltungen wollen ihr Kernnetz von 160.000 Kilometern in den kommenden 15 Jahren automatisieren. Die volle Liberalisierung des Schienenverkehrs soll bis zum Jahr 2007 umgesetzt werden. Sukzessive muss die Interoperabilität von derzeit mehr als 20 völlig verschiedenen Zugsteuerungs- und Sicherungssystemen im Rahmen von ERTMS/ETCS (European Train Control System) europaweit hergestellt werden. Dann wird ein Wechsel der Triebfahrzeuge an den Landesgrenzen nicht mehr notwendig sein. Für Österreich rechnet Veider mit einer Verdoppelung der elektronischen Stellwerke auf insgesamt 300 bei paralleler Migration zu ETCS und ist zuversichtlich, dass dies Alcatel mit seinem Know-How-Vorsprung weiterhin einen Großteil der Aufträge sichern wird.

ELEKTRA mit modularem Plattformkonzept

Die erste Pilotanlage hat Alcatel bereits 1989 installiert und das elektronische Stellwerk dann drei Jahre bis zur Serienreife weiter entwickelt. Eine spezielle Herausforderung für die Technik ist die geforderte Lebensdauer von 25 Jahren. "Wir begannen mit dem Intel Prozessor 286, haben dann den 486 eingebaut und arbeiten jetzt mit Pentium", macht Veider einen kleinen Rückblick auf die Entwicklungsgeschichte von ELEKTRA. Damit die Systeme nicht veralten, hat Alcatel ein modulares Plattformkonzept entwickelt, womit die Anlagen schnell und einfach an den aktuellen technischen Standard angepasst werden können. Aufgerüstet werden die elektronischen Stellwerke teilweise im Rahmen der laufenden Wartungsarbeiten, teilweise über Nachbeschaffungs-Aufträge.

Bei Hardware setzt Alcatel auf herkömmliche Industriecomputer und arbeitet eng mit der österreichischen Firma Tecwings sowie der Schweizer Crypto AG zusammen. Die Kernkompetenz von Veider und seinem mittlerweile 250 Mitarbeiter starken Team ist die gesamte Software mit Systemarchitektur sowie Sicherheits- und Security-Applikationen. Das elektronische Stellwerk ist in seiner Grundstruktur die Steuerungsanlage der Weichen- und Signalanlagen, mit ETCS realisiert man quasi Autopiloten der Triebfahrzeugführer. Die Alcatel Systeme sind redundant und ausfallssicher ausgeführt, zur Kommunikation kommen Festnetz, Glasfaser, Funk und Mobilfunk zum Einsatz.

Im Unterschied zu Telematiksystemen, welche auf der Straße zum Einsatz kommen, ist die ELEKTRA, wie auch die ETCS Systeme von Alcatel, voll und ganz für die Sicherheit von Reisenden und Transportgut verantwortlich. Entsprechend aufwändig ist das Verfahren für die Sicherheitsnachweise. So kann auch menschliches Fehlverhalten, etwa das Überfahren eines Haltesignals, in Zukunft vom System sicher unterbunden werden - der im Zusammenspiel Stellwerk und ETCS gesteuerte Zug bremst in einem derartigen Fall automatisch.

Weichen für Wachstum sind gestellt

Ausgehend von seiner starken Position auf dem österreichischen Markt hat Alcatel die Weichen für weiteres Wachstum gestellt. Am Standort Wien werden ELEKTRA und die ERTMS/ETCS Lösungen nicht nur technisch weiterentwickelt, sondern von hier aus auch international vermarktet - meist in enger Kooperation mit den Alcatel-Schwestergesellschaften der jeweiligen Länder und in jüngster Zeit auch mit Unterstützung der ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG als Träger international angesehenen Eisenbahn Know-Hows. Wichtig ist auch die gute Marktposition von Alcatel in der Schweiz, denn "Technologien, die von der ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG und der SBB eingesetzt werden, sind weltmarkttauglich", so Veider.

Von Wien aus hat das Kompetenzzentrum Transport Automation in den vergangenen fünf Jahren seinen internationalen Umsatz verdoppelt. In Osteuropa ist Alcatel bereits erfolgreich unterwegs, in Ungarn hält Alcatel mit ELEKTRA sogar einen Marktanteil von 80 Prozent. Nun hat Alcatel auch China und Indien im Visier, zunächst vor allem mit ERTMS / ETCS Systemen. Bei Vermarktung seiner Lösungen geht es dem Telekommunikationskonzern aber nicht nur um den Umsatz, sondern auch um die Umwelt: "Über allem steht die Zielsetzung, Marktanteile im Güterverkehrsaufkommen auf der Schiene zu halten und auszubauen. Schon das Halten der Marktanteile wäre ein großer Erfolg", so Veider.

Über Alcatel Transport Automation Solutions

Um den Herausforderungen der Globalisierung, Deregulierung und zunehmender Mobilität gerecht zu werden, bietet Alcatel eine Reihe von fortschrittlichen Lösungen für Haupteisenbahnstrecken an um einen sicheren, verlässlichen und komfortablen Personen- und Frachtverkehr über das Schienennetz zu gewährleisten. Mit seiner weitreichenden internationalen Erfahrung in allen Bereichen der Transport Automation ist Alcatel ein weltweit führender Lieferant von Zugsicherungstechnik, wie Zugkontrolle, Zugleitsysteme und Kontrollcenter, sowie von integrierter Kommunikationstechnologie für Bahnen. Die Alcatel Angebotspalette für Bahnbetreiber weltweit beinhaltet unter anderem "AlTrac" für die interoperable Zugsicherung entsprechend den ERTMS/ETCS Spezifikationen, "NetTrac" für Netzwerk Management, "LockTrac" für die Fahrwegsicherung, sowie "FieldTrac" für Streckenausrüstung wie z.B. Achszähler, Weichenantriebe und Signale. Weitere Informationen: http://www.alcatel.com/tas

Über Alcatel

Alcatel liefert Kommunikationslösungen für Netzbetreiber, Diensteanbieter und Unternehmen, damit diese für ihre Kunden oder Mitarbeiter Sprach-, Daten- und Video-Anwendungen bereitstellen können. Alcatel nutzt seine führende Stellung bei Festnetzen und breitbandigen Mobilfunknetzen sowie bei Anwendungen und Diensten um für seine Kunden in einer breitbandigen Welt die Wertschöpfung zu steigern. Alcatel ist in 130 Ländern aktiv und erzielte 2004 einen Umsatz von 12,3 Mrd. Euro. http://www.alcatel.com

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