Headquarters Austria: BCG-Studie prognostiziert Paradigmenwechsel

Die "virtuelle Organisation" sei für multinationale Unternehmen die Organisationsform der Zukunft. Diese Entwicklung biete große Chancen für den Headquarters-Standort Österreich.

Wien (OTS) - Am Mittwoch Abend wurde in einer Mitgliederveranstaltung der Initiative Headquarters Austria die Studie "Die Dezentrale als Chance - Standortentwicklung in Kompetenznetzwerken" der Boston Consulting Group (BCG) präsentiert. Die Studienautoren Rainer Reich und Hannes Pichler zeigten Optionen für eine Neuausrichtung von in Österreich ansässigen Headquarters auf.

Leo Hauska, Initiator von Headquarters Austria, betonte: "Das Motiv für dieses Projekt ist, Managern Hilfestellung zu geben." Headquarters Austria werde für Mitglieder in Zukunft noch mehr wissenschaftlich fundierte Analysen bereitstellen. "Diese Informationsbasis wird immer mehr zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Der heutige Abend ist gleichzeitig der Impuls zur Gründung eines ständigen wissenschaftlichen Beirats der Initiative Headquarters Austria", gab Hauska bekannt.

Weniger Weisungs- und Kontrollrechte, mehr spezifische Kompetenz

Wie Rainer Reich erklärte: "Es wird keine lineare Fortschreibung der bisherigen Entwicklung geben, sondern die Neugestaltung im Sinn virtueller Organisationen, in der einzelne Standorte oft hoch spezialisierte Shared Services anbieten." Tätigkeiten werden künftig verstärkt gebündelt und in Dezentralen durch jene Organisationseinheiten erbracht, die über die besten Köpfe und Fähigkeiten verfügen. "Ein vor allem für österreichische Standorte gutes Beispiel für eine Rolle, die in einer virtuellen Organisation gespielt werden kann, ist die der Wissensdrehscheibe", unterstrich Reich.

Die Ist-Situation und die detaillierten Hintergründe erläuterte Hannes Pichler: "Die Unternehmen sehen den Wirkungsbereich in geografischer Hinsicht nahezu ausgereizt. Vor allem die Bereiche Finanzen, IT und Wissensmanagement gewinnen an Bedeutung. Andere Managementfunktionen, wie etwa Einkauf und Vertrieb, nehmen laut Einschätzung der Unternehmen an Bedeutung ab."

Mit der Entwicklung hin zu "Shared Services" werden, so Pichler, Weisungs- und Kontrollrechte abnehmen. Viele der heutigen Zentralen sehen sich künftig in der Rolle einer so genannten "Support Unit" und spezialisieren sich zunehmend. Reich ergänzte: "Die Themen, die man als Support Unit besetzen kann, müssen sich nicht auf "klassische" HQ-Tätigkeiten beschränken - so spezialisieren sich österreichische Osteuropazentralen neben Controlling und Entwicklung schon heute beispielsweise auf Dokumentenverwaltung oder Call Center-Dienstleistungen. Die Headquarters werden umlernen müssen vom Ansatz, eine Region zu managen hin zum Ansatz, bestimmte Themen speziell zu betreuen - anhand der vorhandenen Ressourcen." Interkulturelle Kompetenz werde in dieser neuen Organisationsform noch wichtiger. Die Studienergebnisse seien Branchen-unabhängig.

"Virtualisierung ist große Chance"

"Virtualisierung ist eine große Chance. Wer es schafft, im Bereich Shared Services die richtigen Themen zu besetzen, kann in Zukunft als Einzelorganisation an einem bestimmten Standort bleiben und in einer vernetzten Organisation eine noch größere Rolle spielen. Nicht die Abwanderung ganzer Zentralen ist die Devise, sondern Einstellung auf die neuen Herausforderungen", machte Rainer Reich deutlich, dass der Headquarters-Standort Österreich sehr wohl Zukunft habe.

Osteuropazentralen generieren in Österreich derzeit direkt 6.000 -9.000 Arbeitsplätze. Wenn die neuen Herausforderungen bewältigt werden, können die "neuen Headquarters" laut der BCG-Studie in Zukunft sogar zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

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