Wärmeschiene Hallein - Salzburg mit Energiepreis ausgezeichnet

- Wärmeschiene Hallein - Salzburg mit Energiepreis ausgezeichnet - Beispielhafte Zusammenarbeit wurde gewürdigt

Salzburg (OTS) - Mit der 19 km langen Wärmeschiene Hallein -Salzburg werden die beiden Ballungszentren zu einer gemeinsamen Energieregion verbunden. Mit diesem einzigartigen Projekt wird erstmals in Österreich über so weite Distanz die Abwärme aus einem Industriegebiet (Hallein) einem bestehenden Fernwärmenetz (Stadt Salzburg) zugeführt. Die Wärmeschiene ist damit ein entscheidender Beitrag zum Umweltschutz und wurde im Rahmen des Wettbewerbs "Energieregionen der Zukunft" mit einem Hauptpreis ausgezeichnet.

Prof. Hans Schnitzer vom Institut für Ressourcenschonende und Nachhaltige Systeme der TU Graz, Sprecher der Jury, begründete den Hauptpreis für sein "Lieblingsprojekt" folgendermaßen: "Dieses "Durchbruchsprojekt" zeigt, dass auch im urbanen Bereich die Nutzung erneuerbarer Energieträger möglich ist." Als besonders hoch bewertete die Jury die Wirksamkeit dieser Maßnahme und die Orientierung am Effizienzprinzip. Zudem wurde die Vorbildfunktion für andere Industrieregionen hervorgehoben.

Großer Sprung nach vorne

"Salzburg hat sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls und des Salzburger Energieleitbildes zu einer deutlichen Einsparung von Emissionen sowie zu einer nachhaltigen Energie- und Klimapolitik bekannt. Mit der Wärmeschiene Hallein - Salzburg kommen wir diesen Zielen einen großen Schritt näher - immerhin werden künftig jährlich rund 26.000 Tonnen CO2 eingespart, das entspricht rund 10 Mio. Liter Heizöl pro Jahr", so Energiereferent Sepp Eisl. Salzburg sei in Sachen Kyoto-Zielerreichung allerdings - bildlich gesprochen -Richtung München aufgebrochen und befinde sich derzeit auf der Höhe von Amstetten, so Eisl weiter. "Wollen wir das Kyoto-Ziel erreichen, müssen wir schleunigst einen Richtungswechsel vornehmen!"

Wichtiger Beitrag für die Region

"Für uns waren und sind enorme Vorarbeiten notwendig. So müssen wir bis 2009 das gesamte Fernwärmenetz der Stadt Salzburg von Dampfbetrieb auf ein modernes Heißwassernetz umstellen. Das ist die Vorraussetzung für die Umsetzung dieses Gesamtkonzeptes", betont Dr. Arno Gasteiger, Sprecher des Vorstands der Salzburg AG. Diese gewaltige Investition sowie unsere Bereitschaft, die Wärmeproduktion im Heizkraftwerk Mitte im Sommer einzustellen, ermöglichen erst eine wirtschaftliche Nutzung der Abwärme aus Hallein. Gasteiger weiter:
"Als großteils im Eigentum von Land und Stadt Salzburg stehendes Unternehmen leisten wir auch in diesem Bereich einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der energiepolitischen Ziele des Landes."

Win-Win Situation

DI Richard Wallmann, Geschäftsführer der AESG (Alternative Energie Salzburg GmbH) hebt die hohe Bereitschaft aller Partner hervor: "Die hohe Herausforderung bestand in der Abstimmung der vielen, miteinander verknüpften Projekte. Industriebetriebe, Kraftwerksbetreiber, Gemeinden und Wärmekunden zeigten alle von Anfang an ein hohes Interesse an der Umsetzung. Bis Ende des Jahres wollen wir die 19 km lange Schiene von Hallein nach Salzburg/Elsbethen geschlossen haben." So werden die beiden Städte und Umlandgemeinden zu einer Energieregion - in der insgesamt 186.000 Menschen leben - zusammengeführt. Derzeit ist die Einspeisung der Abwärme der Firmen M-Real und Kaindl sowie Wärme aus dem Biomasse-Heizkraftwerk der Firma MDF und dem AESG-Werk in der Gemeinde Wals-Siezenheim geplant. Dadurch werden künftig pro Jahr rund 80.000 MWh Wärme - das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von ca. 9.000 Haushalten - der Wärmeschiene zugeführt.

Die Projektdaten

Investitionsvolumen Wärmeschiene: 14 Mio. Euro; zu 30 % gefördert aus Mitteln der Österreichischen Kommunalkredit (durch Bund und Land)

Investitionsbedarf der Salzburg AG für die Umstellung des Fernwärmenetzes der Stadt Salzburg: 15,4 Mio. Euro

Länge der Wärmeschiene: 19 km im Endausbau bis Salzburg/Elsbethen (Ende 2005); derzeit von Hallein bis Urstein (bereits Ende 2004 fertig gestellt)

Jährliche Wärmeabgabe: 80.000 MWh (entspricht dem durchschnittlichen Wärmeverbrauch von ca. 9.000 Haushalten)

Angeschlossene Wärmelieferanten: M-Real (Abwärme), MDF (Biomasse-Heizkraftwerk), Kaindl (Abwärme), AESG (Biomasse-Heizkraftwerk Wals-Siezenheim)

Errichter: AESG Alternative Energie Salzburg GmbH - eine Gesellschaft von Salzburg AG (33,3 %); SHW Strom und Wärme aus Holz, Heizwerke Errichtungs-Betriebs GmbH (33,3 %) und der SEEGES Salzburger Erneuerbare Energie-GesmbH (33,3 %).

Fotos und Unterlagen zum Projekt auf www.salzburg-ag.at/presse

Rückfragen & Kontakt:

Ursula Riegler, Büro LR Sepp Eisl
Tel.: 0662/8042-2430, ursula.riegler@salzburg.gv.at

Sigi Kämmerer, Salzburg AG
Tel.: 0662/8884-2800, pr@salzburg-ag.at

Richard Wallmann, AESG
Tel.: 0664/3371291, richard.wallmann@aesg.at

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