- 03.05.2005, 08:59:08
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AK Wettbewerbsbericht 2005: Wieder mehr Fusionen und Übernahmen in Österreich
Außerdem Schwerpunkt des aktuellen Berichts: Folgen der EU-Dienstleistungsrichtlinie für ArbeitnehmerInnen, KonsumentInnen und Umwelt
Wien (OTS) - Nach einem Rückgang im Jahr 2003 ist die Zahl der
Unternehmenszusammenschlüsse in Österreich im Vorjahr wieder
angestiegen, zeigt der aktuelle Wettbewerbsbericht der AK. 2004
wurden insgesamt 379 Zusammenschlüsse angemeldet - um 72 oder knapp
24 Prozent mehr als 2003. Damit liegt Österreich im internationalen
Trend: Ebenfalls gestiegen (von 212 auf 249), und zwar erstmals seit
dem Jahr 2000, ist die Zahl der bei der Europäischen Kommission
angemeldeten Zusammenschlüsse. Neben diesem Statistikteil bietet der
AK Wettbewerbsbericht 2005 als Schwerpunktthema mögliche Folgen der
umstrittenen EU-Dienstleistungsrichtlinie. "Wenn für Dienstleister
nur die rechtlichen Vorschriften ihres Herkunftslandes gelten, bringt
das für Anbieter aus Ländern mit niedrigen Standards
ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile", sagt Maria Kubitschek,
Leiterin des AK Wirtschaftsbereiches. Neben einem umfassenden Beitrag
über die aktuelle Kartell- und Wettbewerbsnovelle berichten im
aktuellen AK Bericht erstmals alle Regulierungs- und
Wettbewerbsbehörden Österreichs selbst über ihre Tätigkeit.
Wettbewerbsbericht 2005 der Arbeiterkammer unter:
www.arbeiterkammer.at
Alle Fakten und Daten zu Fusionen, Zusammenschlüssen und
Übernahmen bietet wie gewohnt der Statistikteil des AK
Wettbewerbsberichts 2005 - national und international. Demnach steigt
die Zahl der angemeldeten Zusammenschlüsse wieder.
Die größten Zusammenschlüsse mit Österreich-Bezug 2004
+ Die österreichische Uniqa Versicherungen AG erhöht ihre Beteiligung
an der deutschen Versicherung Mannheimer Holding AG von 19,6 Prozent
auf 87,16 Prozent.
+ Die UNIQA übernimmt 80 Prozent des Aktienkapitals des italienischen
Lebensversicherers Claris Vita von der Veneto Banca.
+ Die österreichische voestalpine AG hat 97,26 Prozent des
Stammkapitals des niederländischen Lagertechnik-Konzerns Nedcon Groep
N.V. erworben.
+ Anglo American Plc erwirbt alle Anteile am österreichischen Papier-
und Verpackungshersteller Roman Bauernfeind Holding AG.
+ Das US-amerikanische Unternehmen United Technologies Corporation
übernimmt alle Gesellschaften der Linde Kältetechnik von der
deutschen Linde AG, somit auch ihre österreichischen Niederlassungen.
EU-Dienstleistungsrichtlinie bringt "race to the bottom"
Schwerpunktthema des aktuellen AK Wettbewerbsberichts ist die
umstrittene geplante EU-Dienstleistungsrichtlinie, mit der
Dienstleister, wenn sie in einem anderen EU-Land tätig sind, nur an
die rechtlichen Vorschriften ihres Herkunftslandes gebunden sind.
Evelyne Gebhardt, zuständige Berichterstatterin im EU Parlament,
warnt vor übereilten Entscheidungen bei der
Dienstleistungsrichtlinie. Wolfgang Kowalsky vom Europäischen
Gewerkschaftsbund verlangt gemeinschaftliche Mindeststandards statt
einer Regulation über Marktmechanismen, die nationale Rechtssysteme
in Konkurrenz zueinander setzt.
AK Service: Den Wettbewerbsbericht 2005 der AK gibt’s unter
www.arbeiterkammer.at. Unter 01/50165 - 2296 angeforderte Exemplare
werden kostenlos zugesandt.
Hinweis: Am 4. Mai 2005, ab 10.00 Uhr, findet unter dem Titel
"Grenzenloser Binnenmarkt um jeden Preis?" ein AK Symposium zur
EU-Dienstleistungsrichtlinie statt: AK Bildungszentrum, Großer Saal,
Theresianumgasse 16-18, 1040 Wien.
OTS0024 2005-05-03/08:59
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