- 29.04.2005, 14:55:00
- /
- OTS0284 OTW0284
SP-Oxonitsch an Gudenus: "Verlassen Sie den Bundesrat und fahren Sie nach Mauthausen!"
Wien (SPW-K) - "Bundesrat John Gudenus fügt durch seine
beharrliche und öffentliche Leugnung der Gaskammern in
Nazi-Deutschland dem Bundesrat, dem Parlament, aber auch dem Land
Wien, das ihn dorthin entsandt hat, schweren Schaden zu. Namens der
sozialdemokratischen Fraktion des Wiener Landtages fordere ich John
Gudenus auf, unverzüglich sein Amt als Bundesrat zurückzulegen",
sagte heute der Vorsitzende des SP-Rathausklubs, Christian Oxonitsch,
in seinem Statement zum gemeinsamen Resolutionsantrag aller Parteien
im Wiener Landtag, in dem Bundesrat John Gudenus zum Rücktritt
aufgefordert wird.
Österreich gedenke in diesen Tagen der Ereignisse vor 60 Jahren:
der Befreiung Österreichs von der Nazi-Diktatur, dem Ende des Krieges
und der Entstehung der 2. Republik. "Die bewegenden Bilder davon
konnten wir in den vergangenen Wochen vielfach im Fernsehen sehen",
so Oxonitsch. "Niemand zweifelt an der Echtheit dieser Bilder und
dieser Ereignisse." Aus dieser Zeit gebe es aber auch Bilder zu
sehen, die betroffen machten: "Die Bilder getöteter Soldaten und
Widerstandskämpfer. Die Bilder der zahlreichen Konzentrationslager
mit Bergen von Leichen und bis auf die Skelette abgemagerter
Menschen. Auch an der Echtheit dieser Bilder und dieser Ereignisse
zweifelt niemand."
Sechs Millionen Menschen seien in den Vernichtungslagern der Nazis
gequält, gefoltert, grausamst umgebracht worden. "Dennoch gibt es
einige wenige Unbelehrbare, die diese Tatsachen bis heute leugnen,
verharmlosen, nicht wahrhaben wollen, das Bild dieser dunklen,
braunen Vergangenheit schönfärben wollen", so Oxonitsch. "Solche
Menschen sind zum Glück eine verschwindende Minderheit in unserem
Land und sie finden auch immer weniger Beachtung. Allerdings werden
solche Einstellungen zu einem Problem für unser Land, wenn sie von
Personen in hohen Ämtern des Staates geäußert werden."
John Gudenus habe sich durch sein Verhalten nicht der
Verantwortung als würdig erwiesen, die mit der Funktion eines
Bundesrates verbunden ist. "Namens der unzähligen Opfer des
Nationalsozialismus fordere ich ihn auf: Machen Sie das Amt frei für
einen Vertreter des Landes Wien, der oder die unzweifelhaft auf der
Seite von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten steht und die
Verbrechen des Nazi-Regimes wie wir alle verurteilt!"
"Herr Gudenus, verlassen Sie den Bundesrat und fahren Sie nach
Mauthausen!" fordert Oxonitsch. "Dort findet am 8. Mai die
alljährliche Gedenkfeier an die Befreiung des Konzentrationslagers
vor nunmehr 60 Jahren statt. In Mauthausen wurden zwischen 1938 und
1945 etwa 100.000 Menschen getötet. Gestern vor 60 Jahren wurden dort
die letzten 34 Österreicher, 5 Polen und 1 Kroate vergast. Heute vor
60 Jahren versuchte die SS in aller Eile die technischen
Einrichtungen zu demontieren, um dieses Verbrechen zu vertuschen!"
"In Mauthausen, Herr Gudenus, werden Sie mehr Klarheit finden, als
ein normaler Mensch eigentlich ertragen kann, um mit den Worten
unseren Bundespräsidenten zu sprechen. Dann wird es Ihnen vielleicht
leid tun, dass Sie bislang Millionen Opfer des Nationalsozialismus
und deren Angehörige verhöhnt und verletzt haben!" so Oxonitsch
abschließend. (Schluss)
OTS0284 2005-04-29/14:55
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DS1






