VERANSTALTUNG ZUM THEMA ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT IM PARLAMENT Prammer präsentiert u.a. Arbeit der AIA C.D. Children Foundation

Wien (PK) - Ganz im Zeichen der Entwicklungszusammenarbeit stand eine Veranstaltung, zu der Zweite Nationalratspräsidentin Barbara Prammer heute ins Parlament geladen hatte. Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Kulturaustausch - Motor der Entwicklungszusammenarbeit" stellten Lisa Wedorn, Präsidentin der AIA C.D. Children Foundation, Franz Schmidjell vom vienna
institute for development and cooperation (VIDC), Martina Paul, stellvertretende Generalsekretärin von Hope 87, und Petra Bayr, SPÖ-Nationalratsabgeordnete und Vorsitzende des Unterausschusses für Entwicklungszusammenarbeit, konkrete
Entwicklungshilfeprojekte vor und gingen der Frage nach, welcher Voraussetzungen und Rahmenbedingungen es aus ihrer Sicht für das Gelingen eines Projekts bedürfe.

Begleitend zur Diskussion wurden eine Fotodokumentation über die Arbeit der AIA C.D. Children Foundation für Waisen- und Straßenkinder in Sri Lanka sowie Gemälde von Edith Christine
Helal und Skulpturen von Karin Schütz präsentiert.

Zweite Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, die zur Veranstaltung nicht nur aktive und ehemalige PolitikerInnen,
sondern auch zahlreiche VertreterInnen des Diplomatischen Corps begrüßen konnte, gab in ihren einleitenden Worten zu bedenken, dass es bei Diskussionen über Entwicklungszusammenarbeit zumeist
um das Gefälle zwischen arm und reich und die Frage von
Ressourcen gehe, Kulturaustausch sei hingegen kaum ein Thema.
Dabei überwinde Kulturaustausch Grenzen und helfe, andere Gesellschaften besser zu verstehen, betonte sie.

Die heutige Veranstaltung habe einen interessanten Hintergrund, skizzierte Prammer und hob das "unglaublich hohe Engagement" der Initiatorin Lisa Wedorn hervor.

Im Rahmen der Podiumsdiskussion betonte Wedorn, ihre Foundation unterstütze vor allem "peanut"-Projekte, da gerade kleine und nachvollziehbare Projekte bei den Betroffenen Vertrauen
erzeugten. Zudem sei es ihr wichtig, dass Spendengelder
tatsächlich den Betroffenen zugute kommen und nicht für
Verwaltung "abgezweigt" würden, erklärte sie. Besonders machte Wedorn auf ein Projekt in Sri Lanka zugunsten von behinderten Kindern in Prithipura aufmerksam, das im Sommer vergangenen
Jahres startete und dessen Grundlagen durch den Tsunami zerstört wurden.

Sowohl Wedorn als auch Martina Paul wiesen darüber hinaus auf die Bedeutung von "Hilfe zur Selbsthilfe" hin. Paul, deren
Organisation vor allem Beschäftigungsprogramme für Jugendliche
und Projekte gegen Jugendarbeitslosigkeit unterstützt,
skizzierte, dass Hope 87 vorwiegend mit lokalem Personal arbeite, das nicht zuletzt als "Kulturvermittler" agiere. Projekte seien
nur dann nachhaltig, wenn sie auf das kulturelle und soziale
Umfeld Rücksicht nehmen, unterstrich sie.

Franz Schmidjell berichtete von einem Kulturprojekt des VIDC in Uganda, in dessen Rahmen ein Netzwerk von 1.300 Kulturgruppen entstand und ein Kulturzentrum in der Hauptstadt errichtet wurde.
In den Flüchtlingslagern Ugandas herrsche nicht nur extreme
Armut, erzählte er von Erfahrungen vor Ort, auffallend sei vor allem auch die soziale Erosion, der Verfall der sozialen
Beziehungen und die Orientierungslosigkeit, die in solchen Camps herrsche. Kulturarbeit sei dabei ein wichtiger Faktor, der gegensteuere. Beispielsweise könnten Theaterstücke gewaltfreie Konfliktbewältigung als Botschaft vermitteln, aber auch, dass Kulturgruppen Unterhaltung bieten, sei wichtig. "Hilfe zur Selbsthilfe" hält Schmidjell, wie er ausführte, nur dann für erfolgversprechend, wenn man den Betroffenen zuvor mittels "empowerment" Selbstvertrauen und Fähigkeiten vermittle.

SPÖ-Abgeordnete Petra Bayr gab zu bedenken, dass in Katastrophenfällen häufig unsinnige Hilfe geleistet werde, und nannte als Beispiel die Verfrachtung von Mineralwasserflaschen
per Flugzeug nach Sri Lanka nach der Tsunami-Katastrophe. Es wäre viel vernünftiger gewesen, die ohnehin vorhandenen
Wasserressourcen im Land nutzbar zu machen, betonte sie. Kritik übte Bayr darüber hinaus daran, dass für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler nicht nachvollziehbar sei, für welche Projekte
die von der Regierung zugesagten Hilfsmittel im Ausmaß von 50
Mill. € eingesetzt würden.

Moderatorin Elisabeth Hakel wertete die Ausgaben Österreichs für Entwicklungszusammenarbeit als "eher beschämend" und wies darauf hin, dass Österreich mit einem BIP-Anteil von 0,24 % unter den OECD-Ländern den drittletzten Platz belege.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Prashanti Mendis, einer Konzertstahltrommlerin aus Sri Lanka, und dem japanischen Pianisten Masaaki Saito. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2272, Fax. +43 1 40110/2640
e-Mail: pk@parlament.gv.at, Internet: http://www.parlament.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPA0008