Nächster Tiefschlag von Schwarz-Grün: Jetzt drohen Bauern-Privilegienschulen auf Kosten der Steuerzahler

Frais: "SPÖ steht für freien Zugang aller Kinder zu allen Schulformen".

Linz (OTS) - Ohne Diskussion und ohne Verhandlung wollten ÖVP und Grüne bei der Ausschussrunde am 21. April 2005 mit der Oö. Land- und forstwirtschaftlichen Schulgesetz-Novelle den Grundstein für Bauern-Privilegienschulen auf Kosten der Steuerzahler setzen, kritisiert SP-Klubchef Frais. "ÖVP und Grüne hatten laut eigenen Aussagen untereinander schon alles besprochen und wollten die Materie rasch abstimmen. Die SPÖ protestierte dagegen heftig, vor allem wegen der in der Novelle vorgesehenen stark ständischen Schülerauswahlstruktur, wobei der Direktor das alleinige Recht hat jene Schüler auszuwählen, die aufgenommen werden sollen. Neben dem bisherigen Schulerfolg soll laut Schwarz-Grün das Glaubhaftmachen der künftigen Berufstätigkeit in der Land- und Forstwirtschaft zum Aufnahmekriterium werden", so Frais. Durch den vehementen SP-Protest konnte die Materie zumindest zurückgestellt werden.

So würden die Auswahlkriterien nach Schwarz-Grün im Gesetzestext aussehen:
‚[...} sind alle Aufnahmewerber zunächst nach ihrer Eignung (insbesondere nach dem Lernerfolg in den bisher zurückgelegten Schulstufen), ferner nach wichtigen, in ihrer Person liegenden Gründen (insbesondere nach ihrer künftigen Berufstätigkeit) zu reihen und nach dem Ergebnis dieser Reihung aufzunehmen.' Über die Aufnahme entscheidet ausschließlich der Direktor nach diesen höchst subjektiven Kriterien.

Die SPÖ lehnt diese Vorgangsweise, bei der Kinder ohne landwirtschaftlichen Hintergrund kaum Aufnahmechancen haben, entschieden ab. "Ein Differenzieren nach Berufsgruppen der Eltern sollte im 21. Jahrhundert auch von der ÖVP schon längst überwunden worden sein. Völlig unverständlich ist wieso die Grünen diese ÖVP-Politik mittragen", so Frais. Für den SP-Klubchef steht fest, dass Schulen, die aus Steuermitteln finanziert werden, jedenfalls für alle Kinder mit gleichen Chancen zugänglich sein müssen.

Den Grund für die Veränderung der Zugangskriterien zu den Land-und Forstwirtschaftsschulen dürfte laut Ausschussinformationen darin bestehen, dass ÖVP und Grüne "Poly-Flüchtlinge" vom Schulbesuch in den Land- und Forstwirtschaftsschulen ausschließen wollen. "ÖVP und Grüne sind mit ihrer land- und forstwirtschaftlichen Schulnovelle auf dem Holzweg. Sollten Schüler dem Poly - wie ÖVP und Grüne meinen -tatsächlich entfliehen wollen, dann müssten die Ausbildung und Aufgaben der Polytechnischen Schulen verbessert werden, anstatt die "Flüchtlinge" auch noch von den Land- und Forstwirtschaftsschulen auszuschließen", betont der SP-Klubchef.

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