Gehen lernen trotz Lähmung

Bewegungsanalyse-Labor in Wien-Speising: Auch gelähmten Kindern kann zu mehr Mobilität verholfen werden

Wien (OTS) - Neueste Methoden zur Verbesserung der Mobilität und Lebensqualität von bewegungsbehinderten Kindern und Erwachsenen stehen im Mittelpunkt einer Tagung am 29. April 2005 am Orthopädischen Spital Speising in Wien. Vor zehn Jahren wurde hier die erste Neuroorthopädische Ambulanz mit Bewegungsanalyse-Labor Österreichs eröffnet.

Rund 15.000 Kinder in Österreich leiden an Störungen des Bewegungsapparates. Je nach Schweregrad reichen diese von leichten Problemen beim Gehen und Greifen bis hin zu einem Leben im Rollstuhl. Doch mittels modernster medizinischer Verfahren kann heute auch gelähmten Kindern wieder zu mehr Mobilität und Selbständigkeit verholfen werden. Neueste Erkenntnisse auf diesem Gebiet werden auf einer medizinischen Tagung am 29. April am Orthopädischen Spital Speising vorgestellt.

Behandlung mit Botulinumtoxin

"Ein modernes und sehr effektives Verfahren bei der Behandlung von Bewegungsstörungen ist die Gabe von Botulinumtoxin-Injektionen", erklärt Oberarzt Dr. Walter Strobl, führender Neuroorthopäde am Orthopädischen Spital Speising.

Botulinumtoxin, auch als Korrekturmittel für Falten im Gesicht bekannt, wird Kindern und Erwachsenen mit einer funktionell-störenden spastischen Lähmung verabreicht. Die Substanz bewirkt eine zeitlich begrenzte Ausschaltung von überaktiven Muskeln. Dadurch wird die gewünschte, willkürliche Muskelaktivität verstärkt und die Wirkung einer Bewegungstherapie oder Gipsbehandlung unterstützt. Neue oder verloren gegangene Bewegungen können so erlernt werden.

Weitere aktuelle Behandlungsmethoden

Ein weiteres relativ neues Behandlungsverfahren ist die so genannte Intrathekale Baclofen-Therapie: Über ein implantiertes Pumpensystem wird, elektronisch gesteuert, kontinuierlich ein Medikament direkt in das Rückenmark geleitet. Auch damit wird durch Ausschaltung überaktiver Muskelgruppen eine deutliche Erleichterung in der Beweglichkeit beider Beine und Arme erzielt.

Seit Jahren bewährt haben sich auch neuroorthopädische Operationen. Sie bewirken durch Verlagerung oder Verlängerung überaktiver Muskeln oder durch Korrekturoperationen an Knochen eine Verbesserung der Hebelarme und damit eine Kraftverbesserung der Bein-und Armmuskulatur. Beispielsweise ist dadurch eine deutliche Verbesserung des Gangbildes oder der Handfunktion erreichbar.

Die computergestützte 3D-Ganganalyse

Als Unterstützung für diese neuroorthopädischen Therapieverfahren dient ein so genanntes Bewegungsanalyse-Labor, in dem das menschliche Gangbild dreidimensional aufgezeichnet werden kann. Drehmomente und Kräfte an den einzelnen Gelenken können hier genau errechnet und bei Gangstörungen das bestmögliche Behandlungsverfahren, Therapien, Orthesen oder Operationen ausgewählt werden. Das Bewegungsanalyse-Labor und die Neuroorthopädische Ambulanz am Orthopädischen Spital Speising begehen heuer ihr zehnjähriges Jubiläum.

Betreuungsnetzwerk für Kinder und Eltern

Mittlerweile gibt es in Österreich übrigens ein großes interdisziplinäres Netzwerk, das Eltern und Kindern hilft, Behinderungen so früh wie möglich gezielt zu behandeln und damit das Selbstvertrauen des heranwachsenden Menschen zu stärken. Eine Liste der österreichischen Fachärzte, Therapeuten und Kliniken, die diese Behandlungsmethoden anbieten, finden Interessierte unter www.oss.at/neuroortho

Presseservice: Fotos zu diesem Thema sind anforderbar unter pierre.saffarnia@oss.at oder sabine.schilhansl@oss.at

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Leiter des Bewegungsanalyselabors im Orthopädischen Spital Speising
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