• 25.04.2005, 11:10:40
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Caritas und Hospizdachverband: Gegen Legalisierung der Sterbehilfe

Appell an Abgeordnete zum Europarat

Wien (OTS) - Voraussichtlich übermorgen, am 27. April, wird sich
der Europarat neuerlich mit der Vorlage des Schweizer Abgeordneten
Dick Marty zur Euthanasie befassen. Aus diesem Grund haben die
Vorsitzende des Dachverbandes Hospiz Österreich, Sr. Hildegard
Teuschl, und der Wiener Caritasdirektor Michael Landau an die
österreichischen Abgeordneten per Brief appelliert, "sich gegen die
Bestrebungen zur Legalisierung der Sterbehilfe zu wenden" und sich
dafür einzusetzen, "dass an der Empfehlung 1418/99 vom 25. Juni 1999
festgehalten wird, die sich eindeutig gegen jede aktive Sterbehilfe
ausspricht."

Diese Empfehlung, die sich auf Art. 2 der Menschenrechtskonvention
von 1950 stützt, wurde damals von Österreich eingebracht und mit
überwältigender Mehrheit angenommen. In ihrem Brief schreiben Landau
und Teuschl, "sollte - entgegen dieser Empfehlung - in Hinkunft so
wie in den Niederlanden und in Belgien in gewissen Fällen die Tötung
durch Ärzte erlaubt werden, würde das - nach Schätzungen von
ExpertInnen - für Europa 200.000 Euthanasietote pro Jahr bedeuten!"

Landau und Teuschl in ihrem Appell an die Abgeordneten: "Die
Vorlage Dick Martys ist eigentlich ein Minderheitenpapier. Sie wurde
im Sozialausschuss am 17.12.2004 von nur 11 Abgeordneten (19
anwesende von 82 Mitgliedern) angenommen, sodass es sehr wichtig ist,
dass diesmal möglichst viele Abgeordnete an der Sitzung teilnehmen
und entsprechend abstimmen und sich auch in dem oben beschriebenen
Sinn zu Wort melden.

Gefährlich an dem Bericht ist vor allem, dass Marty zwar jedem
Patienten das Recht zuspricht, darüber zu entscheiden, was mit seiner
Person geschieht, es findet sich aber keine Passage, dass dieses
Recht dort seine Grenze hat, wo es um Tötung durch die Hand eines
anderen geht.
Caritas und HOSPIZ ÖSTERREICH setzen sich dafür ein, dass die
Lösung nicht in Straffreiheit für aktive Sterbehilfe, sondern in
optimaler Lebensbegleitung für Sterbende durch den Ausbau von
Hospizarbeit und Palliativmedizin geschieht."

In ersten Reaktionen haben die Abgeordneten Michael Spindelegger
(ÖVP) und Mag.a Gisela Wurm (SPÖ) bereits für ihre Fraktionen die
Unterstützung des Anliegens von Dachverband Hospiz und Caritas
zugesagt.
Der Volltext des Schreibens auf www.caritas-wien.at.

OTS0090    2005-04-25/11:10

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | CAR

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