AK Veranstaltung Feinstaub: Experten - Kampf dem gesundheitsschädlichen Feinstaub (2)

Wien (OTS) - "Die Partikelemissionen auf den Autobahnen haben sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt, die der Pkw sogar mehr als verdreifacht", sagt Reinhold Deußner heute, Mittwoch, bei einer AK Veranstaltung zum Thema Feinstaub. Heute würden Güterverkehr und Pkw jeweils etwa die Hälfte der Partikel-Emissionen im hochrangigen Straßennetz bewirken, so Deußner.

"Feinstaub ist nicht gleich Feinstaub - besonderes Augenmerk ist auf jene Staubanteile zu legen, die als ultrafeine Partikel bezeichnet werden", sagt Werner Prutsch vom Umweltamt Graz, der die Problematik im Großraum Graz darstellte. "Hier kann auch mit technischen Lösungen am ehesten eine Entlastung erreicht werden. Dem Feinstaub insgesamt kann nur durch umfangreiche Maßnahmenpakete auf allen Ebenen, also EU, Bund, Länder und Gemeinden entgegengewirkt werden."

Hans-Peter Hutter vom Institut für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien, der über die gesundheitlichen Folgen referierte, meinte: "Die gravierenden gesundheitlichen Wirkungen von Feinstaub und vor allem von Dieselabgasen wurden leider lange Zeit verharmlost. Sie umfassen unter anderem Beeinträchtigungen des Lungenwachstums bei Kindern, Asthmaanfälle, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, Lungenkrebs und vorzeitigen Tod. Laut EU-Kommission ist für Österreich eine Verkürzung der Lebenserwartung von rund acht Monaten auf die Feinstaubbelastung zurückzuführen."

"Im Jahr 2003 wurde der Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter bei 50 von 90 österreichischen Messstationen öfter als die zulässige Anzahl von 35-mal überschritten", sagt Günter Lichtblau vom Umweltbundesamt Wien, der über Emissionen und Immissionen von Feinstaub aus dem Verkehrssektor und über mögliche Maßnahmen referierte. "Hausbrand, Industrie und Verkehr liefern hohe Beiträge zu dieser Belastung. Im Verkehrssektor zählen neben dem Straßenverkehr mobile Geräte und Maschinen wie Baumaschinen und Traktoren zu den Hauptverursachern von Partikelemissionen."

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