ÖAMTC: "Pickerl neu" ist seit genau drei Jahren in Kraft (+Grafik)

Fast jedes zehnte dreijährige Auto fällt mit schweren Mängeln bei 57a-Begutachtung durch

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Am 20. April 2002, also vor genau drei Jahren, ist das 'Pickerl neu' in Kraft getreten", weiß ÖAMTC-Techniker Rudolf Brauch. Neuwagen müssen seither - statt jährlich - erst nach drei Jahren erstmals zur Paragraf 57a-Begutachtung, dann nach weiteren zwei Jahren und erst anschließend jährlich. Der ÖAMTC hat kürzlich bei einer Erhebung festgestellt, dass fast jedes zehnte dreijährige Auto mit schweren Mängeln bei der Begutachtung durchfällt. "Der Appell an die Autobesitzer kann nur lauten, zumindest nach zwei Jahren aus eigenem Interesse eine Sicherheitsüberprüfung durchführen zu lassen", so Brauch weiter.

Ein solcher Check wird an allen ÖAMTC-Stützpunkten österreichweit zum Preis der 57a-Begutachtung (ohne Plaketten-Gebühr) angeboten und umfasst auch denselben technischen Umfang. Der Club führt in ganz Österreich jährlich zirka 500.000 Pickerl-Überprüfungen durch. Für die Erhebung wurden 20.000 dreijährige Pkw und Kombis nach "Pickerl erhalten/nicht erhalten" elektronisch ausgewertet. 9,2 Prozent der begutachteten Fahrzeuge hatten schwere Mängel und fielen durch. Im Vergleich dazu: Vor drei Jahren zeigte eine Auswertung von etwa 45.000 Pickerl-Gutachten schwere Mängel bei 5,4 Prozent aller dreijährigen Pkw und Kombis.

Die ÖAMTC-Prüfer haben die Pickerl-Gutachten von rund 2.500 Autos bei der aktuellen Erhebung händisch unter die Lupe genommen. "Dabei haben sich wirklich sicherheitsrelevante Fahrzeugmängel herausgestellt, vor allem im Bereich Bremsen, Lenkung und Radaufhängung. Jedes zwanzigste dreijährige Auto fährt beispielsweise mit Bremsdefekten", erläutert Brauch. Weitere Defekte, die unmittelbar behoben werden konnten, wie kaputte Lampen oder falsch eingestellte Scheinwerfer, sind bei den Durchfallern gar nicht enthalten.

"Vor allem Autos, die besonders viel oder extrem wenig gefahren werden, soll man von Zeit zu Zeit überprüfen lassen. Die Gefahr von Defekten ist vor allem bei den Bremsen höher", weiß der ÖAMTC-Techniker. Seine Sicherheitsappelle:

* "Service" machen lassen: Man kann sich bei laufender Wartung kostenintensive Großreparaturen ersparen.

* Gleich erledigen: Festgestellte grobe Mängel beheben lassen und nicht aufschieben.

KfG-Novelle bringt weitere Änderungen zu "Pickerl-Fristen"

Auch die kürzlich zur Begutachtung ausgesandte 26. Novelle zum Kraftfahrgesetz wird weitere kleine Änderungen zu den "Pickerl-Fristen" bringen: Künftig müssen nur noch Anhänger über 3,5 Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht jährlich begutachtet werden. Alle leichteren Anhänger werden unter die 3-2-1 Regel fallen. Bei historischen Fahrzeugen wird künftig generell eine zweijährige Überprüfungsfrist vorgeschrieben. Das galt bisher nur für historische (Kraft-)Fahrzeuge bei einem Baujahr vor 1960.

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