Faymann/Prokop stellen Projekt "Wohnen für Generationen" vor

Wien (OTS) - Das Projekt "Wohnen für Generationen", dass
Donnerstag von Wohnbaustadtrat Werner Faymann und Bezirksvorsteher Franz Prokop den Medien präsentiert wurde, ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie der geförderte Wohnbau aus einem unattraktiven Ort eine gefragte Adresse macht. Die unter Denkmalschutz stehende, aber völlig verfallene "Kornhäusel-Villa" in der Ottakringer Straße 235 bei der Endstelle der Straßenbahnlinie J war jahrelang ein Schandfleck in Ottakring. Durch den Ankauf des Grundstücks und die Errichtung von 87 geförderten Mietwohnungen sowie die Sanierung der Kornhäusl-Villa erhält Ottakring einen zusätzlichen lebenswerten Bezirksteil. Ganz besonders positiv ist die Schwerpunksetzung auf seniorengerechtes Wohnen. Barrierefreiheit und weitgehende Adaptierungsmöglichkeiten der Wohnungen sorgen dafür, dass auch in Zukunft jede Wohnung auf die jeweiligen Bedürfnisse ihrer Bewohner zugeschnitten werden kann", erklärte Wohnbaustadtrat Werner Faymann.****

Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 12,7 Millionen Euro. Die Stadt fördert die Errichtung der 87 Wohnungen mit insgesamt 4,6 Millionen Euro. Die Wohnungen werden zwischen 2 - 4 Zimmer groß sein. Die Miete soll pro m2 bei 5,90 Euro liegen (inkl. Betriebskosten). Der Eigenmittelbedarf wird etwa 420 Euro pro m2 betragen.

Die Wohnhausanlage ist besonders seniorengerecht ausgerichtet, weil:

o barrierefreie geplant wird, o die Wohnungen an die Bedürfnisse der unterschiedlichen Alterszyklen angepasst werden können und o eine Kooperation mit dem Kuratorium Wiener Pensionisten Wohnhäuser in unmittelbarer Nachbarschaft für ein umfangreiches Angebot an seniorengerechten Dienstleistungen sorgt.

Durch die Zusammenarbeit mit der Leitstelle für behindertetengerechtes Bauen und Wohnen und dem Senioren-Beauftragten der Stadt Wien können Planungsfehler vermieden werden. U.a. sind die Sanitäreinheiten so gestaltet, dass nachträgliche Adaptierungen (Zusammenlegung WC - Badezimmer durch Installationsfreiheit der Trennwand) leicht und kostengünstig möglich sind. Weiters sind die Wohnungen schwellenfrei ausgeführt und die Einhaltung von größeren Wendekreisen garantiert die rollstuhlgerechte Nutzung und Erreichbarkeit.

Kornhäusel-Villa

Die nach den Plänen des Wiener Architekten Josef Georg Kornhäusel (1782 - 1860) in den Jahren 1802 bis 1804 erbaute Villa hieß ursprünglich Villa Jenamy. Es ist die älteste erhaltene Landvilla Wiens und wird nach der Sanierung u.a. ein Restaurant beherbergen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts betrieb der Gemeinderat Georg Neumayer auf dem Areal eine Meierei. Vom Direktionsgebäude, der Villa mit einem "typischen" Kornhäuselturm, soll er seine Bediensteten auf den umliegenden Ländereien bei der Arbeit beobachtet haben. 1880 gründete der württembergische Stabsarzt Dr. von Mineth hier "die erste Wiener Kindermilchanstalt", deren Tierhaltung auf höchstem hygienischen Niveau die Lieferung von gesunder Milch an die Wiener Kinderspitäler garantierte.

Als Folge der Reblaus-Katastrophe ab 1883 stellten die Ottakringer Bauern vermehrt auf Milchwirtschaft um, trotzdem blieben im altottakringer Kernort (außerhalb der in den 1890ern errichteten Vorortelinie) genügend Heurige bestehen, um dem Ort noch lange das Gepräge und die Atmosphäre eines Weinortes mit entsprechenden musikalischen Abendveranstaltungen zu erhalten.

1916 pachtete Josef Wegscheider die Meierei und baute sie zu einem modernen Milchunternehmen aus. Anhand Alt-Ottakrings bzw. der Kornhäusel-Villa kann somit die Entwicklung vom abgeschiedenen Bauerndorf zu einem pulsierenden Großstadtbezirk nachgezeichnet werden.

Nähere Informationen gibt es beim Bauträger:

o Neue Heimat Gemeinnützige Wohnungsbau Ges.m.b.H. 8, Bennoplatz 3 http://www.neueheimat-wohnen.at/ o bzw. im Wohnservice-Wien 2, Taborstraße 1-3 http://www.wohnservice-wien.at/

o Baubeginn: Sommer 2005 o Geplanter Bezugstermin: Ende 2006

Temporäre künstlerische Nutzung "Wachgeküsst"

Im Vorfeld der Bautätigkeit hat der Bauträger das Kunstfestival "Wachgeküsst" organisiert. Junge bildende Künstler setzen sich in der Ausstellung "ZUHAUS - ein Kunstprojekt zum Thema Altern" mit verschiedensten Stilmitteln mit der Thematik auseinander. Installationen, Fotoreportagen, Videos und Bilder der Künstler, unter der Leitung der "pogmahon-company" und dem Verein "Zuhaus" sollen den Besuchern eine sinnliche, kritische und außergewöhnliche Auseinandersetzung mit dem Älterwerden ermöglichen. Auch die Bewohner des angrenzenden Pensionistenwohnhauses sind in das Kunstprogramm eingebunden. Die Theatergruppe "teatro caprile" ergänzt in Form eines Stationentheaters dieses Projekt und lässt die Besucher zu Stationen der Geschichte des Standortes reisen. So trifft man auf prominente Ottakringer wie Alfons Petzoldt, Franz Schuhmeier, Albert Sever, Josef Weinheber und Konrad Bayer und erlebt Vergangenes in der Gegenwart.

Die "St. Balbach art production" spannt durch Lichtinstallationen den Bogen vom Alten zum Neuen, vom Verfall zur Neuentwicklung. Weitere Künstlerinnen und Künstler aus Literatur und Musik ergänzen das Programm.

"Wachgeküsst" findet vom 15. April bis 7. Mai 2005, Mittwoch bis Freitag von 17.00 bis 20.00 sowie Samstag und Sonntag von 12.00 bis 15.00 statt (nähere Informationen unter http://www.wachgekuesst.at/ ). (Schluss) gmp

Rückfragen & Kontakt:

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Mag. Gerd Millmann-Pichler
Tel.: 4000/81 869
mil@gws.magwien.gv.at

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