• 14.04.2005, 11:43:39
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  • OTS0131 OTW0131

Faymann/Prokop stellen Projekt "Wohnen für Generationen" vor

Wien (OTS) - Das Projekt "Wohnen für Generationen", dass
Donnerstag von Wohnbaustadtrat Werner Faymann und Bezirksvorsteher
Franz Prokop den Medien präsentiert wurde, ist ein gelungenes
Beispiel dafür, wie der geförderte Wohnbau aus einem unattraktiven
Ort eine gefragte Adresse macht. Die unter Denkmalschutz stehende,
aber völlig verfallene "Kornhäusel-Villa" in der Ottakringer Straße
235 bei der Endstelle der Straßenbahnlinie J war jahrelang ein
Schandfleck in Ottakring. Durch den Ankauf des Grundstücks und die
Errichtung von 87 geförderten Mietwohnungen sowie die Sanierung der
Kornhäusl-Villa erhält Ottakring einen zusätzlichen lebenswerten
Bezirksteil. Ganz besonders positiv ist die Schwerpunksetzung auf
seniorengerechtes Wohnen. Barrierefreiheit und weitgehende
Adaptierungsmöglichkeiten der Wohnungen sorgen dafür, dass auch in
Zukunft jede Wohnung auf die jeweiligen Bedürfnisse ihrer Bewohner
zugeschnitten werden kann", erklärte Wohnbaustadtrat Werner
Faymann.****

Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 12,7 Millionen Euro.
Die Stadt fördert die Errichtung der 87 Wohnungen mit insgesamt 4,6
Millionen Euro. Die Wohnungen werden zwischen 2 - 4 Zimmer groß sein.
Die Miete soll pro m2 bei 5,90 Euro liegen (inkl. Betriebskosten).
Der Eigenmittelbedarf wird etwa 420 Euro pro m2 betragen.

Die Wohnhausanlage ist besonders seniorengerecht ausgerichtet,
weil:

o barrierefreie geplant wird,
o die Wohnungen an die Bedürfnisse der unterschiedlichen
  Alterszyklen angepasst werden können und
o eine Kooperation mit dem Kuratorium Wiener Pensionisten
  Wohnhäuser in unmittelbarer Nachbarschaft für ein umfangreiches
  Angebot an seniorengerechten Dienstleistungen sorgt.

Durch die Zusammenarbeit mit der Leitstelle für
behindertetengerechtes Bauen und Wohnen und dem Senioren-Beauftragten
der Stadt Wien können Planungsfehler vermieden werden. U.a. sind die
Sanitäreinheiten so gestaltet, dass nachträgliche Adaptierungen
(Zusammenlegung WC - Badezimmer durch Installationsfreiheit der
Trennwand) leicht und kostengünstig möglich sind. Weiters sind die
Wohnungen schwellenfrei ausgeführt und die Einhaltung von größeren
Wendekreisen garantiert die rollstuhlgerechte Nutzung und
Erreichbarkeit.

Kornhäusel-Villa

Die nach den Plänen des Wiener Architekten Josef Georg
Kornhäusel (1782 - 1860) in den Jahren 1802 bis 1804 erbaute Villa
hieß ursprünglich Villa Jenamy. Es ist die älteste erhaltene
Landvilla Wiens und wird nach der Sanierung u.a. ein Restaurant
beherbergen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts betrieb der
Gemeinderat Georg Neumayer auf dem Areal eine Meierei. Vom
Direktionsgebäude, der Villa mit einem "typischen" Kornhäuselturm,
soll er seine Bediensteten auf den umliegenden Ländereien bei der
Arbeit beobachtet haben. 1880 gründete der württembergische Stabsarzt
Dr. von Mineth hier "die erste Wiener Kindermilchanstalt", deren
Tierhaltung auf höchstem hygienischen Niveau die Lieferung von
gesunder Milch an die Wiener Kinderspitäler garantierte.

Als Folge der Reblaus-Katastrophe ab 1883 stellten die
Ottakringer Bauern vermehrt auf Milchwirtschaft um, trotzdem blieben
im altottakringer Kernort (außerhalb der in den 1890ern errichteten
Vorortelinie) genügend Heurige bestehen, um dem Ort noch lange das
Gepräge und die Atmosphäre eines Weinortes mit entsprechenden
musikalischen Abendveranstaltungen zu erhalten.

1916 pachtete Josef Wegscheider die Meierei und baute sie zu
einem modernen Milchunternehmen aus. Anhand Alt-Ottakrings bzw. der
Kornhäusel-Villa kann somit die Entwicklung vom abgeschiedenen
Bauerndorf zu einem pulsierenden Großstadtbezirk nachgezeichnet
werden.

Nähere Informationen gibt es beim Bauträger:

o Neue Heimat Gemeinnützige Wohnungsbau Ges.m.b.H.
  8, Bennoplatz 3
  http://www.neueheimat-wohnen.at/
o bzw. im Wohnservice-Wien
  2, Taborstraße 1-3
  http://www.wohnservice-wien.at/
o Baubeginn: Sommer 2005
o Geplanter Bezugstermin: Ende 2006

Temporäre künstlerische Nutzung "Wachgeküsst"

Im Vorfeld der Bautätigkeit hat der Bauträger das Kunstfestival
"Wachgeküsst" organisiert. Junge bildende Künstler setzen sich in der
Ausstellung "ZUHAUS - ein Kunstprojekt zum Thema Altern" mit
verschiedensten Stilmitteln mit der Thematik auseinander.
Installationen, Fotoreportagen, Videos und Bilder der Künstler, unter
der Leitung der "pogmahon-company" und dem Verein "Zuhaus" sollen den
Besuchern eine sinnliche, kritische und außergewöhnliche
Auseinandersetzung mit dem Älterwerden ermöglichen. Auch die Bewohner
des angrenzenden Pensionistenwohnhauses sind in das Kunstprogramm
eingebunden. Die Theatergruppe "teatro caprile" ergänzt in Form eines
Stationentheaters dieses Projekt und lässt die Besucher zu Stationen
der Geschichte des Standortes reisen. So trifft man auf prominente
Ottakringer wie Alfons Petzoldt, Franz Schuhmeier, Albert Sever,
Josef Weinheber und Konrad Bayer und erlebt Vergangenes in der
Gegenwart.

Die "St. Balbach art production" spannt durch
Lichtinstallationen den Bogen vom Alten zum Neuen, vom Verfall zur
Neuentwicklung. Weitere Künstlerinnen und Künstler aus Literatur und
Musik ergänzen das Programm.

"Wachgeküsst" findet vom 15. April bis 7. Mai 2005, Mittwoch bis
Freitag von 17.00 bis 20.00 sowie Samstag und Sonntag von 12.00 bis
15.00 statt (nähere Informationen unter http://www.wachgekuesst.at/
). (Schluss) gmp

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Gerd Millmann-Pichler
Tel.: 4000/81 869
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

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