- 14.04.2005, 11:26:12
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FORMAT: Treichl-Interview: "Marktwert steigt mit internationaler Dimension"
Erste-General Treichl über seine Rekordgage 2004
Wien (OTS) - Erste-Bank-Chef Andreas Treichl nimmt in einem
Interview mit dem Magazin FORMAT zur Debatte um sein Rekordgehalt
Stellung. 2004 verdiente er inklusive einer Treueprämie fast 4,5
Millionen Euro. Treichl begründet die stolze Summe mit der
Internationalisierung der Bank: "Wir sitzen zwar in Wien, haben aber
90 Prozent der Kunden im Ausland. Das führt dazu, dass auch die
Gehälter die gewohnten österreichischen Dimensionen verlassen."
Zur Verdoppelung der Vorstandsgehäter der Bank sagt der General im
FORMAT: "Wir können uns nur mit ähnlichen Unternehmen vergleichen: da
liegen wir im Rahmen. Wie in Sport und Medien gibt es in der
Wirtschaft einen Marktwert, und der steigt mit Erreichen einer
internationalen Dimension. Tatsache ist, dass heimische Unternehmen
erfreulicherweise über Österreich hinauswachsen und sich
international messen müssen. Wer gute Leute halten will, muss auch
die Gehälter dem europäischen Niveau anpassen."
Die - einmalige - Treueprämie von zwei Millionen Euro rechtfertigt
Andreas Treichl mit etlichen lukrativen Offerten, die er von
ausländischen Instituten bekam: "Ich habe 2002 den Aufsichtsrat
informiert, dass ich bleibe und was ich bei einigen Angeboten, die
ich hatte, bekommen hätte - ein Vielfaches dieser Summe. Ich habe
nichts gefordert, sondern nur gesagt: `Macht´s irgendwann was´. Das
ist jetzt passiert."
Das Prinzip von höheren Erfolgskomponenten soll für alle
Erste-Beschäftigten weiter ausgebaut werden: "Ich bin dafür, dass die
Mitarbeiter der Bank sehr viel mehr verdienen, nur nicht über höhere
Fixgehälter, sondern über Honorierung der persönlichen Leistung. Aber
gegen dieses System wehren sich die Gewerkschaften. Außerdem plädiere
ich für eine Beteiligung der Mitarbeiter an den Unternehmensgewinnen.
Wir schütten jetzt aus dem Gewinn erstmals acht Millionen Euro an
alle Mitarbeiter aus."
Schließlich weist Treichl in dem FORMAT-Interview auch auf seine
besondere Leistung für das Unternehmen hin: "Ich spreche zwar nicht
gerne über mich, meine aber schon, dass hier ein Sonderfall vorliegt.
Ich bin nicht in eine bereits große und erfolgreiche Bank gekommen
bin. Als ich 1997 den Vorsitz übernahm hatten wir 3.600 Leute und
einen Wert von etwa 15 Milliarden Schilling. Heute sind es 35.000
Leute, und wir sind zehn Milliarden Euro wert. Ich halte mir schon
zugute, dass es ohne mich die Erste Bank in ihrer heutigen Form nicht
gäbe."
OTS0112 2005-04-14/11:26
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