FORMAT: Treichl-Interview: "Marktwert steigt mit internationaler Dimension"

Erste-General Treichl über seine Rekordgage 2004

Wien (OTS) - Erste-Bank-Chef Andreas Treichl nimmt in einem Interview mit dem Magazin FORMAT zur Debatte um sein Rekordgehalt Stellung. 2004 verdiente er inklusive einer Treueprämie fast 4,5 Millionen Euro. Treichl begründet die stolze Summe mit der Internationalisierung der Bank: "Wir sitzen zwar in Wien, haben aber 90 Prozent der Kunden im Ausland. Das führt dazu, dass auch die Gehälter die gewohnten österreichischen Dimensionen verlassen."

Zur Verdoppelung der Vorstandsgehäter der Bank sagt der General im FORMAT: "Wir können uns nur mit ähnlichen Unternehmen vergleichen: da liegen wir im Rahmen. Wie in Sport und Medien gibt es in der Wirtschaft einen Marktwert, und der steigt mit Erreichen einer internationalen Dimension. Tatsache ist, dass heimische Unternehmen erfreulicherweise über Österreich hinauswachsen und sich international messen müssen. Wer gute Leute halten will, muss auch die Gehälter dem europäischen Niveau anpassen."

Die - einmalige - Treueprämie von zwei Millionen Euro rechtfertigt Andreas Treichl mit etlichen lukrativen Offerten, die er von ausländischen Instituten bekam: "Ich habe 2002 den Aufsichtsrat informiert, dass ich bleibe und was ich bei einigen Angeboten, die ich hatte, bekommen hätte - ein Vielfaches dieser Summe. Ich habe nichts gefordert, sondern nur gesagt: `Macht´s irgendwann was´. Das ist jetzt passiert."

Das Prinzip von höheren Erfolgskomponenten soll für alle Erste-Beschäftigten weiter ausgebaut werden: "Ich bin dafür, dass die Mitarbeiter der Bank sehr viel mehr verdienen, nur nicht über höhere Fixgehälter, sondern über Honorierung der persönlichen Leistung. Aber gegen dieses System wehren sich die Gewerkschaften. Außerdem plädiere ich für eine Beteiligung der Mitarbeiter an den Unternehmensgewinnen. Wir schütten jetzt aus dem Gewinn erstmals acht Millionen Euro an alle Mitarbeiter aus."

Schließlich weist Treichl in dem FORMAT-Interview auch auf seine besondere Leistung für das Unternehmen hin: "Ich spreche zwar nicht gerne über mich, meine aber schon, dass hier ein Sonderfall vorliegt. Ich bin nicht in eine bereits große und erfolgreiche Bank gekommen bin. Als ich 1997 den Vorsitz übernahm hatten wir 3.600 Leute und einen Wert von etwa 15 Milliarden Schilling. Heute sind es 35.000 Leute, und wir sind zehn Milliarden Euro wert. Ich halte mir schon zugute, dass es ohne mich die Erste Bank in ihrer heutigen Form nicht gäbe."

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