ÖGB unterstützt Nacht des Schweigens im KZ Mauthausen

Csörgits: Fremdenhass und Rassismus bekämpfen

Wien (ÖGB) - Am 7. Mai findet im KZ Mauthausen die "Nacht des Schweigens" statt - als Gedenken an die 100.000 Menschen, die im KZ Mauthausen umgekommen sind. Der ÖGB unterstützt die "Nacht des Schweigens". Bei der heutigen Pressekonferenz der VeranstalterInnen dieser Aktion stellte ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende Renate Csörgits fest: "Im Jubiläumsjahr 2005 muss auch Zeit sein für ein sich Erinnern, dass unsere Republik auf den Trümmern des Faschismus gebaut wurde und viele unserer Landsleute an den unvergleichlichen Verbrechen des Holocaust beteiligt waren." Ausgrenzung und Rassismus müssen auch heute aufgezeigt und bekämpft werden, so Csörgits. Vereine, die gezielt Diskriminierung sichtbar machen und gegen sie ankämpfen, bräuchten auch eine Finanzierung, forderte Csörgits Bundesmittel für den Antirassismus-Verein ZARA und das Migrantinnen-Projekt FEMQUA ein.++++

"Viele, die für Freiheit und Demokratie kämpften, haben diese Zweite Republik, in der wir heute leben dürfen, nicht erlebt", erinnerte Csörgits. Eine von ihnen sei Käthe Leichter, die 1925 die Frauenabteilung in der Arbeiterkammer aufgebaut hatte. "Ihre Studien zur Frauenarbeit bildeten eine wichtige Grundlage für die Forderungen der Gewerkschafterinnen für bessere Arbeitsbedingungen", so Csörgits. Käthe Leichter wurde 1942 im KZ Ravensbrück ermordet. 1991 wurde gemeinsam von Frauen- und Sozialministerium der Käthe-Leichter-Preis eingerichtet, der an Wissenschafterinnen verliehen wird, die sich im Bereich der Frauenforschung und der Arbeitswelt auszeichnen. "Es stimmt bedenklich, dass dieser Preis seit 2001 nicht mehr verliehen wurde. Ich hoffe, Frauenministerin Rauch-Kallat löst ihr Versprechen ein, den Preis heuer wieder zu vergeben", sagte Csörgits.

Nicht stillhalten, wenn Unrecht geschieht

"Ich kann nicht stillhalten, wenn ich sehe dass Unrecht geschieht", ist das Motto der ehemaligen Widerstandskämpferin Agnes Primocic. Die heute hundertjährige Halleinerin, die kürzlich ihr 85-jähriges Gewerkschaftsjubiläum feierte, engagierte sich aktiv im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Trotz mehrerer Haftstrafen blieb die ehemalige Tabakarbeiterin weiter aktiv und befreite noch in den letzten Kriegstagen 17 Menschen aus einem Außenlager des KZ Dachau in der Nähe von Hallein. "Auch wir dürfen nicht stillhalten, wenn wir Ausgrenzung, Rassismus und Diskriminierung begegnen", so Csörgits. Sie verwies auf die Statuten des ÖGB, wo als eine Aufgabe des Gewerkschaftsbundes klar das Eintreten für Menschenrechte und die Bekämpfung des Faschismus festgelegt ist. In zahlreichen EQUAL-Projekten setze sich der ÖGB für die Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit ein, im ÖGB-Beratungszentrum in Wien gebe es eine eigene MigrantInnenberatung, sagte Csörgits.

Finanzierung von MigrantInnenprojekten nötig

Von der Bundesregierung forderte die ÖGB-Frauenvorsitzende finanzielle Unterstützung für Projekte und Organisationen ein, die Diskriminierung aufzeigen und MigrantInnen betreuen. Der Antirassismus-Verein ZARA mache rassistische Vorkommnisse in seinen Berichten sichtbar. Für die Fortführung der Arbeit des Vereins seien aber finanzielle Mittel nötig. Dasselbe gelte für FEMQUA, einer Ausbildungsinitiative für Migrantinnen, die unter Gewalt in der Familie leiden. Durch Qualifizierung soll den Frauen der Weg in die Eigenständigkeit eröffnet werden. Wie es mit dem Projekt weitergeht ist allerdings offen - die Antwort des Frauenministeriums, ob es für heuer eine Förderung für die Weiterführung der FEMQUA-Kurse geben wird, ist seit September ausständig.

ÖGB, 13. April
2005
Nr. 208

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