"Ablasshandel" in der Volkshochschule Hietzing

Wien (OTS) - Die Installation "Indulgentia" ist eröffnet und bis
8. Mai können Interessierte sich ihren Ablass holen. In der katholischen Kirche kann jedes Kirchenmitglied durch Erfüllung bestimmter Leistungen (gute Werke und Gebete) erreichen, dass ihm die Kirche "zeitliche Sündenstrafen" (das sind Strafen, die von der Kirche verhängt werden können und entweder auf Erden oder im Fegefeuer abgebüsst werden) erlässt. Indulgentia (Ablass) ist vielleicht aus der Mode gekommen und der Nationalsozialismus war kein Sünde, aber wie ist es mit dem Umgang mit NS-Straftätern nach dem Krieg? In der Volkshochschule ist Wissen der bessere Ablass.

Die Basis für diese Installation und die Veranstaltung liefert die Dokumentation von Hellmut Butterweck "Verurteilt und begnadigt", erschienen im Czernin Verlag, der umfangreichsten und detailreichsten Studie über die NS-Prozesse nach 1945. "Österreichs Nachkriegsjustiz hatte nicht nur vor dem Volk, in dessen Namen sie agierte, sondern auch vor den ihrem Spruch Unterworfenen die Pflicht, zwischen den Delikten, mit denen sie konfrontiert war, zu differenzieren. Mit den Begnadigungen stahl sie sich aus dieser Pflicht. Sie stellten die Unausgewogenheit der Urteile noch weit in den Schatten, hoben die Unterscheidung zwischen Gesinnungsdelikten und gemeinen Verbrechen wieder auf und wurden zum Verrat an all jenen Richtern, die sich jahrelang um Gerechtigkeit bemüht hatten." (Hellmut Butterweck Verurteilt & begnadigt. Österreich und seine NS-Straftäter. Euro 29; ISBN 3-7076-0126-9)

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