- 13.04.2005, 09:40:36
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Morgen, vor 60 Jahren: 14. April 1945
Wien (OTS) - Im Gedenken an die Geschehnisse der letzten Tage des
Zweiten Weltkrieges, vom erstmaligen Betreten Wiener Bodens durch
sowjetische Truppen am 6. April bis zur Ausrufung der Zweiten
Republik am 29. April im Roten Salon des Wiener Rathaus, erinnert bis
29.4. die rathaus korrespondenz täglich an die wichtigen Vorkommnisse
jener Tage. Die chronologische Textsammlung ist unter der "rathaus
korrespondenz im Rückblick" abrufbar(
http://www.wien.gv.at/ma53/45jahre/ ).
Der deutsche Wehrmachtsbericht meldet: "Die Restbesatzung von
Wien kämpft auf dem Westufer der Donau standhaft und tapfer gegen die
bolschewistische Übermacht." Tatsächlich geht an diesem Tag der
letzte deutsche Widerstand im Bereich zwischen Stammersdorf und
Lang-Enzersdorf zu Ende. Sowjetische Truppen erreichen das Ölgebiet
von Zistersdorf, Deutschland verliert damit die letzten Ölreserven. -
In Linz verkündet der Gauleiter von Oberdonau, wie Oberösterreich
damals heißen musste, Eigruber: "Oberdonau wird gehalten, der Führer
kann sich auf uns verlassen." Die in Linz erscheinende
"Oberdonau-Zeitung/Tages-Post" berichtet über Hinrichtungen. - Im
Wiener Rathaus beraten Sozialdemokraten und Revolutionäre Sozialisten
über die Parteigründung. Dr. Adolf Schärf vermittelt zwischen den
beiden Gruppen, zwischen denen vorerst starke Spannungen auftreten.
Schließlich einigt man sich darauf, eine neue Partei mit dem Namen
"Sozialistische Partei Österreichs" zu gründen und dem Parteinamen in
Klammer "Sozialdemokraten und Revolutionäre Sozialisten" beizufügen.
Tatsächlich bleiben noch viele Monate zwei getrennte Fraktionen
bestehen, die eigene Sitzungen abhalten und Beschlüsse fassen. Es
wird vorläufig kein Parteivorsitzender gewählt. Man hofft auf die
baldige Rückkehr von Karl Seitz, Parteivorsitzender und Bürgermeister
bis 1934, den die Gestapo ins KZ Ravensbrück verschleppt hatte. - In
Wien wüten nach wie vor zahlreiche Brände. In manchen Bezirksteilen
ist nun auch die Wasserversorgung ausgefallen. Viele Menschen irren
oft stundenlang mit Kübeln umher, bis sie Wasser bekommen. - Eine
Abordnung hoher sowjetischer Offiziere legt bei den Musikergräbern
auf dem Zentralfriedhof (Beethoven, Schubert, Johann Strauß) Kränze
nieder. (Schluss) red
OTS0043 2005-04-13/09:40
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