• 12.04.2005, 12:34:52
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  • OTS0136 OTW0136

WWTF "Mathematik und ..." Projektcall: 4,19 Mio. Euro Fördersumme

Förderungen für neun innovative Projekte

Wien (OTS) - Die Mathematik ist ein wesentliches,
wissenschaftliches Stärkefeld in Wien und auch wichtiger Impulsgeber
für andere Forschungsbereiche. Der WWTF-Vorstand beschloss in seiner
Sitzung am 18. März 2005, die Wiener angewandte Mathematik zu stärken
und vergab neun Projekte mit insgesamt 4,19 Mio. Euro Fördersumme. Im
Pressegespräch des Bürgermeisters am Dienstag wurden die geförderten
Projekte vorgestellt. Bürgermeister Dr. Michael Häupl betonte, die
Bedeutung dies Projektcalls für den Wirtschafts- und
Wissenschaftsstandort Wien.

Wien verfügt über eine ganze Reihe von exzellenten
Mathematikern. Mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit geben sie anderen
Forschungsgebieten notwendige Impulse und helfen in
interdisziplinären Projekten. Der breiten Öffentlichkeit ist die
Bedeutung der Mathematik als unverzichtbarer Partner anderer
Wissenschaftsbereiche und die internationale Reputation der Wiener
Mathematik allerdings nur unzureichend bekannt. Der WWTF (Wiener
Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds) hat zur Förderung
der Mathematik in ihrer Kooperation mit anderen Wissenschaftsgebieten
einen Projektcall "Mathematik und ..." durchgeführt. Zwei
Zielsetzungen standen dabei im Vordergrund:

o Wien als Stadt der Mathematik international noch sichtbarer zu
  positionieren und
o das Anwendungs-Potenzial von mathematischen Methoden für
  komplexe Problemlösungen auszuschöpfen.

Der interdisziplinäre Ansatz und das Kooperationskriterium waren
besonders wichtig, um innovative mathematische Methoden weiter zu
entwickeln, die in anderen Wissenschaftsdisziplinen zu einsetzbaren
Problemlösungen führen und somit mittelfristige Anwendungs-Potenziale
aufweisen. Der WWTF war dabei offen für alle Wissenschaftsgebiete.
Dementsprechend gab es bei den 45 eingereichten Projektanträgen, und
in der Folge bei den neun genehmigten Projekten, eine bunte Mischung
aus ganz verschiedenen Bereichen:

Drei der genehmigten Projekte stammen aus den
Wirtschaftswissenschaften:

o Georg Pflug mit der Simulierung und Optimierung des
  Risikomanagements für die Energiewirtschaft
o Walter Schachermayer mit mathematischer Analyse von
  Kreditrisiken
o Alfred Taudes mit mathematischer Modellierung der "Supply Chain"

Drei Projekte sind den Life Sciences zuzuordnen:

o Peter Schuster mit der Modellierung von biologischen und
  chemischen Reaktionsnetzwerken
o Reinhard Bürger mit mathematischer Betrachtung von
  Evolutionsprozessen
o Christian Schmeiser mit der mathematischen Modellierung von
  Zellbewegungen

Zwei Projekte kommen aus dem IKT-Bereich:

o Thomas Zemen mit der mathematische Analyse von Mehrfachantennen-
  Systemen
o Karlheinz Gröchenig mit der mathematischen Analyse für eine
  verbesserte drahtlose Kommunikation

Ein Projekt kommt aus dem Bereich Physik/Nanotechnologie:

o Prof. Norbert Mauser mit der Betrachtung von ultraschnellen
  Eigenschaften von Materialien auf der Nanoskala

Die Ausschreibung hat somit ihre beabsichtigten Ziele erreicht.
Der Wettbewerb war sehr stark, nur jedes fünfte eingereichte Projekt
konnte gefördert werden. Eine hochkarätig besetzte, internationale
Jury unterbreitete auf Basis eines weltweiten Begutachtungssystems
dem Vorstand ihre Empfehlungen. Neben der wissenschaftlichen Qualität
des Antragsstellers und der Projektidee zählten auch die
mittelfristigen Anwendungs-Potenziale. Auf Vorschlag des Kuratoriums
folgte der Vorstand des WWTF in seiner Sitzung vom 18. März den
Empfehlungen dieser internationalen Jury und genehmigte die neun zur
Förderung vorgeschlagenen Projekte mit einer Fördersumme von 4,19
Euro Mio.

Der WWTF und Mathematik

Nach "Life Sciences" und "SciENCE for creative industries" hat
der WWTF nach umfangreichen Standortanalysen der wissenschaftlichen
Landschaft seinen dritten Projektcall im Stärkefeld der Mathematik
durchgeführt. Der Wissenschaftsstandort Wien hat hier nicht nur eine
ehrenvolle Tradition, sondern ist auch heute Lebens- und
Forschungsmittelpunkt vieler exzellenter WissenschaftlerInnen. So
gingen beispielsweise zahlreiche FWF-Großförderungen und -preise in
den letzten Jahren an Wiener MathematikerInnen. Weiters zeigen
Analysen von internationalen Publikations-Datenbanken die große
internationale Bedeutung der Wiener MathematikerInnen.

Der Mathematik haftet ja oftmals das Vorurteil der
"Elfenbeinforschung" und "Hilfswissenschaft" an. Zusätzlich können
viele ihre "traumatischen" Schulerlebnisse nicht vergessen. In den
letzten Jahren haben sich aber die breiten angewandten
Einsatzmöglichkeiten von mathematischen Methoden eindrucksvoll
durchgesetzt. Von der Modellierung von Markt- und Kreditrisiken im
Finanzbereich bis zu innovativen Simulationen von Strömungsvorgängen
und der Optimierung von Routingprozessen im Internet oder
Mobilfunknetz ist eine breite Palette von Problemlösungen durch den
Einsatz mathematischer Modellierungen möglich.

Die Förderung interdisziplinärer und angewandter
wissenschaftlicher Projekte im Bereich der Mathematik - wie sie im
WWTF-Programm erfolgt - ist für die wissenschaftliche Landschaft eine
Neuheit. Es gibt international kaum ein vergleichbares Programm.
Diese "Eigenentwicklung" des WWTF hat somit auch zu einer starken
Resonanz in Form von 45 Projektanträgen und einem intensiven
Wettbewerb geführt. Die wissenschaftliche Breite der
WWTF-Einreichungen war dabei ebenso beeindruckend wie die Qualität
der Projekte.

Die internationale, hochkarätig besetzte Jury des WWTF
gewährleistete einen transparenten Prozess mit hoher Qualität. Den
JurorInnen standen zusätzlich 134 Fachgutachten von internationalen
ExpertInnen zur Verfügung. Als Juryvorsitzender konnte Prof. Helmut
Neunzert aus Kaiserslautern gewonnen werden, der das dortige
Fraunhofer Institut für angewandte Mathematik aufgebaut hat, das über
Jahresbudget von 10 Mio. Euro verfügt (5 Mio. Euro kommen von
Aufträgen aus der Wirtschaft). Die weiteren Jurymitglieder waren:

o Prof. Thomas Björk (Stockholm School of Economics), voting
o Prof. Sebastian Bonhoeffer (ETH Zurich), voting
o Prof. Peter Flaschel (Bielefeld University, Department of
  Economics), voting
o Prof. Albert Gilg (Siemens AG München), voting
o Prof. Martin Grötschel (TU Berlin), voting
o Dr. Thomas Oliva (Industriellenvereinigung Wien), non-voting
o Prof. Hilary Ockendon (Oxford Centre for Industrial & Applied
  Mathematics), voting
o Prof. Arnold Schmidt (Technische Universität Wien), non-voting
o Prof. Gunnar Sparr (Universität Lund), voting
o Prof. Barbara Sporn (Wirtschaftsuniversität Wien), non-voting

Allgemeine Informationen:

o Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds:
  http://www.wwtf.at/

(Schluss) red

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Wiener Wissenschafts-, Forschungs-
und Technologiefonds (WWTF)
1090 Wien, Währingerstraße 3/15a
Tel.: 01 402 31 43
Dr. Michael Stampfer
mailto:[email protected]
Mag. Klaus Zinöcker
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

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