- 08.04.2005, 10:22:33
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Der U2-Tunnel sagt "servus"
Durchstich in die Leopoldstadt ab Montag
Wien (OTS) - Die Arbeiten an der U2 treten im Abschnitt des
Donaukanals in eine wichtige Phase. Mit der Fertigstellung der
Außenschale der Stationsröhre der U2/1 am Montag, den 11. April wird
ein wichtiger Schritt in Richtung Fertigstellung der U-Bahn bis zur
Fußballeuropameisterschaft 2008 gemacht. Dann ist ein erster Blick
vom 1. in den 2. Bezirk möglich. Die Tunnelvortriebsarbeiten der 1.
Röhre können im Schutze einer Baugrundvereisung vorerst abgeschlossen
werden.
Der Bauabschnitt U2/1 Schottenring gehört zu den technisch
anspruchsvollsten U-Bahn-Bau-Projekten, die unter der
Beratungstätigkeit der MA 29 -Brückenbau und Grundbau durchgeführt
werden. Bei diesem Projekt handelt es sich um die derzeit größte
Vereisung in Europa, was das rege Interesse von Besuchern aus aller
Welt zeigt. Das Herzstück des Bauabschnittes stellt die unter dem
Donaukanal neu zu errichtende Station Schottenring dar. Dabei werden
die Tunnelröhren im Schutze eines Vereisungsrings hergestellt. Im
Rahmen der Tunnelvortriebe wird nicht nur der Donaukanal unterfahren,
sondern auch die denkmalgeschützte Kaiserbadschleuse. Ziel der
Vereisung war es, Wasserzutritte vom darüber liegenden Donaukanal zu
verhindern, damit es während der Arbeiten im Tunnel zu keinem
Wassereinbruch kommt. Im Schutze des hart gefrorenen, aber damit
trockenen und standfesten Bodens, werden die Tunnelvortriebsarbeiten
der ersten Röhre bereits nächste Woche abgeschlossen sein. Im
Anschluss daran starten die Vortriebsarbeiten der zweiten Röhre.
Europas größte Vereisungsbaustelle unter dem Donaukanal
Die Vereisung erfolgte dabei in zwei Phasen. Zuerst wurde der
Boden unter dem Donaukanal im oberen Bereich des Tunnels
"Schockgefroren". Die Kälte wurde dabei mit flüssigem Stickstoff in
tiefkaltem Zustand über ein geschlossenes Rohrsystem in den Boden
eingeleitet. Der flüssige Stickstoff, der eine Temperatur von Minus
196 Grad Celsius hat, entzog dem Boden Wärme und kühlte ihn ab. Die
Temperatur im Erdreich sank dabei auf Minus 10 Grad Celsius und das
Erdreich begann zu gefrieren. In der zweiten Phase erfolgte dann die
dauerhafte Vereisung rund um den Ausbruchsquerschnitt mit einer
speziellen Salzlösung (Sole). So entstand ein Eisring um den
geplanten Ausbruch der Stationsröhre. Als der Ring eine Stärke von
zwei Metern erreicht hatte, konnte mit dem Tunnel-Vortrieb begonnen
werden. In ca. 1 Monat hatte man eine Strecke von 70 m unter dem
Donaukanal gegraben.
Die Stationsröhren selbst werden nach der in Österreich
entwickelten "Neuen Österreichischen Tunnelbaumethode (NÖT)"
errichtet. Bei dieser Baumethode wird der Boden mit einem
Tunnelbagger Schritt für Schritt abgebaut und jede Schicht sofort mit
Spritzbeton, stählernen Gitterträgern und Baustahlgitter gesichert.
Diese äußere Tunnelschale ist rund 35 Zentimeter dick. Sie wird
zusätzlich mit einer 40 Zentimeter starken Innenschale aus
wasserdichtem Beton ausgestattet.
Bis die Außenschale tragfähig ist, bildet der zwei Meter dicke
Eisring den statisch tragenden Bauteil. Danach dient er als
Dichtkörper, bis die wasserdichte Innenschale erstellt ist.
rk-Fotoservice: http://www.wien.at/ma53/rkfoto/
(Schluss) wur
OTS0060 2005-04-08/10:22
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