• 08.04.2005, 10:05:47
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Erster Band der Werksausgabe Viktor Frankl erschienen

Wien (OTS) - Der erste Band der Werksausgabe Viktor Frankl ist im
Böhlau Verlag erschienen. Er wurde in der Vorwoche im Rahmen der
Wiener Vorlesung anlässlich des 100. Geburtstages Frankls, des
wirkungsreichen Professors für Neurologie und Psychiatrie und
Begründers der Logotherapie und Existenzanalyse präsentiert. Die
Werksausgabe, die von der Kulturabteilung der Stadt Wien gefördert
wird, wird von Dr. Alexander Bathyany, Dr. Eugenio Fizzotti und
Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Biller herausgegeben. Der erste Band der
auf zwölf Bände ausgelegten Werksausgabe ist im Handel erhältlich und
kostet 29.90 Euro.****

Die Wiener Vorlesung, bei der der Band vorgestellt wurde, war -
neben einer Ausstellung über Leben und Werk Frankls in der ehemaligen
Poliklinik und dem Internationalen Kongress für Logotherapie und
Existenzanalyse "Der Wille zum Sinn" - Teil eines Schwerpunktes im
Gedenken an Frankl, der auch Ehrenbürger der Stadt Wien war. Die
Veranstaltungen wurden von der Stadt Wien substantiell unterstützt.

Bei der Wiener Vorlesung zum 100. Geburtstag Frankls, bei der
1000 BesucherInnen den Festsaal des Rathauses füllten, hob
Univ.-Prof. Dr. Hubert Christian Ehalt hervor, dass die Bücher Viktor
Frankls, die in viele Sprachen übersetzt wurden, sehr vielen Menschen
Anstöße und Impulse bei der Bewältigung von Problemen und zu einer
neuen Sicht der Welt gegeben haben. "Mit seinem Buch '...trotzdem Ja
zum Leben sagen' - Man's search for meaning, von dem in vielen
Auflagen über 9 Millionen Exemplare erschienen sind, hat Viktor
Frankl eine wichtige und wirksame Reflexion und gültige Antworten auf
die Fragen gegeben, die uns das Zeitalter der Extreme, wie Eric
Hobsbawm das 20. Jahrhundert nennt, stellt", so Ehalt.

Die Stadt Wien arbeitet insbesondere im Rahmen des von ihr ins
Leben gerufenen und dotierten "Viktor Frankl Fonds der Stadt Wien zur
Förderung einer sinnorientierten humanistischen Psychotherapie" eng
mit der Familie Frankl zusammen. Neben Bürgermeister Dr. Michael
Häupl, Kultur- und Wissenschaftsstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny
und Generalsekretär Univ.-Prof. Dr. Hubert Christian Ehalt stellen
die Witwe Eleonore Frankl, die Tochter Dr. Gabriele Vesely-Frankl und
der Schwiegersohn Univ.-Prof. Dr. Franz Vesely den Vorstand des
Fonds.

Alexander Vesely, Enkelsohn Viktor Frankls, gestaltete zwei sehr
eindrucksvolle persönliche Filmporträts über Viktor Frankl, die von
Mag. Katharina Ratheiser, Enkeltochter Frankls kommentiert und
präsentiert wurden. Prof. Franz Vesely sprach über die Intentionen
des Viktor Frankl Instituts.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde der Große Preis des Viktor
Frankl Fonds an Jürgen Kriz, Professor für Psychotherapie und
klinische Psychologie der Universität Osnabrück, vergeben, dessen
Arbeit von Univ.-Prof. Dr. Giselher Guttmann, dem langjährigen
Ordinarius für Psychologie an der Universität Wien, gewürdigt wurde.

Univ.-Prof. Dr. Jürgen Kriz und Univ.-Prof. Dr. Lüder Deecke,
Leiter der Abteilung für Klinische Neurologie der Medizinischen
Universität Wien und AKH Wien, befassten sich in ihren Vorträgen mit
der Frage, inwieweit sinnorientiertes Wollen und Handeln Ausdruck der
Hirnphysiologie und inwieweit es kulturelle Gestaltungsleistung ist:
der Mensch zwischen Natur und Kultur. Die anschließende sehr lebhafte
Diskussion, die von Prof. Guttmann geleitet wurde, kam zu dem
Ergebnis, dass es wohl für Sinn- und Wertorientierung und für
willensbezogene Handlungen verantwortliche Hirnregionen gibt, dass
aber das Wollen und Schaffen sinnorientierter Zusammenhänge immer
eine kulturelle Leistung darstellt. (Schluss) gab

OTS0049    2005-04-08/10:05

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

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