- 05.04.2005, 12:01:50
- /
- OTS0140 OTW0140
Rieder: Aufbruchstimmung bei Wiens Kreativen
"departure" - Bilanz; Ab 2006: Know how- und Serviceoffensive für junge, wilde Kreative
Wien (OTS) - "21 geförderte Projekte aus den Bereichen Mode,
Musik, Design und Multimedia, 120 neue bzw. gesicherte,
hochqualifizierte Arbeitsplätze und fast 7 Millionen Euro ausgelöstes
Investvolumen im sensiblen Kulturbereich: Das sind die Eckdaten der
ersten Jahresbilanz (2004) von departure, der ersten österreichischen
Fördergesellschaft für Creative Industries", erklärte Finanz- und
Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Sepp Rieder beim Mediengespräch
des Bürgermeisters gemeinsam mit Norbert Kettner, Geschäftsführer von
departure.
"Wir haben mit diesem Förderprogramm für die Wiener Creative
Industries Standards gesetzt, um die uns andere europäische
Metropolen beneiden. Die ersten Resultate zeigen, dass durch den
Einsatz des richtigen Förderinstrumentariums eine neue Form des
Zusammenwirkens von Wirtschaft und Kultur und damit neue ökonomische
Potenziale für Wien erschlossen werden konnten. Mit departure haben
wir für optimale Rahmenbedingungen gesorgt, damit sich Wiens Kreative
im Wirtschaftsleben der Stadt nachhaltig positionieren können", so
Rieder weiter.****
Neue Ideen: "Für 2006 bereiten wir bereits den weiteren Ausbau
der Creative-Industries-Förderung vor. Neben der bewährten monetären
Förderung wollen wir speziell für die 'jungen, wilden Kreativen'
Wiens ein maßgeschneidertes Know-how und Servicepaket anbieten.
Geplant ist, international anerkannte Experten zu engagieren, um
ausgewählte junge Talente in allen wirtschaftlichen und inhaltlichen
Fragen zu beraten", kündigte Rieder an. "Unser Ziel ist es, einer
ganzen neuen Generation von jungen, international agierenden
Kreativen dieser Stadt eine Startrampe zum Erfolg zu bauen".
Auch 2005 läuft das Förderprogramm auf vollen Touren. Beim
derzeit aktuellen - heuer bereits zweiten für alle Themen offenen
Förderdurchgang - können noch bis 27. Juni Projekte an der
Schnittstelle zwischen Kunst, Kultur und Wirtschaft eingereicht
werden. Insgesamt stehen für heuer 2,5 Millionen Euro an Fördermittel
zur Verfügung.
Kettner: Ein Fördereuro bringt vier Euro an Investitionen
"Der ökonomische Effekt für den Wirtschaftsstandort Wien ist
außergewöhnlich", erläutert Norbert Kettner: "Beim departure-Programm
bewirkt nach Meinung von Wirtschaftsexperten ein Fördereuro
Investitionen von bis zu vier Investeuros. Privates Geld wird damit
zugeschossen. Im Falle von departure bedeutet dies, dass wir bereits
im ersten Jahr unserer Arbeit mit den ersten drei Förderdurchgängen
mit einem Förderbudget von 1,7 Millionen Euro im Jahr 2004 ein
Investitionsvolumen von rund 7 Millionen Euro bewirkt haben.
Gleichzeitig wurden nachhaltige Beschäftigungseffekte und qualitativ
hochwertige Betriebsentwicklungen im Bereich Creative Industries in
Wien erreicht. Damit haben wir bewiesen, dass Kultur und Wirtschaft
in der postmodernen Gesellschaft durchaus miteinander kompatibel
sind, man muss nur mit gezielten wirtschaftspolitischen Maßnahmen und
Förderprogrammen Bedingungen schaffen, dass auch mit kreativen Ideen
Geld zu verdienen ist", betont Kettner.
Strenge Qualitätskriterien gewährleisten hohe Wertschöpfung
departure konzentriert sich in seiner Arbeit auf die Förderung
kreativer Ideen in den Bereichen Mode, Musik, Design und Multimedia
zur Entwicklung wirtschaftlich nachhaltiger Projekte am Standort
Wien. Im ersten Jahr (2004) wickelte departure drei Förderdurchgänge
ab - zwei offene Förderprogramme (F.0401, F.0402) und ein spezielles
Themenprogramm ("music to sell"). Die eingesetzten Fachjurys, die
neben den Kriterien Kreativität und wirtschaftliche Plausibilität
auch die Nachhaltigkeit zu prüfen haben, legen sehr strenge Maßstäbe
an. Insgesamt wurden von 126 eingereichten Projekten 21 gefördert,
denen etwas mehr als 1,7 Millionen Euro zugesprochen wurden. 11% der
eingereichten Projekte betrafen Design, 10% Mode, 22% Multimedia und
25% Musik, der Rest betraf themenübergreifende Projekte.
Beim letzten offenen Förderprogramm F.0402 des Jahres 2004 hatte
die Jury 44 eingereichte Projekte zu beurteilen, 8 erhielten
Förderzusagen mit einer Gesamtförderungssumme von 518.966,- Euro. Die
durchschnittliche Förderquote beträgt 49%, die restlichen Mittel
haben die Förderungswerber selbst aufzubringen. Auch bei den anderen
beiden Calls wurde hart selektiert: Im Rahmen des ersten offenen
Förderprogramms F.0401 erhielten von 46 Einreichungen lediglich 6
Fördermittel, und beim speziellen Call "music to sell" gab es 36
Einreichungen mit 7 Förderzusagen.
Das Förderprogramm 2005 ist in vollem Gange: Mitte März war die
Einreichfrist für das erste offene Programm F.0501 zu Ende, in der
letzten Märzwoche begann F.0502, bei dem bis 27. Juni ausschließlich
über die Homepage http://www.departure.at/ eingereicht werden kann.
Die departure-Homepage dokumentiert auch alle geförderten Projekte
und gibt einen Einblick in die Arbeit der Wiener Creative Industries.
Mode, Musik, Multimedia und Design: Wiens Kreative starten
durch
Ein Blick auf den Querschnitt der Geförderten des ersten Jahres
zeigt ganz klar, dass in den Bereichen Mode, Musik, Design und
Multimedia ein enormes Potenzial vorhanden ist, das dem
Wirtschaftsleben Wiens neue Impulse geben kann. Dies zeigen die im
Rahmen des Mediengesprächs in Auswahl vorgestellten Projekte, wie
etwa die "Musiktankstelle Museumsquartier": Dieser erste
On-Demand-Music-Store Österreichs ermöglicht den Abruf
österreichischer Musik aus den Sparten Pop, Rock, Jazz und
Elektronik-Sounds in digitaler Form. Die Nutzungsrechte sind geklärt,
sodass ein CD-On-Demand-Versand ebenso möglich ist wie der Aufbau und
Betrieb einer spezialisierten Download-Plattform.
Im Design-Bereich wurde von departure René Chavannes Entwurf für
die Ge-staltung einer mobilen Bar für förderungswürdig befunden.
Damit sollen die Weiterentwicklung eines bereits mehrfach
ausgezeichneten Prototypen zur Serienreife, die Herstellung
funktionsfähiger Vorführmodelle sowie die Vorbereitung der
internationalen Vermarktung und die Ausarbeitung einer
Marketingstrategie ermöglicht werden.
Im Modebereich wurden zwei neue Projekte präsentiert und ein
Projekt, bei dem die Förderung durch departure bereits erste
sichtbare Erfolge gebracht hat: Das Projekt "art point international"
der gebürtigen Russin Elena Zvereva umfasst die Etablierung der
Modemarke "art point" auf dem europäischen Markt auf drei Ebenen:
durch verstärkte Präsenz auf den wichtigsten Modemessen Europas,
durch die Schaffung eines temporären österreichischen Showrooms
während der Pariser und Londoner Modemesse sowie die Erweiterung des
Labelangebotes durch die Schaffung einer Plattform für Online-Order.
Elena Zvereva betreibt seit Ende 2002 einen Geschäfts- und
Projektraum in Wien, seit Mai 2004 gibt es nach dem bereits 1998 in
Moskau eröffneten Geschäft einen dritten art point-Store in Berlin.
Das zweite Modeprojekt aus dem letzten Call betrifft den
Modedesigner Petar Petrov, der sich zunehmend zum internationalen
Shooting Star in Sachen Herrenmode entwickelt. Die
departure-Förderung zielt auf den Aufbau und Ausbau der Marke zum
international konkurrenzfähigen Label durch internationale
Präsentationen bei Modeschauen und verstärkte Medienarbeit.
Shooting Stars der Szene positionieren Wien als internationale
Modestadt und Designzentrum
Herausragendes Beispiel für die erfolgreiche Förderarbeit von
departure und den damit verbundenen Imagetransfer für Wien durch die
Creative Industries ist der internationale Erfolg des
Mode-Designerduos "Wendy & Jim". Sie sorgten mit einem Auftritt bei
der Pariser Prêt-à-Porter und mit der Eröffnung eines eigenen Outlets
in Tokio für internationales Aufsehen und positionieren Wien damit
als Modestadt, Designzentrum und junge Metropole. Das Medienecho auf
die Aktivitäten von Helga Schania und Hermann Fankhauser, die sich
hinter dem Label Wendy & Jim verbergen, ist jedenfalls beeindruckend:
Die renommierte "Liberation" widmete den beiden im Winter 2004 im
"style special" ebenso eine große Bildreportage wie das spanische
Magazin "suite" oder die international renommierte "fashion", und
auch die Beilage "jetzt:" in der "Süddeutschen Zeitung" konnte und
wollte nicht an den beiden vorbeigehen. In Japan haben Wendy & Jim
beinahe schon Kult-Status, wie die japanischen Ausgaben von Harper's
Bazar belegen. (Schluss) gaw/nk
OTS0140 2005-04-05/12:01
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK






