ÖMS: 'Peering Point ist der wahre Kostentreiber bei der e-card'

Das lückenlose Kontrollsystem für Ärzte und Patienten, das im Zuge der e-card installiert wird, ist nicht nur unnötig, sondern auch extrem teuer.

Wien (OTS) - Vergangenes Wochenende wurde bekannt, dass die österreichische Ärztekammer einen sofortigen Stop des Rollouts der e-card verlangt. Der Grund dafür ist angeblich das Fehlen von Rahmenbedingungen für die Verträge zwischen Ärzten, Telekombetreibern und Softwarefirmen und die Preise für die EDV-Ausstattung. Klaus Propst, Präsident des neu gegründeten ÖMS, des Verbands der medizinischen Softwarehersteller Österreichs, glaubt nicht an diese Version: 'Nicht die EDV-Ausstattung ist extrem teuer, sondern die Errichtung eines lückenlosen Kontrollsystems für Ärzte und Patienten über den Peering Point. Hier wird offenbar versucht, die Softwarefirmen als Sündenbock zu missbrauchen - für Kosten, die wir überhaupt nicht verursachen. Dagegen wehren wir uns.'

Propst vermutet, dass der Peering Point die wahre Ursache des jüngsten Streits zwischen Hauptverband und Ärztekammer ist. 'Laut einer Information der Ärztekammer Niederösterreich fallen durch den Peering Point allein im ersten Jahr Kosten von 500.000 Euro an. Das ist immerhin ein Sechstel jener Summe, die der Hauptverband den Ärzten für die e-card versprochen hat. Und hier kann ich den Protest der Ärzte schon verstehen: Warum sollen sie für ein System zahlen, das die meisten von ihnen überhaupt nicht wollen?'

Überhaupt schätzt Propst, dass die Kosten für den Peering Point viel höher sein werden als die bereits zugegebenen 500.000 Euro. 'Wir verlangen daher vom Hauptverband eine Kostenaufstellung über die tatsächlichen Kosten des Peering Points. Es ist untragbar, dass die Versicherten für ein System zahlen, das niemand braucht und das dem Datenmissbrauch Tür und Tor öffnet.'

Außerdem fordert der ÖMS eine Offenlegung der Knebelverträge der Telekombetreiber UTA und Telekom Austria. Sie allein dürfen derzeit die ADSL-Leitungen zu den Ärzten legen, andere Festnetzanbieter sind nicht zugelassen. Und gerade durch diesen fehlenden Wettbewerb würde sich die e-card noch mehr verteuern, kritisiert Propst: 'Wir stehen vor der grotesken Situation, dass die extreme Verteuerung der e-card hausgemacht ist. Denn die von Hauptverband und Ärztekammer gemeinsam gegründete Peering Point GmbH schafft ein Monopol und verhindert jeglichen Wettbewerb. Es ist zu befürchten, dass es hier um Freunderlwirtschaft im großen Stil geht - denn mit ökonomischer Vernunft hat dieses Projekt nichts zu tun.' Der ÖMS verlangt jetzt von der Ärztekammer, die Ärzte über den Peering Point umfassend zu informieren. Der Präsident des ÖMS: 'Die Ärzte sollen wissen, worauf sie sich einlassen: Der Peering Point bringt nicht nur ein lückenloses Überwachungssystem, sondern auch höhere Kosten durch ein neu geschaffenes Monopol. Die Ärzte werden dadurch regelrecht entmündigt.'

Rückfragen & Kontakt:

Alexander Foggensteiner
Pressesprecher ÖMS
Mobil: 0664-14 47 947
office@foggensteiner.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FGG0001