ÖAMTC: Jeder Pkw-Kilometer kostet im Schnitt 46,2 Cent - Kilometergeld dringend erhöhen

Club startet Unterschriftenaktion, um längst überfällige "Inflationsbereinigung" einzufordern

Wien (ÖAMTC-Presse) - "462 Euro kostet ein durchschnittlicher Pkw monatlich. Jeder einzelne gefahrene Kilometer kommt auf 46,2 Cent", weiß ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brugger-Brandau. Basis dieser Berechnung mit "Auto-Info", dem elektronischen Autokauf-Berater des ÖAMTC, sind die 25 meistverkauften Pkw, fünf Jahre Nutzung und 12.000 Jahreskilometer. "Das macht deutlich, dass das derzeitige Kilometergeld von 36 Cent fern der Realität ist. Zeitgemäß und den gestiegenen Autokosten entsprechend, muss der Satz endlich auf 45 Cent angehoben werden", fordert die Club-Expertin. Der ÖAMTC hat jetzt auf seiner Homepage unter http://www.oeamtc.at/ eine "virtuelle Unterschriftenaktion" gestartet, um die Erhöhung des Kilometergelds einzufordern.

"Jeder Autofahrer, der sich ärgert, weil er ständig draufzahlt, sollte die Forderung des ÖAMTC unterstützen," appelliert Brugger-Brandau. "Die Bundesregierung vernachlässigt seit Jahren die Interessen der Bürger, die ihr Kraftfahrzeug beruflich nutzen. Diese Ungerechtigkeit lässt sich der ÖAMTC nicht länger gefallen." Die Unterschriftenaktion zur Kilometergeld-Erhöhung läuft ab sofort bis 10. Juni 2005.

Vor allem Kilometergeld-Fahrer ärgern sich über die hohen Autokosten

Von 1.000 befragten Autofahrerinnen und Autofahrern beziehen elf Prozent Kilometergeld, ist eine der Aussagen der aktuellen "Autokosten"-Umfrage des ÖAMTC. Sechs von zehn Kilometergeld-Fahrern ärgern sich über die hohen Autokosten. Verglichen mit dem Durchschnitt aller Autofahrer ist bei ihnen der Ärgergrad noch größer. Interessantes Detail: Besonders in Orten unter 5.000 Einwohnern gibt es viele Kilometergeld-Bezieher. "Das sind Menschen, die wegen der oft schlechten öffentlichen Verbindungen im Job auf das Auto angewiesen sind", erklärt Brugger. "Vor allem die Kleinverdiener, die ihr Auto beruflich nutzen müssen, trifft der niedrige Kilometergeld-Satz doppelt."

Die ÖAMTC-Expertin kann den Ärger der Betroffenen gut verstehen:
"Es handelt sich beim Kilometergeld um eine Rückerstattung der Kosten, die dem Autofahrer wegen der Verwendung seines privaten Fahrzeugs für Zwecke des Dienstgebers vorweg angefallen sind. Faktum ist, dass die Autofahrer für einen immer größer werdenden Anteil selbst aufkommen müssen."

Belastung seit der letzten Kilometergeld-Anhebung 1997 ist enorm gestiegen

Einen weiteren Nachweis, dass das Kilometergeld schlichtweg zu niedrig ist, liefert die Langzeit-Tabelle der hochgerechneten Autokosten-Indices ab dem Basisjahr 1976: Seit damals sind die Pkw-Kosten um 153,3 Prozent gestiegen, aber der Kilometergeld-Satz ist nur um 79,5 Prozent angehoben worden.

In den 70er-Jahren wurde das Kilometergeld anhand der damaligen defacto Autokosten bzw. Preise für Auto-Nutzung festgelegt. Um eine Art "Inflationsbereinigung" einzubauen, ist vereinbart worden, die Erhöhungen des Kilometergeld-Satzes an die Entwicklung des sogenannten Autokosten-Index (heute: Preisindex für den privaten Pkw-Verkehr) zu knüpfen. Vor dem Jahr 1997 ist dieser Index immer angepasst worden. Und zwar dann, wenn seit der vorigen Kilometergeld-Erhöhung der Index um mehr als sieben Prozent angestiegen ist. "Trotz wiederholter Urgenzen des ÖAMTC ist das Kilometergeld dann faktisch auf 36 Cent pro Kilometer eingefroren worden", kritisiert Brugger-Brandau. Der letztgültige Pkw-Index für Februar 2005 beweist, dass die Belastung für Autofahrer seit der letzten Kilometergeld-Anhebung 1997 um mehr als 17 Prozent angestiegen ist.

"Die Erhöhung des Kilometergelds ist mehr als überfällig", beharrt die ÖAMTC-Expertin. "Gleiches gilt für das Pendlerpauschale, weil viele Menschen ihr Auto für die Fahrt an den Arbeitsplatz mangels Alternativen benötigen."

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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