Steirische Landwirtschaft setzt auf Gentechnik-Freiheit

Wlodkowski: Aktiver Dialog mit heimischen Konsumenten notwendig

Graz (AIZ) - "Die steirischen Bauern produzieren gentechnikfrei
und wollen dies auch nach außen hin dokumentieren. Ab Ende März stellen sie auf ihren Äckern und Feldern etwa 4.000 Feldtafeln und zahlreiche Transparente auf, um Öffentlichkeit und Konsumenten über den Gentechnik-Verzicht zu informieren", berichtete heute Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Wlodkowski in einem Pressegespräch. "Obwohl weltweit der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen im Vormarsch ist, stellen wir die Weichen für eine gentechnikfreie Landwirtschaft. Gentechnik bringt der bäuerlichen Landwirtschaft in der Steiermark keine Vorteile", unterstrich der Präsident.

Start einer österreichweiten Aktion

Auf den leuchtend gelben Feldtafeln und Transparenten ist der Slogan: "Wir sind so frei und wachsen ohne Gentechnik" zu lesen. Diese Aktion läuft bundesweit und startet Ende März. In ganz Österreich stehen dann auf den Äckern und Wiesen rund 20.000 Schilder.

"Mit dieser Aktion treten wir in einen aktiven Dialog mit den Konsumenten und der Öffentlichkeit. Wir zeigen auf, dass die heimischen Bauern mit dem Gentechnik-Verzicht einen sehr verantwortungsbewussten Weg gehen. Weiters weisen Biobauern und konventionell wirtschaftende Betriebe darauf hin, dass sie Lebensmittel höchster Qualität herstellen", erläuterte Wlodkowski. Außerdem solle damit in der Öffentlichkeit die Diskussion über den hohen Wert der heimischen Lebensmittel fortgesetzt werden.

Für strenges Gentechnik-Gesetz

Der steirische Landwirtschaftskammerpräsident tritt auch für ein strenges Gentechnik-Vorsorgegesetz in der "grünen Mark" ein: "Heikle Fragen wie das Nebeneinander von gentechnikfreier und Gentechnik-Landwirtschaft sowie die dazugehörigen Haftungsfragen müssen in diesem Gesetz so geregelt werden, dass auf einen Gentechnik-Anbau von vornherein verzichtet wird", unterstützt Wlodkowski den eingeschlagenen Weg von Landesrat Johann Seitinger sowie die Forderung von Biobauern-Obmann Herbert Kain.

Seitinger: Steiermark muss gentechnikfrei bleiben

Seitinger unterstützte heute die Feldtafel-Aktion: "Bei dieser Kampagne können alle steirischen Bauern freiwillig ihren Verzicht auf den Einsatz von gentechnisch manipuliertem Saatgut beziehungsweise den Anbau von GVO-Pflanzen für die Lebensmittelproduktion erklären. Ein Genussland wie die Steiermark braucht keine Gentechnik", stellte der Landesrat fest. Nur so könne man sich von jenen Ländern abheben, die ihre Lebensmittelproduktion auf Masse ausrichten. Die Risiken des Gentechnik-Einsatzes in der Landwirtschaft seien von der Wissenschaft noch nicht ausreichend geklärt. Die Steiermark poche daher weiterhin auf ihr Selbstbestimmungsrecht zur Entscheidungsfreiheit der Anwendung von Gentechnik.

Zu den Schlüsselfragen - Koexistenz und Haftung - sagte Seitinger:
"Es muss uns gelingen, diejenigen bestmöglich zu schützen, die sowohl in der konventionellen als auch in der Biolandwirtschaft nichts mit Gentechnik-Aussaaten zu tun haben wollen. Alle Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Bestandteilen sind klar zu kennzeichnen, damit die Konsumenten auch nein zur Gentechnik sagen können."

In der Steiermark werde deshalb an einem strengen Gentechnik-Vorsorgegesetz gearbeitet, teilte der Landesrat mit. Ziel dieses Gesetzes sei es, dass sich der Ausbringer von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) einem unfangreichen, strengen behördlichen Bewilligungsverfahren unterziehen muss. Weiters werde die Einführung eines steirischen Gentechnik-Buches, in das die Bevölkerung Einsicht nehmen könne, installiert. Die Verhandlungen zum Gentechnik-Vorsorgegesetz würden derzeit im Landtag finalisiert. Darüber hinaus sei die Steiermark dem Netzwerk der EU-Regionen gegen Gentechnik beigetreten, so Seitinger.

Biobauern für strenges, steirisches Vorsorgegesetz

"Im Biolandbau ist der Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut und Futtermittel in der EU-VO 2092/91 verboten. Der freiwillige Verzicht auf Gentechnik ist aber auch eine Riesenchance für die Steiermark und für Österreich. Damit können wir ökologisch und ökonomisch die Nase vorne haben", erklärte Herbert Kain, Obmann des größten steirischen Bioverbandes, Bio-Ernte-Steiermark. "Die Biobauern fordern ein strenges Gentechnik-Vorsorgegesetz, das den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen praktisch verunmöglicht. Außerdem sollen die Grenzwerte für Saatgut bei der Nachweisgrenze (0 bis max. 0,1%) liegen", betonte Kain.
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