• 29.03.2005, 12:23:08
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Steirische Landwirtschaft setzt auf Gentechnik-Freiheit

Wlodkowski: Aktiver Dialog mit heimischen Konsumenten notwendig

Graz (AIZ) - "Die steirischen Bauern produzieren gentechnikfrei
und wollen dies auch nach außen hin dokumentieren. Ab Ende März
stellen sie auf ihren Äckern und Feldern etwa 4.000 Feldtafeln und
zahlreiche Transparente auf, um Öffentlichkeit und Konsumenten über
den Gentechnik-Verzicht zu informieren", berichtete heute
Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Wlodkowski in einem
Pressegespräch. "Obwohl weltweit der Anbau von gentechnisch
veränderten Pflanzen im Vormarsch ist, stellen wir die Weichen für
eine gentechnikfreie Landwirtschaft. Gentechnik bringt der
bäuerlichen Landwirtschaft in der Steiermark keine Vorteile",
unterstrich der Präsident.

Start einer österreichweiten Aktion

Auf den leuchtend gelben Feldtafeln und Transparenten ist der
Slogan: "Wir sind so frei und wachsen ohne Gentechnik" zu lesen.
Diese Aktion läuft bundesweit und startet Ende März. In ganz
Österreich stehen dann auf den Äckern und Wiesen rund 20.000
Schilder.

"Mit dieser Aktion treten wir in einen aktiven Dialog mit den
Konsumenten und der Öffentlichkeit. Wir zeigen auf, dass die
heimischen Bauern mit dem Gentechnik-Verzicht einen sehr
verantwortungsbewussten Weg gehen. Weiters weisen Biobauern und
konventionell wirtschaftende Betriebe darauf hin, dass sie
Lebensmittel höchster Qualität herstellen", erläuterte Wlodkowski.
Außerdem solle damit in der Öffentlichkeit die Diskussion über den
hohen Wert der heimischen Lebensmittel fortgesetzt werden.

Für strenges Gentechnik-Gesetz

Der steirische Landwirtschaftskammerpräsident tritt auch für ein
strenges Gentechnik-Vorsorgegesetz in der "grünen Mark" ein: "Heikle
Fragen wie das Nebeneinander von gentechnikfreier und
Gentechnik-Landwirtschaft sowie die dazugehörigen Haftungsfragen
müssen in diesem Gesetz so geregelt werden, dass auf einen
Gentechnik-Anbau von vornherein verzichtet wird", unterstützt
Wlodkowski den eingeschlagenen Weg von Landesrat Johann Seitinger
sowie die Forderung von Biobauern-Obmann Herbert Kain.

Seitinger: Steiermark muss gentechnikfrei bleiben

Seitinger unterstützte heute die Feldtafel-Aktion: "Bei dieser
Kampagne können alle steirischen Bauern freiwillig ihren Verzicht auf
den Einsatz von gentechnisch manipuliertem Saatgut beziehungsweise
den Anbau von GVO-Pflanzen für die Lebensmittelproduktion erklären.
Ein Genussland wie die Steiermark braucht keine Gentechnik", stellte
der Landesrat fest. Nur so könne man sich von jenen Ländern abheben,
die ihre Lebensmittelproduktion auf Masse ausrichten. Die Risiken des
Gentechnik-Einsatzes in der Landwirtschaft seien von der Wissenschaft
noch nicht ausreichend geklärt. Die Steiermark poche daher weiterhin
auf ihr Selbstbestimmungsrecht zur Entscheidungsfreiheit der
Anwendung von Gentechnik.

Zu den Schlüsselfragen - Koexistenz und Haftung - sagte Seitinger:
"Es muss uns gelingen, diejenigen bestmöglich zu schützen, die sowohl
in der konventionellen als auch in der Biolandwirtschaft nichts mit
Gentechnik-Aussaaten zu tun haben wollen. Alle Lebensmittel mit
gentechnisch veränderten Bestandteilen sind klar zu kennzeichnen,
damit die Konsumenten auch nein zur Gentechnik sagen können."

In der Steiermark werde deshalb an einem strengen
Gentechnik-Vorsorgegesetz gearbeitet, teilte der Landesrat mit. Ziel
dieses Gesetzes sei es, dass sich der Ausbringer von gentechnisch
veränderten Organismen (GVO) einem unfangreichen, strengen
behördlichen Bewilligungsverfahren unterziehen muss. Weiters werde
die Einführung eines steirischen Gentechnik-Buches, in das die
Bevölkerung Einsicht nehmen könne, installiert. Die Verhandlungen zum
Gentechnik-Vorsorgegesetz würden derzeit im Landtag finalisiert.
Darüber hinaus sei die Steiermark dem Netzwerk der EU-Regionen gegen
Gentechnik beigetreten, so Seitinger.

Biobauern für strenges, steirisches Vorsorgegesetz

"Im Biolandbau ist der Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut
und Futtermittel in der EU-VO 2092/91 verboten. Der freiwillige
Verzicht auf Gentechnik ist aber auch eine Riesenchance für die
Steiermark und für Österreich. Damit können wir ökologisch und
ökonomisch die Nase vorne haben", erklärte Herbert Kain, Obmann des
größten steirischen Bioverbandes, Bio-Ernte-Steiermark. "Die
Biobauern fordern ein strenges Gentechnik-Vorsorgegesetz, das den
Anbau von gentechnisch veränderten Organismen praktisch
verunmöglicht. Außerdem sollen die Grenzwerte für Saatgut bei der
Nachweisgrenze (0 bis max. 0,1%) liegen", betonte Kain.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst

Tel: 01/533-18-43,   mailto:pressedienst@aiz.info
   http://www.aiz.info
   FAX: (01) 535-04-38
OTS0117    2005-03-29/12:23

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIZ

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