- 29.03.2005, 09:40:10
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"Sonne für Wien" - Klimaschutz im Kleingarten
Wien (OTS) - Klimaschutz ist mit dem Einsatz von Sonnenergie auch
in Kleingärten ein wichtiges Thema. Morgen, Mittwoch 30.3.05, um 16
Uhr findet dazu im Rahmen der Aktion "Sonne für Wien" in der
Bezirksvorstehung Liesing, 1230 Wien, Perchtoldsdorfer Straße 2, eine
Infoveranstaltung für Kleingartenobleute statt. Dabei geht es um das
Thema Thermische Solarenergienutzung.
Um die Nutzung der Sonnenenergie noch weiter voran zu treiben,
hat die Stadt Wien die Initiative "Sonne für Wien" unter der
Schirmherrschaft von Bürgermeister Dr. Michael Häupl und
Umweltstadträtin Mag. Ulli Sima ins Leben gerufen. Dabei sollen
zahlreiche Veranstaltungen dazu beitragen, die Nutzung der
Sonnenenergie weiter zu verstärken. Durch gezielte
Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildungsmaßnahmen werden die Vorteile
der Solarenergie für die Menschen und das Klima herausgearbeitet und
die Chancen für den Einzelnen aufgezeigt. Denn immerhin hat Wien die
beste Solarförderung österreichweit, d.h. in keinem anderen
Bundesland gibt es höhere Zuschüsse pro Anlage.
Klimaschutz im Kleingarten
In Wien gibt es über 25.000 Kleingartenhäuser - 75% von ihnen
ganzjährig bewohnt. Diese eignen sich besonders für den Einsatz von
thermischen Solaranlagen, weil in den betroffenen Gebieten kein
Anschluss an die Fernwärme und sogar oft keine Anschlussmöglichkeit
an das Gasnetz gegeben ist.
1100 Kilowattstunden Sonnenenergie treffen in Wien pro
Quadratmeter und Jahr auf eine nach Süden geneigte Fläche. Soviel
Energie wie in 110 Liter Heizöl steckt. Die Sonnenenergie ist
schadstoff- und kohlendioxidfrei. Sie belastet daher Umwelt und Klima
nicht. Diese Energie kann beispielsweise den Wasserbedarf im
Sommerhalbjahr bis zu über 90 % decken.
Die Heizwärmeversorgung ist, besonders in der Übergangszeit,
ebenfalls zu einem Teil durch die eigene Solaranlage möglich.
Wird das Kleingartenhauses nur im Sommer genutzt, so ist nur die
Warmwasserbereitung sinnvoll. Aber bei einem ganzjährigen Bewohnen
des Hauses ist die teilsolare Heizung durchaus interessant.
Um dieses noch weitgehend brach liegende Anwendungsgebiet für
Solaranlagen zu erschließen, werden in einer von der Wiener
Umweltanwaltschaft koordinierten Aktion die in Vereinen organisierten
KleingärtnerInnen gezielt über die Möglichkeit der
Solarenergienutzung informiert.
Weitere Informationen und Termine für die geplanten Aktivitäten
im Rahmen der Initiative "Sonne für Wien" findet man unter
http://www.wien.at/umwelt/klimaschutz/
Stadt Wien setzt stark auf erneuerbare Energie
Auch im stadteigenen Bereich werden Solaranlagen eingesetzt, in
erster Linie bei den Wiener Bädern. Bereits Anfang der 80er-Jahre
wurde von der Städtischen Bäderverwaltung (MA 44) begonnen, in Bädern
Solaranlagen für die Beckenwassererwärmung und zur Bereitung von
Warmwasser für die Duschen zu errichten. Seither wurden in einem
Großteil der Hallen- , Sommer- und Familienbäder insgesamt rund
12.800 m2 Sonnenkollektoren errichtet. Dadurch können 520 t CO2 pro
Jahr vermieden werden. Das Solarprogramm der MA 44 wird auch in
Zukunft weiter fortgesetzt: beispielsweise werden noch heuer in einem
Hallen- und in einem Sommerbad rund 2.000 bis 3.000 m2 Solaranlagen
neu errichtet.
Die Stadt Wien forciert aber nicht nur den Einsatz von
thermischen Solaranlagen, sondern setzt auch in anderen Bereichen
immer mehr auf erneuerbare Energien.
Seit Februar 2004 wird die Sportmittelschule der Stadt Wien in
Hadersdorf mit Wärme aus dem Lainzer Tunnel beheizt. Künftig soll
noch vermehrt Erdwärme genutzt werden. Der Einsatz von
Erdwärmeanlagen ist auch bei der Verlängerung der U2 geplant. In vier
der bis 2008 zu errichtenden Stationen wird erstmals Erdwärme zur
Stationsheizung bzw.
Kühlung verwendet werden.
Aber auch im Bereich des Ökostroms gibt schon etliche
Vorzeigeprojekte: So wurden in Wien etwa bereits zahlreiche
Ökostrom-Anlagen realisiert, z.B. zahlreiche Photovoltaikanlagen,
eine Kleinwasserkraftanlage, die Deponiegasverstromungsanlage
Rautenweg sowie acht Windkraftanlagen. Darüber hinaus sind entlang
der Wiener Hochquellenwasserleitungen zahlreiche Photovoltaikanlagen
und Trinkwasserkraftwerke im Einsatz.
In Wien Nußdorf am Beginn des Donaukanals wird das - erst
kürzlich mit dem "Climate Star" ausgezeichnete - Kleinwasserkraftwerk
errichtet. Die Anlage wird jährlich etwa 24,6 Millionen
Kilowattstunden Strom erzeugen, womit etwa 10.000 Wiener Haushalte
mit sauberster Energie versorgt werden können.
In Kürze erfolgt auch der Baubeginn für den Windpark "Unterlaa".
Das geplante Biomasse-Kraftwerk Simmering zur Erzeugung von
Strom und Fernwärme soll 2006 in Betrieb gehen und eine Leistung von
rund 60 MW haben. Damit kann ab 2006 eine weitere Reduktion um
144.000 Tonnen CO2 jährlich erreicht werden.
Ab 2007 wird eine weitere Anlage zur Erzeugung von Ökostrom in
Betrieb gehen, und zwar eine Biogasanlage. In dieser Anlage sollen in
einer ersten Ausbaustufe ca. 17.000 Tonnen Bioabfall und Speisereste
pro Jahr vergoren werden und aus dem dabei entstehenden Biogas in
einem Gasmotor Strom und Wärme gewonnen werden.
Ab 2006 will die Stadt Wien Energie aus Trinkwasser mit einem
Spezial-Kraftwerk - welches im historischen Wasserbehälter in Liesing
errichtet wird - gewinnen. Das Hochquellwasser legt vom
Hochschwabgebiet 170 Kilometer zurück. Durch den Höhenunterschied von
361 Meter ist der Druck des Wassers für das Leitungsnetz zu hoch.
Diese Energie wird ab 2006 genutzt und wird die Energieversorgung von
gut 1000 Haushalten gewährleisten. (Schluss) fel
OTS0031 2005-03-29/09:40
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