• 18.03.2005, 11:11:00
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Ärztekammer weist Vorwürfe der ARGE Daten zurück

Peering-Point: Höchste Sicherheit - Wettbewerb sicher gestellt - ARGE Daten zur Mitarbeit eingeladen

Wien (OTS) - Der Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte in
der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Jörg Pruckner, bezeichnete
die von der ARGE Daten und dem Verband Medizinischer
Softwarehersteller geäußerten Vorwürfe möglichen Datenmissbrauches
und der Monopolisierung durch die "Peering-Point-Gesellschaft" in
einer ersten Stellungnahme als "absurd". Sie seien "Indiz für
bedauerliche Uninformiertheit und gefährliche Effekthascherei". Der
Peering Point sei eine notwendige Voraussetzung der E-card und
garantiere höchste Datensicherheit auch für den aufrechten Wettbewerb
der medizinischen Software-Anbieter, so Pruckner Freitag in einer
Aussendung. Er lud den Vorsitzenden der ARGE Daten, Hans Zeger, ein,
sich persönlich über den Sicherheitsstandard der getunnelten
Datennetze und des Peering Points zu überzeugen.

Beim "Peering Point" handle es sich um eine "Datendrehscheibe",
die zur Weiterleitung und nicht zur Speicherung von Daten gedacht
sei. Mit dem Peering Point werde eine in sich getrennte direkte
Doppelleitung zu jedem Arzt errichtet, wobei ein Teil für die
Weitergabe der E-card-Daten diene, und der andere dem Datenaustausch
unter den Ärzten. Ein Missbrauch sei durch eine verpflichtende
Verschlüsselung der Gesundheitsdaten ausgeschlossen. Die
Verschlüsselung erfolge dabei mit einer end-to-end-Codierung, die auf
der einen Seite durch den absendenden Arzt vorgenommen und auf der
anderen Seite durch den Adressaten geöffnet werde. "Die Schlüssel
sind auf dem höchsten Sicherheitsstandard und erfüllen die
Vorschriften des Signaturgesetzes", so Pruckner. Der ÖÄK sei dieses
Projekt ein großes Anliegen, um dem bisher nicht immer sicheren
Datenaustausch im Interesse der Patienten einen Riegel vorzuschieben
und diesbezüglich ein höchst mögliches Niveau vorzugeben.

Scharf zurückgewiesen wurde von Pruckner der Vorwurf, ein
Big-Brother-System zu ermöglichen: "Ein Datenmissbrauch ist gerade
bei diesem Konzept nicht möglich. Alle anderen konventionellen Formen
des medizinischen Datenaustausches sind hingegen um vieles
unsicherer."

Auch der Vorwurf der Monopolbildung ist nach Auskunft des von der
ÖÄK nominierten Geschäftsführers der Peering-Point-BetriebsGesmbH
(PPG), Gerhard Holler, "aus der Luft gegriffen". Unabhängig von der
notwendigen arzteigenen Vernetzung habe jeder Arzt nach wie vor die
Möglichkeit, sein Datennetz - etwa UTA, Telekom - frei zu wählen und
auch jene Firma, die die Gesundheitsdaten (Befunde,
Entlassungsbriefe, Laborberichte) seiner Patienten überträgt. Zurzeit
gebe es sechs so genannte Befund-Übermittler am Markt. Diese Provider
stünden im freien Wettbewerb, müssten sich jedoch in Zukunft an die
hohen Sicherheitsregeln der PPG halten.

Die "Peering-Point-Gesellschaft" sei eine GesmbH, wobei je 50
Prozent der Anteile von der Österreichischen Ärztekammer und vom
Hauptverband gehalten würden. Sie sei auf Basis des GesmbH-Gesetzes
errichtet, sodass auch der Vorwurf der fehlenden Rechtsgrundlage
unangebracht sei, so Holler.

"Die Peering-Point-Partner haben beträchtlich investiert, um dem
österreichischen Gesundheitswesen ein sicheres, innovatives, den
gegenwärtigen und zukünftigen Ansprüchen entsprechendes
Informationsnetz als unverzichtbare Infrastruktur zur Hebung der
Behandlungsqualität zur Verfügung zu stellen", so Pruckner und Holler
abschließend.

OTS0099    2005-03-18/11:11

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAE

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