- 17.03.2005, 12:17:11
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- OTS0151 OTW0151
Erste - Hilfe - Pflicht für Ärzte
Ärztekammer: Forderung nach Dezentralisierung der Alarmierungs-Systeme
Wien (OTS) - Anlässlich der aktuellen Diskussionen über ärztliche
Bereitschaft und ärztliches Verhalten im Zuge lebensbedrohender
Notfälle und der entsprechenden Alarmierungssysteme hält die NÖ
Ärztekammer fest:
1.) Kein Arzt darf - für den Fall dass er persönlich oder
telefonisch erreichbar ist - Erste Hilfe im Fall drohender
Lebensgefahr verweigern. Lediglich wenn ein Einsatz für den Arzt
nachweislich (Krankheit, etc.) unmöglich ist bzw. der Arzt sich
versichert hat, dass andere ärztliche Hilfe vor ihm am Einsatzort
ist, kann der Einsatz unterbleiben.
2.) In der Medizin generell, und in lebensbedrohenden Notfällen im
speziellen, ist eine ordnungsgemäße medizinische Diagnosestellung
ohne den betroffenen Patienten persönlich gesehen und untersucht zu
haben, nicht möglich. In Notfällen ist daher der persönliche Einsatz
des Arztes vor Ort unumgänglich.
3.) Die Ärztekammer bekennt sich zu einer geregelten ärztlichen
Notfalls-Bereitschaft durch freiberuflich tätige Ärzte. Die Sicherung
einer wohnortnahen und patientenorientierten medizinische Versorgung
ist ohne ein solches geregeltes System nicht aufrecht zu erhalten. An
einem solchen - dezentral geregelten - System, wie es in
Niederösterreich seit Jahrzehnten an Wochenenden und seit einigen
Jahren auch an Wochentagen während der Nacht erfolgreich eingerichtet
ist, sollten sich alle freiberuflich tätigen Ärzte aktiv beteiligen.
"Jede Form der Zentralisierung ist für unser Gesundheitswesen
KONTRAPRODUKTIV. Dies sieht man deutlich am Beispiel der LEBIG." so
Dr. Lothar Fiedler, Präsident der NÖ Ärztekammer. Früher wurde die
Notfallsversorgung der Bevölkerung autark zwischen den einzelnen
Rettungsdienststellen, den niedergelassenen Ärzte und den regionalen
Spitälern organisiert. Man kannte einander, man kannte die
"Problemfälle" und das System funktionierte praktisch reibungslos
ohne nennenswerte Kritik. Mit der Einführung der LEBIG gab es zwar
einen technischen Fortschritt, jedoch - wie die Praxis nunmehr
bestätigt - einen patientenorientierten und umsetzungstechnischen
Rückschritt. Aus diesem Grund hat die Ärztekammer den Beschluss
gefasst, der LEBIG nicht beizutreten. Die NÖ Ärzte müssen, werden und
wollen diese Einrichtung zwar unterstützen, fordern jedoch alle
Verantwortlichen auf, über eine sinnvolle Dezentralisierung und über
die bewährte Verlagerung der Verantwortung auf regionale Ebene
nachzudenken.
NÖ - Ärztechef Dr. Fiedler: "Die bedauerlichen aktuellen Vorfälle
zeigen einmal mehr, dass man das Gesundheitswesen nicht vom
Schreibtisch aus organisieren kann. Durch Zentralismen ohne die
entsprechende Einbindung und Beachtung regionaler Gegebenheiten, wird
man an den notwendigen Bedürfnissen der Betroffenen vorbei agieren.
Die Strukturen unseren Gesundheitswesen benötigen eine klare
Aufgabenverteilung und Aufgabendefinition. Den freiberuflichen Ärzten
kommt dabei eine entscheidende Schlüsselposition zu. Genauso wie die
- unbedingt notwendigen - Krankenhäuser als alleinige zentrale
Gesundheitseinrichtungen ohne die entsprechende Unterstützung der
niedergelassenen Ärzte niemals ein optimales Gesundheitssystem
garantieren können, genauso wenig werden zentralistische
Einrichtungen wie die LEBIG die Sicherheit der Menschen in jener
individuellen Form gewährleisten können, wie dies durch kleinere,
regionale Einheiten der Fall wäre".
OTS0151 2005-03-17/12:17
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