• 16.03.2005, 09:50:46
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Skitouren brauchen Respekt

Diese Saison gibt es besonders viele tote Skitourengeher - Sicher Leben: Alpine Kenntnisse, sportliche Kondition und professionelle Ausrüstung sind das A und O

Wien (OTS) - Mit Frühlingsbeginn bricht für Skitourengeher die
beste Saison an: Die Tage sind länger, die Sonne wärmt, die
Schneelage ist nach wie vor attraktiv. Allerdings: Mit milden
Temperaturen wird die Schneedecke instabiler, die Lawinengefahr
steigt. "Diese Wintersaison ist ein trauriger Negativrekord zu
verzeichnen. Bereits 37 Menschen sind laut BM.I und aktuellen
Medienberichten bei Lawinenabgängen ums Leben gekommen, 18 von ihnen
waren Skitourengeher", zieht Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts
Sicher Leben, Bilanz. Sonst sterben pro Saison durchschnittlich "nur"
26 Personen in Lawinen.

Abenteuer- und Wildnis-Erlebnis immer beliebter bei Einheimischen und
Touristen

Skitouren erfreuen sich immer größerer Beliebtheit: Schätzungen
zufolge sind pro Saison rund 360.000 Österreicher in den Bergen
unterwegs, dazu kommt nochmals eine ähnlich hohe Anzahl an
ausländischen Touristen, vor allem aus Deutschland - Tendenz
steigend. "Skitouren werden hauptsächlich aus einem Grund immer
populärer: der Suche nach einem Abenteuer. Gerade Jugendliche aus
Tirol, die mit Brettln unter der Füßen aufgewachsen sind, finden
klassisches Pistenskifahren mittlerweile fad. Um der Zivilisation zu
entfliehen und Wildnis zu erleben, gehen viele Wintersportler jedoch
viel zu oft ein hohes und immer häufiger tödliches Risiko ein",
erläutert Kisser.

Sicherheitsmaßnahmen vor und während einer Skitour

Will man eine Skitour genießen, sind einige Sicherheitsmaßnahmen zu
beachten: Vor dem Aufbruch sollte man durchaus selbstkritisch die
eigene Kondition hinterfragen. "Couch Potatoes haben nichts in den
Bergen verloren. Skitouren sind körperlich sehr anstrengend, auch
aufgrund der dünnen Luft und des vielen Gepäcks. Ist man sportlich
nicht ausreichend trainiert, bleibt man leicht auf der Strecke - im
schlimmsten Fall mit einem Herzinfarkt", weiß Kisser. Darüber hinaus
wichtig: eine detaillierte Routenplanung sowie eine professionelle
Ausrüstung inklusive eingeschaltetem Lawinen-Verschütteten-Suchgerät
(auch LVS-Gerät oder Lawinenpieps genannt), Lawinenschaufel,
Lawinen-Sonde, Handy, Erste Hilfe-Paket und idealerweise auch einem
Lawinen-Airbag. Sollte man sich verirrt haben oder von schlechtem
Wetter überrascht worden sein, kann man mit der richtigen Ausrüstung
auch draußen übernachten. Nur das Mitführen der technischen
Ausrüstung genügt allerdings nicht. Damit man im Notfall auch weiß,
wie vorzugehen ist, muss geübt werden.

Vor dem endgültigen Aufbruch sind die örtlichen Lawinenwarnungen zu
beachten. Sie werden von absoluten Kennern der Bergwelt festgelegt
und geben wichtige Hinweise, schützen jedoch nicht immer vor
Fehleinschätzungen. "Die 'sicheren' Lawinenwarnstufen sind nur die
beiden Extreme eins und fünf, denn hier wissen Skitourengeher, dass
sie ohne Probleme aufbrechen können bzw. dass das Risiko definitiv zu
hoch ist für eine Tour. Alle Lawinenwarnstufen dazwischen sind
problematisch, denn viele Wintersportfans sind dann versucht, auf
Skitour zu gehen", illustriert Kisser die Probleme bei der richtigen
Einschätzung der Gefahrenlage. Ist man im freien Gelände unterwegs,
gilt: Nie alleine gehen, verschiedene Spuren wählen und Abstand
halten. Alle drei Regeln verfolgen ein und dasselbe Ziel, nämlich
eine mögliche Rettung durch Kameraden, wenn man von einer Lawine
verschüttet wurde. Studien zufolge sind die Ersthelfer vor Ort von
entscheidender Bedeutung. Von ihrem Einsatz hängt oft das Überleben
der Verschütteten ab, denn bis professionelle Bergretter eintreffen,
kann der Sauerstoffmangel unter den Schneemassen schon zum Tode
geführt haben. "Skitouren brauchen viel Respekt. Gute alpine
Kenntnisse mit Wissen über Routenplanung und Risikoabschätzung,
sportliche Kondition und eine professionelle Ausrüstung mit
Lawinenrettungsgeräten sind eine Selbstverständlichkeit", appelliert
Kisser zusammenfassend an die Eigenverantwortung aller
Skitourengeher.

Das Institut Sicher Leben stellt kostenlos Informationsbroschüren zur
Verfügung

Interessierten Wintersportlern stellt das Institut Sicher Leben unter
der Telefonnummer 01-7156644-313 die "Lawinen Fibel" sowie den Folder
"Lawinen-Verschütteten-Suchgeräte können Leben retten!" kostenlos zur
Verfügung.

Wien, 16.03.2005

OTS0066    2005-03-16/09:50

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