Skitouren brauchen Respekt

Diese Saison gibt es besonders viele tote Skitourengeher - Sicher Leben: Alpine Kenntnisse, sportliche Kondition und professionelle Ausrüstung sind das A und O

Wien (OTS) - Mit Frühlingsbeginn bricht für Skitourengeher die beste Saison an: Die Tage sind länger, die Sonne wärmt, die Schneelage ist nach wie vor attraktiv. Allerdings: Mit milden Temperaturen wird die Schneedecke instabiler, die Lawinengefahr steigt. "Diese Wintersaison ist ein trauriger Negativrekord zu verzeichnen. Bereits 37 Menschen sind laut BM.I und aktuellen Medienberichten bei Lawinenabgängen ums Leben gekommen, 18 von ihnen waren Skitourengeher", zieht Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts Sicher Leben, Bilanz. Sonst sterben pro Saison durchschnittlich "nur" 26 Personen in Lawinen.

Abenteuer- und Wildnis-Erlebnis immer beliebter bei Einheimischen und Touristen

Skitouren erfreuen sich immer größerer Beliebtheit: Schätzungen zufolge sind pro Saison rund 360.000 Österreicher in den Bergen unterwegs, dazu kommt nochmals eine ähnlich hohe Anzahl an ausländischen Touristen, vor allem aus Deutschland - Tendenz steigend. "Skitouren werden hauptsächlich aus einem Grund immer populärer: der Suche nach einem Abenteuer. Gerade Jugendliche aus Tirol, die mit Brettln unter der Füßen aufgewachsen sind, finden klassisches Pistenskifahren mittlerweile fad. Um der Zivilisation zu entfliehen und Wildnis zu erleben, gehen viele Wintersportler jedoch viel zu oft ein hohes und immer häufiger tödliches Risiko ein", erläutert Kisser.

Sicherheitsmaßnahmen vor und während einer Skitour

Will man eine Skitour genießen, sind einige Sicherheitsmaßnahmen zu beachten: Vor dem Aufbruch sollte man durchaus selbstkritisch die eigene Kondition hinterfragen. "Couch Potatoes haben nichts in den Bergen verloren. Skitouren sind körperlich sehr anstrengend, auch aufgrund der dünnen Luft und des vielen Gepäcks. Ist man sportlich nicht ausreichend trainiert, bleibt man leicht auf der Strecke - im schlimmsten Fall mit einem Herzinfarkt", weiß Kisser. Darüber hinaus wichtig: eine detaillierte Routenplanung sowie eine professionelle Ausrüstung inklusive eingeschaltetem Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (auch LVS-Gerät oder Lawinenpieps genannt), Lawinenschaufel, Lawinen-Sonde, Handy, Erste Hilfe-Paket und idealerweise auch einem Lawinen-Airbag. Sollte man sich verirrt haben oder von schlechtem Wetter überrascht worden sein, kann man mit der richtigen Ausrüstung auch draußen übernachten. Nur das Mitführen der technischen Ausrüstung genügt allerdings nicht. Damit man im Notfall auch weiß, wie vorzugehen ist, muss geübt werden.

Vor dem endgültigen Aufbruch sind die örtlichen Lawinenwarnungen zu beachten. Sie werden von absoluten Kennern der Bergwelt festgelegt und geben wichtige Hinweise, schützen jedoch nicht immer vor Fehleinschätzungen. "Die 'sicheren' Lawinenwarnstufen sind nur die beiden Extreme eins und fünf, denn hier wissen Skitourengeher, dass sie ohne Probleme aufbrechen können bzw. dass das Risiko definitiv zu hoch ist für eine Tour. Alle Lawinenwarnstufen dazwischen sind problematisch, denn viele Wintersportfans sind dann versucht, auf Skitour zu gehen", illustriert Kisser die Probleme bei der richtigen Einschätzung der Gefahrenlage. Ist man im freien Gelände unterwegs, gilt: Nie alleine gehen, verschiedene Spuren wählen und Abstand halten. Alle drei Regeln verfolgen ein und dasselbe Ziel, nämlich eine mögliche Rettung durch Kameraden, wenn man von einer Lawine verschüttet wurde. Studien zufolge sind die Ersthelfer vor Ort von entscheidender Bedeutung. Von ihrem Einsatz hängt oft das Überleben der Verschütteten ab, denn bis professionelle Bergretter eintreffen, kann der Sauerstoffmangel unter den Schneemassen schon zum Tode geführt haben. "Skitouren brauchen viel Respekt. Gute alpine Kenntnisse mit Wissen über Routenplanung und Risikoabschätzung, sportliche Kondition und eine professionelle Ausrüstung mit Lawinenrettungsgeräten sind eine Selbstverständlichkeit", appelliert Kisser zusammenfassend an die Eigenverantwortung aller Skitourengeher.

Das Institut Sicher Leben stellt kostenlos Informationsbroschüren zur Verfügung

Interessierten Wintersportlern stellt das Institut Sicher Leben unter der Telefonnummer 01-7156644-313 die "Lawinen Fibel" sowie den Folder "Lawinen-Verschütteten-Suchgeräte können Leben retten!" kostenlos zur Verfügung.

Wien, 16.03.2005

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Institut "Sicher Leben"
Doreen Kallweit, M.A.
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