ÖH begrüßt neue EU-Richtlinien für Doktoratsstudierende

. Schritt in richtige Richtung ist getan

Wien (OTS) - Die am Freitag, 11.3.2005, veröffentlichten "Europäische Charta für Forscher" und der "Verhaltenskodex für die Einstellung von Forschern" stellt einen wichtigen Schritt für die Anerkennung von Doktoratsstudierenden als professionelle WissenschafterInnen dar. In der Charta werden ‚post-graduates' und Doktoratsstudierende explizit als ‚professionals' genannt.

"Für die Doktoratsstudierenden als so genannte "Early Stage Researchers" wird in der Charta eine ‚vertraglich festgehaltene Betreuungs- und Arbeitsbeziehung' eingefordert. Damit wird vor allem die schlechte Betreuungssituation an vielen österreichischen Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen zukünftig maßgeblichen Verbesserungen unterliegen müssen", erklärt Patrice Fuchs, Vorsitzteam der ÖH (Österreichische HochschülerInnenschaft).

Fuchs weiter: "Auch Umfang und Bedingungen der Arbeitsleistung sind zu regeln. So sind die oft ‚freiwilligen' zusätzlichen Arbeitseinheiten von Doktoratsstudierenden mit den in der Charta vorgegebenen Richtlinien nicht vereinbar. Die oft prekären Arbeitsverhältnisse sind in geregelte Anstellungen umzuwandeln. Soziale Grundsicherung gehört dabei selbstverständlich zu den in der Charta geforderten ‚fair and attractive conditions of funding and/or salaries'."

Die ÖH begrüßt auch die im "Verhaltenskodex" geforderte Transparenz und Öffentlichkeit der Vergabe von Stellen und Stipendien. Bisher ist die Vergabe der Stellen und Stipendien von österreichischen akademischen Einrichtungen oft sehr intransparent und unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschehen. Das Vergabegebaren hat sich nun schnellstens nach den Richtlinien des "Verhaltenskodex" zu richten.

"Die ÖH vertritt Österreichweit etwa 15.000 Doktoratsstudierende. In der Schnittstelle zwischen Studium und wissenschaftlichem Beruf kommt den "Early Stage Researchers" zukünftig erhöhte Bedeutung zu, vor allem wegen der im europäischen Hochschulraum umzusetzenden Lissabon-Ziele und des Bologna-Prozesses.", erklärt Barbara Wittinger, Vorsitzteam der ÖH.

Wittinger abschließend: "So war die ÖH auch auf einem Vernetzungstreffen der europäischen DoktorandInnen-Initiative "eurodoc" vom 11.-13.3. in Straßburg vertreten. ‚eurodoc' arbeitet auf die Implementierung der Richtlinien für Doktoratsstudierende hin:
etwa zu ‚gender equality', sowie eine Charter zu ‚Research- and Training'."

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