Drei Nachwuchswissenschaftler erhalten den APOPIS-Preis 2005 für ihre Forschungsarbeiten zu neurodegenerativen Erkrankungen

Wien (OTS) - Erstmalig wurde der von Boehringer Ingelheim geförderte APOPIS (Abnormal proteins in the pathogenesis of neurodegenerative diseases) -Preis für Nachwuchswissenschaftler auf der "7th International Conference on Progress in Alzheimer's and Parkinson's Disease" in Sorrent, Italien, vergeben. Drei Wissenschaftler aus drei Ländern erhielten die Auszeichnung für ihre Forschungsarbeiten zu abnormaler Protein-Aggregation bei neurodegenerativen Erkrankungen, die sie im Rahmen des APOPIS-Forschungsprojektes durchführten. Die diesjährigen Preisträger waren Dr. Lawrence Rajendran vom Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden, Dr. Rosa Rademakers vom Fachbereich Molekulargenetik der Universität Antwerpen sowie Dr. Martin Herzig vom Fachbereich Neuropathologie der Universität Basel. Die Preisträger erhielten jeweils 5.000 Euro für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen im Rahmen des von der EU finanzierten Forschungsprojekts APOPIS (Abnormale Proteine bei der Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen). APOPIS ist ein integriertes Projekt, das die Europäische Union in ihrem sechsten Rahmenprogramm finanziert. Es begann im Januar 2004 und vereint 39 Forschergruppen aus 32 europäischen Institutionen in zwölf Ländern. Das Projekt läuft bis Dezember 2006.

Dr. Lawrence Rajendran, wissenschaftlicher Assistent in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Kai Simons in Dresden, wurde für seine Aufklärung der intrazellulären Verarbeitung des b-Amyloid-Peptids, dem Hauptbestandteil seniler Plaques, die für Morbus Alzheimer kennzeichnend sind, ausgezeichnet.

Dr. Rosa Rademakers, wissenschaftliche Assistentin in der Arbeitsgruppe von Prof. Christine van Broeckhoven in Antwerpen, erhielt die Auszeichnung für ihre Arbeit zur Genomarchitektur des Tau-Genlokus. Ihre Ergebnisse erweiterten das Verständnis für genetische Einflüsse auf die Demenzerkrankungen.
Dr. Martin Herzig, wissenschaftlicher Assistent in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Mathias Jucker in Basel, wurde für seine Studien ausgezeichnet, in denen er über verschiedene transgene Mausmodelle Einblick in die Mechanismen der zerebralen Amyloid-Angiopathie gewann, bei der Amyloid-Ablagerungen in den Hirnblutgefäßen zu tödlichen Hirnblutungen führen können.

"Die Alzheimer-Demenz und die Parkinson-Krankheit sind auch weiterhin eine außerordentliche Herausforderung für die biomedizinische Forschungsgemeinde, denn trotz jahrelanger Bemühungen ist es bisher nicht gelungen, wirksame Behandlungsoptionen bereitzustellen, die das Voranschreiten der beiden Krankheiten aufhalten können", kommentierte Dr. Bernd Sommer, Leiter der ZNS-Forschung bei Boehringer Ingelheim. "Wir freuen uns daher, Forschungsprojekte fördern zu können, die uns dabei helfen, die zugrunde liegenden Krankheitsmechanismen besser zu verstehen. Wir hoffen, dass dadurch die Entdeckung neuartiger Therapiekonzepte wesentlich schneller voran schreitet und somit die Lebensumstände all der Menschen, die unter diesen schwer wiegenden Krankheiten leiden, entschieden verbessert werden können."

Prof. Dr. Franz Adlkofer von der VERUM-Stiftung in München, der Organisator und Koordinator des APOPIS-Projektes ist, betonte ein weiteres Ziel dieses Projektes: herausragende europäische Forschungsgruppen auf dem Gebiet der neurodegenerativen Erkrankungen zusammenzubringen. "Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die enge und strukturierte Zusammenarbeit zwischen diesen Gruppen im APOPIS-Projekt den bisherigen breit gestreuten individuellen Forschungsansätzen auf diesem Gebiet in Europa weit überlegen ist", so Adlkofer. "Ein solcher Ansatz scheint nicht nur der einzige Weg zu sein, wirkungsvoll mit den Forschern in den USA und Japan zu konkurrieren, er ist auch eine unbedingt notwendige Voraussetzung, um einen wissenschaftlichen Durchbruch zu erreichen, der in unserer Gesellschaft dringend erforderlich ist."

VERUM-Stiftung

Die VERUM-Stiftung für Verhalten und Umwelt mit Sitz in München ist eine wissenschaftliche Non-Profit-Organisation, die sich die Förderung von Wissenschaft und Forschung in den Bereichen Verhalten und Umwelt, soweit die menschliche Gesundheit betroffen ist, zum Ziel gesetzt hat. VERUM unterstützt hauptsächlich Projekte zur Erforschung der physiologischen und pathologischen Prozesse des Alterns auf molekularer, zellulärer und funktionaler Ebene, insbesondere solcher Prozesse, die durch Lebensweise und Umwelt beeinflusst werden. Der Schwerpunkt liegt auf den verschiedenen Ursachen von altersbedingten Veränderungen in spezifischen Systemen, z. B. dem zentralen Nervensystem oder dem Immunsystem, und den Auswirkungen solcher Veränderungen auf die menschliche Gesundheit und die Lebenserwartung. VERUM will durch verstärkte Forschung auf diesen Gebieten fundierte Grundlagen für präventive medizinische Maßnahmen schaffen. Seit 1992 hat VERUM Forschungsprojekte mit einem Gesamtbudget von mehr als 15 Millionen Euro in Deutschland, anderen europäischen Ländern und in den USA durchgeführt und unterstützt. Dazu gehörten auch zwei Projekte - REFLEX und DIADEM - die von der EU-Kommission in ihrem Fünften Rahmenprogramm (RP5) finanziert wurden. Im APOPIS-Konsortium ist VERUM der verantwortliche Koordinator des von der EU finanzierten integrierten Projekts.

Das Sechste Rahmenprogramm der EU (RP6)

Auf dem Gipfel in Lissabon im März 2000 forderten die EU-Regierungen eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für wissenschaftliche Forschungen in Europa durch die Schaffung eines internen Marktes für Wissenschaft und Technologie - einen "Europäischen Forschungsraum" (EFR). Das Sechste Rahmenprogramm (RP6), das von 2003 bis 2006 läuft, ist das finanzielle Instrument zur praktischen Umsetzung dieses EFR. Mit einem Gesamtbudget von 17,5 Milliarden Euro ist das RP6 das weltweit größte wissenschaftliche Förderprogramm.

Weitere Links:

APOPIS: http://www.verum-foundation.de/apopis
7th International AD/PD Conference 2005:
http://www.kenes.com/adpd/index.asp
F&E Informationsdienst der EU CORDIS:
http://www.cordis.lu/en/home.html

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Mag. Inge Homolka
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