- 11.03.2005, 09:28:27
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Fachtagung "Heim 2000 Plus" im Rathaus am 15. März
Experten der MAG ELF diskutieren über Trends und Perspektiven erzieherischer Hilfen
Wien (OTS) - Ganz im Zeichen der Kinder und Jugendlichen Wiens
steht am 15. März die Enquete "Heim 2000 Plus" der MAG ELF (Amt für
Jugend und Familie). Die Fachtagung beschäftigt sich mit
sozialpädagogischer Betreuungsarbeit von Kindern und Jugendlichen,
die für kurze Zeit oder auch längerfristig nicht mehr in ihren
Familien leben können. Zudem werden die Reformentwicklungen der
letzten Jahre präsentiert und Signale für zukunftsweisende
Betreuungsformen gesetzt. Studienergebnisse zum Thema "Partizipation
von Kindern und Jugendlichen - Möglichkeiten von Grenzen", das
multiprofessionelle Kooperationsmodell "Sozialpädagogisches
Familiencoaching", "Biografiearbeit" oder die Themen Gewaltprävention
und Opferschutz stellen nur eine Auswahl der Themenpalette dar.
Wegweisende Heimreform in Wien
Mit der wegweisenden Reform "Heim 2000" wurde in Wien im letzten
Jahrzehnt ein grundlegender Wandel in der Betreuung von Kindern und
Jugendlichen umgesetzt. "Unser Ziel, Großinstitutionen zu schließen
und die Betroffenen in Wohngemeinschaften zu übersiedeln, aber auch
vermehrt regionale Angebote zu schaffen, wurde schon im Vorjahr
erreicht", betont Vizebürgermeisterin Grete Laska, die auch den
Ehrenschutz der Veranstaltung übernimmt. "Ganz konkret konnten nach
vielen verschiedenen Maßnahmen die großen Wiener Kinderheime - das
Julius-Tandler-Heim, das Charlotte-Bühler-Heim, das Kinderheim Hohe
Warte und die Stadt des Kindes - geschlossen werden."
Hilfe in Krisensituationen und Schutz vor Gewalt
Manche Familien können wegen schwerwiegender Probleme oder
aufgrund einschneidender Lebenskrisen die Kindererziehung ohne äußere
Hilfe nicht mehr bewältigen. In solchen Fällen bietet die MAG ELF
sowohl den Kindern als auch ihren Bezugspersonen umfassende
Hilfestellung. Wenn die ambulanten Angebote nicht mehr ausreichen
sollten, kommt es entweder mit Zustimmung der
Eltern/Erziehungspersonen oder bei schwerer Gefährdung - auch gegen
deren Willen - zur Unterbringung in stationärer sozialpädagogischer
Betreuung. Gründe dafür sind Schutz vor weiterer Gewalt oder schwerer
Vernachlässigung. Die Eltern /Erziehungspersonen spielen aber
weiterhin eine wichtige Rolle und bleiben Kooperationspartner.
Trotz Krise - die Eltern bleiben Kooperationspartner
Nach diesem Schritt werden die Kinder rund um die Uhr in einem
Krisenzentrum, einer Wohngemeinschaft oder einer anderen kleinen
sozialpädagogischen Einrichtung betreut. Ihre gewohnten sozialen
Kontakte bleiben aufrecht. Babys und Kleinkinder werden von
Pflegeeltern oder speziellen Krisenpflegefamilien aufgenommen. Auch
private Träger von sozialpädagogischen Einrichtungen sind Partner bei
der Betreuung der Kinder und Jugendlichen. Während der Zeit der
stationären Betreuung versuchen Sozialarbeiter und Psychologen, die
Erziehungsfähigkeit der Eltern / Erziehungspersonen so intensiv wie
möglich zu unterstützen. Es ist wichtig, Wege zur Problemlösung
aufzuzeigen, damit die Chancen auf eine Rückkehr des betroffenen
Kindes in eine positiv veränderte Familiensituation steigen. Mit
31.12.2004 waren 1.114 Kinder bei Pflegeeltern in Wien und in den
Bundesländern untergebracht. 1200 Kinder und Jugendliche wurden in
Wohngemeinschaften und kleinen sozialpädagogischen Einrichtungen
betreut. In Krisenzentren befanden sich im gesamten Jahr 2004
insgesamt 1255 Kinder und Jugendliche, davon konnten ca. 70 Prozent
in ihr soziales Umfeld zurückkehren.
o Heim 2000 Plus Trends und Perspektiven erzieherischer Hilfen in Wien 15. März 2005 9 bis 17 Uhr Festsaal des Wiener Rathauses
o Nähere Informationen: http://www.kinder.wien.at/
(Schluss) spe
OTS0041 2005-03-11/09:28
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