- 10.03.2005, 16:26:47
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Land Kärnten startet "revolutionäres" Ausbildungsmodell
LH Haider/LHStv. Strutz: Vorzeigemodell für Österreich - "Lehre mit Matura" ab 2005 für Metallberufe in St. Veit
Klagenfurt (LPD) - Das Land Kärnten hat ein ganz besonderes
praxisnahes Ausbildungsprojekt ins Leben gerufen: "Lehre mit Matura".
Damit soll die Facharbeiterausbildung mit der Matura verknüpft und
dem Bedarf der Wirtschaft entsprochen werden. Neben der
Höherqualifizierung mit Chancen auf optimale Führungspositionen für
die Lehrlinge gelten die Erhöhung der Zahl an Lehrstellenbewerbern
sowie die Verringerung des Facharbeitermangels und die Sicherung des
Wirtschaftsstandortes Kärnten als wichtige Zielsetzungen.
Die Details des neuen Ausbildungsmodells wurden heute, Donnerstag,
in einer gemeinsamen Pressekonferenz von Landeshauptmann Jörg Haider
und Schulreferent LHStv. Martin Strutz sowie Landesschulinspektor
Herbert Torta, Hans Schönegger vom Kärntner
Wirtschaftsförderungsfonds (KWF) und Berufschuldirektor Karl Maicher
an der Berufsschule St. Veit/Glan präsentiert. Start des Modells (für
30 TeilnehmerInnen) ist im Herbst 2005 an der Berufsschule St.
Veit/Glan für Berufe des Metallbereiches. Jedes Jahr soll hier mit
wenigstens einem Lehrgang begonnen werden.
Es sei ein revolutionäres Kooperationsmodell und auch ein neues
Angebot an die vielen renommierten Metallbetriebe Kärntens, das nun
mit öffentlicher Unterstützung umgesetzt werde, sagte der
Landeshauptmann. Kärnten habe ein stärkeres Wirtschaftswachstum als
der Bundesschnitt und müsse daher der drohenden Facharbeiterlücke
gegensteuern. Wichtig sei es, frühzeitig umzulenken und in den
Pflichtschulen aufzuklären, so Haider. Lehre mit Matura bedeute einen
sicheren Job. Investoren würden als erstes die Frage stellen, ob es
genügend qualifizierte Mitarbeiter gebe, sagte Haider und unterstrich
die Bedeutung dieses Ausbildungsmodells. Dieses neue Modell sei eine
Weichenstellung mit historischer Dimension. Kärnten forciere die
qualitative Lehrlingsausbildung und -beschäftigung seit Jahren,
erinnerte Haider an die von Land mit dem bfi initiierten
überbetrieblichen Lehrwerkstätten. Durch die "Aktion plus eins" habe
man auch jährlich 170 zusätzliche Lehrplätze schaffen können.
Bildungsreferent LHStv. Martin Strutz, auch zuständig für
Arbeitnehmerförderung, sagte, dieses neue Modell "Lehre mit Matura"
sei ein Vorzeigemodell für Österreich. Er wolle die für den
Lehrlingsbereich vorgesehenen Mittel der Arbeitnehmerförderung von
derzeit 15 Prozent verdoppeln. Für den Lehrling dürften keine
zusätzlichen Kosten entstehen. Wichtig sei die frühzeitige
Aufklärung an den Schulen und die weitere Stärkung des Ansehens von
Lehrlingen. Er unterstrich die Notwendigkeit, mit Schulen, Wirtschaft
und Politik ein enges Netzwerk zu knüpfen.
Berufsschuldirektor Maicher erläuterte das Ausbildungsmodell, mit
dem die Lehre durch die Berufsreifeprüfung sowie zusätzlicher Modulen
(Elektronik, CNC Drehen/Fräsen, Schweißen, usw.) erweitert wird. Die
Lehre wird von dreieinhalb auf vier Jahre verlängert, zusätzliche
Lehrinhalte gibt es integriert in den Unterricht im Ausmaß von 1320
Stunden. Wesentlich für die Umsetzung des Modells ist der Lehrvertrag
mit Zusatzvereinbarungen. So müssen die Ausbildungsbetriebe die
Behaltefrist bis Ausbildungsende ausdehnen (auf vier Jahre).
Landesschulinspektor Herbert Torta sagte, dass die Werbung für
dieses innovative Ausbildungsprojekt bereits im Pflichtschulbereich
forciert werde. Er wies auch auf das neue Berufsschulkonzept hin,
das bereits zu achtzig Prozent umgesetzt sei. Im Rahmen der
Freizeit-Messe würden auch wieder zahlreiche Lehrberufe vorgestellt
worden, informierte Torta. Auch er hob die Praxisnähe und
Bedarfsorientierung hervor.
Hans Schönegger, KWF-Geschäftsführer, sagte, dass dieses
Pilotprojekt seitens des KWF gerne unterstützt werde. Die
Anschubfinanzierung mache 150.000 Euro aus. Gerade die jüngste
Evaluierung des Technologiefonds bestätige, dass weiterhin verstärkt
in die wirtschaftsnahe Ausbildung investiert werden solle.
(Schluss)
OTS0274 2005-03-10/16:26
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