• 07.03.2005, 14:27:55
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SP-Ludwig/Schelander: Frauen, das geschützte Geschlecht?

"Frauen in Krisensituationen nicht allein lassen"

Wien (SPW) - "Wenn's eng wird, spüren Frauen das zuerst. Ob
internationale Krisensituation oder regionale Wirtschaftsflaute -
Frauen sind meist diejenigen, die direkter und intensiver betroffen
sind, das zeigen Studien immer wieder". Aus Anlass des
internationalen Frauentags am 8. März rufen die Geschäftsführerin der
Wiener SP-Frauen, Martina Ludwig und die Geschäftsführerin von CARE
Österreich, Ulrike Schelander dazu auf, Frauen vor allem in
Krisensituationen nicht allein zu lassen. "In Österreich arbeiten
Frauen durch den wachsenden Druck auf dem Arbeitsmarkt zunehmend in
ungünstigeren Arbeitsverhältnissen mit weniger sozialem Schutz. Sie
sind die Verliererinnen der neuen Pensionsbestimmungen und direkter
davon betroffen, dass Millionen für den Ausbau von
Kinderbetreuungseinrichtungen gestrichen werden". ****

Besonders dramatisch wird es, wenn es um Gewalt gegen Frauen geht.
So ist es mangels finanzieller Bundesmittel in Wien etwa nicht mehr
möglich, den Betrieb der so genannten Interventionsstellen - einem
wesentlichen Instrument des "Wegweiserechtes", das Frauen in ihren
eigenen vier Wänden vor Gewalt ausübenden Partnern schützt - in der
benötigten Weise aufrechtzuerhalten. "Die Interventionsstellen können
in einigen Bezirken Wiens nicht arbeiten,was bedeutet, dass
betroffene Frauen in einer schrecklichen Situation ohne Hilfe allein
gelassen werden", ist die Geschäftsführerin der Wiener SP-Frauen,
Martina Ludwig empört. Gemeinsam mit Ulrike Schelander, der
Geschäftsführerin von CARE Österreich ruft Ludwig nun auf, Frauen vor
allem in Krisensituationen intensiv mit professioneller Unterstützung
zu versorgen.

Frauen sind weltweit kein geschütztes, sondern ein bedrohtes
Geschlecht: Laut Schätzungen der UNO werden 700.000 bis zwei
Millionen Frauen pro Jahr weltweit unter Vorspiegelung falscher
Tatsachen verschleppt und zur Prostitution gezwungen. Zwei Drittel
der Analphabeten weltweit sind Frauen. Ungebildete Mädchen heiraten
früh, bekommen mehr Kinder und sind damit anfälliger für häusliche
Gewalt und Armut. Sexuelle Gewalt gegen Frauen ist immer häufiger ein
bewusst eingesetztes Instrument in Konfliktgebieten. Ob im
Balkankonflikt, in Darfur oder in Burundi - Massenvergewaltigungen
sind alltäglich. "Wir sehen in unserer täglichen Arbeit in den
CARE-Projektländern, dass Frauen in den meisten Gesellschaften noch
immer am stärksten benachteiligt - ja, bedroht - sind", erklärt
Ulrike Schelander, Geschäftsführerin von CARE Österreich. Ziel von
CARE sei es "dass Frauen wie Männer denselben Einfluss ausüben, denn
ohne starke Frauen funktioniert keine Gesellschaft."

Die Wiener SPÖ-Frauen arbeiten seit vielen Jahren mit CARE
zusammen. So werden etwa kontinuierlich Hilfsprojekte mit speziellem
Frauenfokus durch groß angelegte Spendenaktionen unterstützt. CARE
zählt zu den weltweit größten internationalen Hilfsorganisationen:
13.000 MitarbeiterInnen arbeiten in über 70 Projektländern an der
Vision einer Welt ohne Armut. CARE hat Beraterstatus I bei den
Vereinten Nationen und ist politisch und weltanschaulich unabhängig.
CARE Österreich betreut derzeit 44 Projekte in Afrika, Südamerika,
Asien und Südosteuropa.

OTS0209    2005-03-07/14:27

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