• 07.03.2005, 13:30:40
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ÖAMTC für neuartige Lkw-Tunnel unter dem Brenner

Keine Quersubvention der Bahn aus Mauteinnahmen

Wien (ÖAMTC-Presse) - Im Vorschlag zur Wegekosten-Richtlinie der
EU ist vorgesehen, in sensiblen Gebieten mit Hilfe von Mautzuschlägen
weitere Einnahmen zu erhalten, die für alternative Verkehrsträger
verwendet werden. "Das darf aber kein Freibrief für eine
verkehrsübergreifende Quersubvention werden", sagt
ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brugger-Brandau
anlässlich des heutigen Treffens von Verkehrsminister Hubert Gorbach
und Finanzminister Karl-Heinz Grasser bei EU-Verkehrskommissar
Jacques Barrot. Wurde doch in die Bahn in den vergangenen Jahren
wesentlich mehr investiert als in die Straßen. Die Bahn ist dadurch
nicht leistungsfähiger geworden, die Situation auf den überfüllten
Straßen aber weiterhin bedrohlich.

Nachdem sich zunehmend herausstellt, dass der Brenner-Basistunnel
der Bahn unfinanzierbar ist, kommt jetzt vom ÖAMTC ein neuer
Vorschlag. "Zwei neuartige Tunnelröhren für Lkw als Verbindung
zwischen Deutschland und Italien könnten die Lösung sein. Dabei
würden die Lkw elektronisch und per Elektroantrieb automatisch durch
die Stollen geschleust", erklärt ÖAMTC-Tunnelexperte Willy Matzke.
Als Finanzierungsbasis schlägt der Club ein PPP-Modell vor, bei dem
auch die Beteiligung der Transportwirtschaft denkbar wäre.

Auch die Bahngewerkschaft und die Grünen haben den überholten
Basistunnel für die Bahn nun als Fehleinschätzung erkannt. Niemand
könnte je gezwungen werden, den viel teureren und zeitaufwändigen
Bahntransport zu wählen. Das Finanzfiasko des Eurotunnels zwischen
Frankreich und England sollte allen eine Warnung sein. Das neue
Tunnelsystem würde viele Probleme des Brennertransits auf einmal
lösen:

* Kein Transitverkehr mehr im Inntal und über den Brenner, daher auch
kein Bahnausbau im Inntal, der wiederum zu mehr Lärm führen würde.
* Kein Konflikt mit Fahrverboten während der Nacht und an
Wochenenden, mit endlosen Lkw-Staus und unerträglichen
Umweltbelastungen.
* Keine gefährlichen Langzüge mit unverantwortlichem
Gefährdungspotenzial in Tunnels mit Gegenverkehr, weil die Lkw
einzeln, automatisch geführt, mit Elektroantrieb und mit großem
Sicherheitsabstand unterwegs wären.
* Keine Wartezeiten bei der Verladung auf die Bahn.
* Kein Risiko von Bahnstreiks.
* Kein Streit mehr mit der EU über die erhöhte Brennermaut, weil
diese ja zweckgebunden für die neuen Lkw-Tunnel verwendet werden
würde.
* Keine Lkw-Unfälle, dafür viel geringere Erhaltungskosten für die
Brennerautobahn und für die Inntalautobahn. Dazu kommt, dass die
Lösung der Umweltprobleme in Tirol bei Lärm und Abgasen Vergangenheit
wären.

Matzke schlägt vor, dass das zweiröhrige Tunnelsystem schon in
Deutschland beginnen sollte. Es könnte aber mehrere Anschlüsse zu dem
vorhandenen Autobahnnetz geben, wie etwa in Innsbruck, Sterzing,
Brixen oder in Bozen, weil ja keinerlei Abgase bei den
Tunnelöffnungen entweichen.

Eine Innsbrucker Ingenieurgemeinschaft hat für solch ein
Tunnelsystem erst jüngst vom Wirtschaftsministerium eine Auszeichnung
erhalten. Es könnte zu einem Exportartikel werden. Auch Italien plant
schon lange eine eigene Lkw-Strecke zwischen Bologna und Florenz.
"Die Lkw-Verlagerung auf die Bahn muss nicht länger ein
unrealistischer Wunsch bleiben, die Tunnelbahn für Lkw ist die
Lösung", erklärt Matzke.

(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle

OTS0189    2005-03-07/13:30

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