• 05.03.2005, 10:05:06
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DESTILLATA 2005 - Kurzportraits der besten Brenner

Am 4. März wurden in Schloss Grafenegg bei Krems die Preisträger der heurigen Destillata gekürt.

Wien (OTS) - Siegfried Herzog - dritter Sieg für den
Perfektionisten aus Leidenschaft

Vor zwei Jahren war der Brenner aus Saalfelden noch ein
Geheimtipp, jetzt ist er das Maß aller Dinge in der österreichischen
Brennerszene. Kaum einer brennt so sauber, edel und beständig wie er.
Auch wenn mancher Juror aus Wettbewerbsgründen lieber einen anderen
Sieger gesehen hätte, Herzog dominierte in diesem Jahr noch
deutlicher als zuletzt. So schaffte er ein Kunststück, das nicht
viele Brenner erreichen, heuer gleich vier Mal: Seine Birnencuveè,
zwei Vogelbeeren und eine Blutorange wurden mit den Höchstnoten 20
ausgezeichnet.

Schon seit Generationen wird in der Familie gebrannt. Herzog hat
das Ererbte und Erlente mit modernster Technologie ergänzt. Die
Spezialitäten des Hauses sind Bierbrände und nicht umsonst hat Herzog
auch den Whisky des Jahres gebrannt: er hat ein besonders gutes
Gespür für Gerste und Hefeprodukte.

Insgesamt kann man auf seinem 400 Jahre alten Hof Destillate in
mehr als 50 Sorten kaufen. Klassiker wie Apfel, Birne oder Quitte
ebenso wie diverse Beerensorten (berühmt ist vor allem die
Vogelbeere) und Raritäten (Blutorange, Karotte, Physalis). Heuer kann
er neben dem Whisky noch vier weitere Brände mit dem Etikett
"Edelbrand des Jahres" schmücken, seine Birne Cuvée, die Vogelbeere,
einen Malzbrand sowie einen Obstler Kernobst.

Christoph Kössler - der sympathische Brenner schafft den Sprung an
die Spitze

Die Tiroler Brenner konnten ihre Kollegen aus den Bundesländern
heuer erstmals deutlich in die Schranken weisen. Christoph Kössler
hat daran einen großen Anteil. Der Edelbrenner des Jahres (Silber)
gehört seit Jahren zu den besten Schnapsproduzenten Östereichs. Der
jungenhaft wirkende, schlacksige Kössler ist kein Mann großer Worte,
aber mit Sicherheit einer der großer Brände: seine Apfel-, Zwetschken
- und Birnenbrände sind inzwischen über die Grenzen bekannt. Kössler
legt viel Wert auf Eleganz und bietet auf seinem Hof in Landeck auch
gleich Gläser an, in denen sich seine Destillate optimal entfalten
können. Kössler stellte die Edelbrände des Jahres in den Sorten Bier,
Brombeere und den Sondersorten (Topinamburbrand.)

Bernhard Leitner - Klasse statt Masse

Der Tiroler Bernhard Leitner aus dem schmucken Bergdorf Grins hat
nicht mehr als rund 150 Obstbäume zur Verfügung. Dennoch brennt er
ausschließlich aus eigener Produktion. Schon in den letzten Jahren
konnte er mit seinen liebevollen Obstbränden zum Kreis der besten
Edelbrenner aufschließen, heuer hat er den Sprung auf das Podest
geschafft. Platz drei und Edelbrenner des Jahres in Bronze sind eine
verdiente Auszeichnung für den Brennmeister, der schon immer mehr auf
Qualität als auf Quantität gesetzt hat. Leitner setzt seinen
Schwerpunkt auf Apfel, Birnen und Zwetschkensorten, drei der
eingereichten Brände (der reinsortige Apfelbrand Elstar, Himbeere,
Birne Guyot) wurden heuer zu Edelbränden des Jahres gekürt. Vor allem
der Birnenbrand begeisterte die Jury und erzielte die Traumnote 20.
Liebhaber schätzen auch seine Raritäten wie die Hagebutte.

Kreis der auserwählten Destillerien 2005

Neben den drei Edelbrennern des Jahres wurden sechs weitere
Brennereien in den "Kreis der auserwählten Destillerien 2005"
aufgenommen. Die Steiermark ist durch den Mariazeller Matthias Pirker
vertreten, Niederösterreich durch den Stadt Haager Georg Hiebl (EdJ
Zwetschke) und den Ypsertaler Hans Krenn (EdJ Johannisbeere). Das
Brennerpaar Christa & Hans Schöpf aus Schönwies (EdJ Apfel allg.)
komplettiert den Erfolg der Tiroler. Auch zwei ausländische Brenner
haben die strenge 4,5 Punkte-Hürde geschafft, die das Kriterium für
die Auswahl in den Elitekreis ist: Tibor Vértes, der gleichzeitig
damit auch Landessieger Ungarn ist und der Deutsche Edmund Marder
(Landessieger D).

Destillata-Newcomer des Jahres 2005 - Franz Kostenzer, Tirol

Franz Kostenzer aus Maurach am Achensee ist einer von 50
Edelbrennern, die heuer erstmals an der Destillata teilgenommen
haben. Eine kluge Entscheidung, schaffte er es doch auf Anhieb, zwei
Edelbrände des Jahres zu stellen. Kostenzer überzeugte die Jury mit
seinem Traubentrester und einer Mirabelle. Somit geht ein weiterer
Destillata-Titel an Tirol, das im heurigen Jahr zum Edelbrandzentrum
Östereichs geworden ist.

Landessieger Deutschland, Ungarn und Italien

12 Teilnehmer konnten insgesamt 47 Medaillen für Deutschland
erringen. Darunter waren zwei Edelbrände des Jahres, einer von der
Destillerie Lingenfelder aus Großkarlbach in Rheinland-Pfalz
(Quitte), einer von Lothar Alsheimer aus Würzburg. (Weinhefebrand).
Der Landessieg ging dennoch an einen anderen Brenner: Edmund Marder
konnte mit ausgewogener Qualität und einem breiten Leistungsspekturm
den Titel "Landessieger Deutschland" für sich verbuchen und auch
gleichzeitig in den Kreis der auserwählten Destillerien vorstoßen.

Auch Tibor Vértes (Agárdi pálinkafözde Kft.), der Vorkämpfer für
gehobene Edelbrandkultur in Ungarn gehört zu den Top-Destillerien der
Destillata 2005. Sein Rotweinhefebrand wurde zum Edelbrand des Jahres
gekürt. Mit weiteren vier Gold- und drei Silbermedaillen war ihm
der Titel "Landessieger Ungarn" nicht zu nehmen, ebensowenig der
Platz unter den auserwählten Destillerien.

Der Landessieger Italien kommt aus Südtirol. Florian Rabanser kann
nicht nur die Auszeichnung für den Grappa des Jahres mit nach Hause
nehmen, er gewann auch die Landeswertung für Italien vor zwei
weiteren Südtirolern, Siegfried Stocker und Josef Hell. Insgesamt
errangen die italienischen Teilnehmer 36 Medaillen (neben dem Grappa
des Jahres weitere 4 Gold-, 18 Silber- und 13 Bronzemedaillen).

Alle Ergebnisse der Destillata 2005 sind ab 5. März unter
www.destillata.at abrufbar.

OTS0020    2005-03-05/10:05

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