- 01.03.2005, 15:38:44
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Land will dem steigenden Pflegebedarf vorbauen
Studie zur Entwicklung in der Altenpflege vorgestellt
Bregenz (VLK) - Da immer mehr Menschen immer älter werden, besteht
eine große sozialpolitische Herausforderung darin, die Qualität der
Pflege auch angesichts des wachsenden Bedarfs zu sichern.
Landeshauptmann Herbert Sausgruber und Soziallandesrätin Greti Schmid
präsentierten heute, Dienstag, im Pressefoyer die Ergebnisse einer
aktuellen Studie, die wichtige Grundlagen für künftige Planungen in
der Altenpflege liefert.
Die Soziologin Erika Geser-Engleitner und der Sozialplaner
Christoph Jochum haben in ihrer Studie errechnet, dass die Zahl der
älteren, pflegebedürftigen Menschen in Vorarlberg bis zum Jahr 2020
um ca. 38 Prozent zunehmen wird. Zudem werden sich die
Pflegearrangements mit Familienbeteiligung deutlich reduzieren.
Gründe dafür sind die vermehrte Berufstätigkeit von Frauen, mehr
Einzelhaushalte, eine sinkende Pflegebereitschaft und steigende
Scheidungsraten. Auch qualitative Veränderungen der
Pflegebedürftigkeit erhöhen die Anforderungen. So wird die Zahl der
Demenzfälle von knapp 3.300 im Jahr 2003 voraussichtlich auf über
5.400 im Jahr 2020 steigen.
Damit das bestehende Versorgungsniveau - 80 Prozent ambulante und
20 Prozent stationäre Pflege - gehalten werden kann, seien daher
rechtzeitig entsprechende Planungen und unterschiedliche Strategien
zu entwickeln, so LR Schmid.
Dementsprechend bestehe ein Umsetzungsauftrag, der sich an das
"Pflegenetz" Vorarlberg als gemeinsame Plattform von Vertreterinnen
und Vertretern der ambulanten und stationären Dienste sowie der
Gemeinden richtet. Es gelte neue Modelle des ambulant betreuten
Wohnen in Kooperation mit Pflegeheimen, Trägern, Wohnbau und
ambulanten Diensten zu entwickeln, das bürgerliche Engagement im
Pflegebereich zu fördern und Hauskrankenpflege und Mobile
Hilfsdienste weiterzuentwickeln. Einmal mehr sprach sich Schmid für
die steuerliche Absetzbarkeit von Betreuungsleistungen aus.
(gw)
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OTS0222 2005-03-01/15:38
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