• 01.03.2005, 09:59:02
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AKNÖ fordert mehr Transparenz bei Kreditverträgen

Gesamtrückzahlungssumme kann sich drastisch erhöhen

Wien (AKNÖ) - Geldinstitute werben derzeit mit günstigen
Kreditangeboten. - Sie locken mit niedrigen Zinsen und entsprechend
geringen Gesamtrückzahlungssummen. Doch der Schein trügt. Bereits
nach dem 1. Jahr ändern sich die Konditionen meist drastisch. - Mit
den Zinsen steigen auch die monatlichen Raten und die
Gesamtrückzahlungssumme. Das ist vielen Kunden bei Abschluss des
Vertrages jedoch nicht bewusst. AKNÖ-Präsident Josef Staudinger
fordert nun eine Änderung des Bankwesengesetzes: Konsumenten müssen
umfassender informiert werden.

Aus 59.637 Euro werden 76.752 Euro
Wenn sich jemand beispielsweise 50.000 Euro zu einem Jahreszinssatz
von 1,8 Prozent aufnimmt, liest er im Kreditvertrag, dass er für die
50.000 Euro insgesamt 59.637 Euro zurückzahlen muss. Das klingt
günstig, bleibt aber nicht so. Denn was für den Konsumenten aus dem
Vertrag nur bei guter Sachkenntnis ersichtlich ist: Nach einem Jahr
ist es mit den 1,8 Prozent vorbei. Ab dann wird der günstige
Anfangs-Zinssatz in regelmäßigen Abständen an die üblichen
Marktverhältnisse angepasst. Und das heißt im Klartext: Steigen die
Zinsen, steigt die Summe, die letztlich zurückgezahlt werden muss.

Deutlich höhere Zinsen
Die beiden wichtigsten Referenzzinssätze ("SMR Emittenten gesamt" und
"Euribor 3-Monate") liegen derzeit bei 3,12 bzw. 2,15 Prozent.
Rechnet man den im Kreditvertrag festgelegten Gewinnzuschlag für die
Bank, die Marge, von ungefähr 1,5 Prozent hinzu, werden so bereits
nach einem Jahr aus der ursprünglichen Rückzahlungssumme von 59.637
Euro stolze 76.752 Euro. Die monatliche Rate von 248 Euro klettert zu
diesem Zeitpunkt auf 319 Euro.

Banken müssen besser informieren
"Die Kreditgeber müssen ihre Kunden besser darüber informieren, dass
nach Ablauf der Fixzinsperiode der effektive Jahreszinssatz drastisch
ansteigen wird, dass sich die monatliche Rate verändert und dass sich
die Gesamtsumme, die zurückgezahlt werden muss, ebenfalls
entsprechend ändert", kritisiert AKNÖ-Bankenexperte Ernst Hafrank die
herrschende Geschäftsgebarung.
"Es ist nicht einzusehen, dass die Konsumenten über die tatsächliche
Rückzahlungssumme im Unklaren gelassen werden. Hier ist der
Gesetzgeber gefordert, einen Zusatz zum geltenden Bankwesengesetz zu
verankern", erklärt AKNÖ-Präsident Josef Staudinger. Im Kreditvertrag
sollen die Konditionen für das erste günstige Jahr und für die - an
die aktuellen Marktverhältnisse angepassten - folgenden Jahre extra
ausgewiesen werden. Da der Markt ständig in Bewegung ist, kann die
Gesamtrückzahlungssumme nie ganz exakt voraus gesehen werden. Aber
der Kunde muss zumindest einen Anhaltspunkt haben, wie viel er
tatsächlich zurückzuzahlen hat.

OTS0063    2005-03-01/09:59

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKN

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