• 28.02.2005, 11:21:39
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"MOMO - Verein zur Rettung und Arterhaltung asiatischer Elefanten": Zu den tragischen Ereignissen im Tiergarten Schönbrunn:

Deutsch-Wagram (OTS) - Nach den vielen Aussagen Dr. Pechlaners in
allen Medien in den letzten Tagen, habe ich nicht den Eindruck, dass
er bereit ist, aus den schrecklichen Ereignissen die notwendigen
Konsequenzen zu ziehen, um eine Wiederholung eines solchen Unfalls zu
verhindern. Als Tierarzt mit langjähriger Erfahrung in der Betreuung
von Elefanten und als Sprecher des Verein MOMO möchte ich daher
folgende Stellungnahme abgeben:

1) Der tragische Tod des Elefantenpflegers Gerd Kohl war
keinesfalls ein unglücklicher Zufall oder ein unvorhersehbarer
Schicksalsschlag, sondern die Folge von fahrlässigen Handlungen durch
die verantwortlichen Personen im Tiergarten Schönbrunn

2) Jeder, der das Verhalten von Elefanten kennt und ihre "Sprache"
zu deuten weiß, muss erkannt haben, dass der junge Bulle Abu für die
Pfleger von Schönbrunn nicht mehr sicher zu beherrschen ist und wer
die Pressemeldungen über den Unfallhergang und die Art der
Verletzungen richtig liest, muss erkennen, dass diese Verletzungen
nicht auf eine "freundschaftliche Rempelei", sondern auf einen
gezielten Angriff mit Tötungsabsicht zurückzuführen sind.

3) Der Unfall war nur deswegen in dieser Form möglich, weil die
Sicherheitsvor-schriften für die Elefantenpfleger entweder falsch
waren, oder ihre Einhaltung nicht durchgesetzt und kontrolliert
wurde. Nach den zwei dokumentierten und auch von Herrn Pechlaner
nicht dementierten Vorfällen, wäre es dringend notwendig gewesen, auf
eine Haltungsform umzustellen, bei der kein Tierpfleger die Gehege
bzw. Box von Abu, gemeinsam mit dem Elefanten betreten muss.

4) Die Zucht afrikanischer Elefanten in Zoos ist aus
Arterhaltungsgründen völlig unnötig , da sich Elefanten in Afrika,
wenn entsprechende Schutzgebiete vorhanden sind, sehr gut vermehren.

Der Verein MOMO fordert daher:

a) Sofortige Suspendierung des für die Elefantenhaltung in der
Zoohierarchie Verantwortlichen Dr. Harald Schwammer bis zur
vollständigen Klärung des Unfallherganges durch die
Staatsanwaltschaft.

b) Offenlegung der Dokumentation über die Unterweisung der
Elefantenpfleger nach dem Arbeitnehmerschutzgesetz.

c) Sofortige Umstellung der Haltung auf sogen. "protected Contact"

d) Keine weitere Trennung Abus von der Herde. Wenn eine
kurzzeitige Trennung aus arbeitstechnischen Gründen unbedingt
notwendig ist, dann Separierung von Abu nur gemeinsam mit seiner
Mutter.

OTS0120    2005-02-28/11:21

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF

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