"MOMO - Verein zur Rettung und Arterhaltung asiatischer Elefanten": Zu den tragischen Ereignissen im Tiergarten Schönbrunn:

Deutsch-Wagram (OTS) - Nach den vielen Aussagen Dr. Pechlaners in allen Medien in den letzten Tagen, habe ich nicht den Eindruck, dass er bereit ist, aus den schrecklichen Ereignissen die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, um eine Wiederholung eines solchen Unfalls zu verhindern. Als Tierarzt mit langjähriger Erfahrung in der Betreuung von Elefanten und als Sprecher des Verein MOMO möchte ich daher folgende Stellungnahme abgeben:

1) Der tragische Tod des Elefantenpflegers Gerd Kohl war keinesfalls ein unglücklicher Zufall oder ein unvorhersehbarer Schicksalsschlag, sondern die Folge von fahrlässigen Handlungen durch die verantwortlichen Personen im Tiergarten Schönbrunn

2) Jeder, der das Verhalten von Elefanten kennt und ihre "Sprache" zu deuten weiß, muss erkannt haben, dass der junge Bulle Abu für die Pfleger von Schönbrunn nicht mehr sicher zu beherrschen ist und wer die Pressemeldungen über den Unfallhergang und die Art der Verletzungen richtig liest, muss erkennen, dass diese Verletzungen nicht auf eine "freundschaftliche Rempelei", sondern auf einen gezielten Angriff mit Tötungsabsicht zurückzuführen sind.

3) Der Unfall war nur deswegen in dieser Form möglich, weil die Sicherheitsvor-schriften für die Elefantenpfleger entweder falsch waren, oder ihre Einhaltung nicht durchgesetzt und kontrolliert wurde. Nach den zwei dokumentierten und auch von Herrn Pechlaner nicht dementierten Vorfällen, wäre es dringend notwendig gewesen, auf eine Haltungsform umzustellen, bei der kein Tierpfleger die Gehege bzw. Box von Abu, gemeinsam mit dem Elefanten betreten muss.

4) Die Zucht afrikanischer Elefanten in Zoos ist aus Arterhaltungsgründen völlig unnötig , da sich Elefanten in Afrika, wenn entsprechende Schutzgebiete vorhanden sind, sehr gut vermehren.

Der Verein MOMO fordert daher:

a) Sofortige Suspendierung des für die Elefantenhaltung in der Zoohierarchie Verantwortlichen Dr. Harald Schwammer bis zur vollständigen Klärung des Unfallherganges durch die Staatsanwaltschaft.

b) Offenlegung der Dokumentation über die Unterweisung der Elefantenpfleger nach dem Arbeitnehmerschutzgesetz.

c) Sofortige Umstellung der Haltung auf sogen. "protected Contact"

d) Keine weitere Trennung Abus von der Herde. Wenn eine kurzzeitige Trennung aus arbeitstechnischen Gründen unbedingt notwendig ist, dann Separierung von Abu nur gemeinsam mit seiner Mutter.

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Mag Zoher Josef,
2232 D.-Wagram, Hauptstraße 45,
Tel.: 0699 / 11 66 83 51
www.momo-exotenauffangstation.at;
e-mail: josef.zoher@utanet.at

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