• 21.02.2005, 10:58:03
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AK: Zehn Jahre EU - Konsumentenschutz muss weiter gestärkt werden!

Verbesserungen, aber auch Nachteile für österreichische KonsumentInnen

Wien (OTS) - Ein mittelmäßiges Zeugnis stellt die AK zehn Jahren
EU-Konsumentenschutz aus. "Die EU brachte Vorteile, aber auch
Verschlechterungen für die heimischen Konsumenten", zieht AK
Verbraucherschützer Harald Glatz Bilanz. Manche Verbesserungen, z.B.
Ausweitung der Gewährleistung, Rücktrittsrechte bei
Internetgeschäften, wurden erst durch EU-Richtlinien auf Schiene
gebracht. Glatz kritisiert aber, dass die Regierung oft nur
Minimallösungen umsetzt, obwohl durchaus mehr Spielraum gegeben ist.
Die Marktöffnungen haben unübersichtliche und undurchschaubare
Angebote zur Folge und zu geringe Ersparnisse. "Für die Verbraucher
muss weiterhin mehr getan werden - denn Nepp- und Schmähgeschäfte
werden immer ausgekochter", so Glatz.

"In der EU sind Konsumenteninteressen schwerer durchzusetzen",
sagt Glatz. Hatte der Verbraucherschutz in Österreich durch die
Arbeiterkammern und dem VKI einen relativ großen Einfluss auf die
konsumentenpolitischen Aktivitäten der Regierung, so ist dieser
Einfluss auf europäischer Ebene deutlich schwächer geworden. "In der
EU gibt vorherrschend die Wirtschaftslobby den Ton an, obwohl es für
die EU-Konsumenten den europäischen Dachverband BEUC gibt, ist es
schwierig, konsumentenfreundliche Rechte durchzusetzen", beanstandet
Glatz.

Zu wenig konsumentenpolitische Aktivitäten setze auch die
österreichische Regierung, so der AK Konsumentenschützer. Die
österreichische Konsumentenpolitik ist darauf reduziert, die in
Brüssel vorgegebenen Gesetze umzusetzen. "Manchmal gibt es aber
durchaus mehr Spielräume, in Österreich werden oft nur
Minimallösungen umgesetzt", kritisiert Glatz.

"Auch die Einführung des Euro war auf EU-Ebene schlecht
vorbereitet, und es gab auch viel zu wenig Schutz für die
EU-Verbraucher", übt Glatz weiter Kritik. Immerhin war hier die
Situation in Österreich eine bessere. Die AK war aktiv gegen die
Euro-Preistreiberei und hat in Österreich das Euro-Gesetz verlangt,
durchgesetzt und die Preise kontrolliert.

Von der Marktöffnung für z.B. Telefon-, Strom- oder Gasanbieter
hat hauptsächlich die Wirtschaft profitiert. "Die Konsumenten können
zwar ihre Anbieter frei wählen, aber die Angebote sind
unübersichtlich, undurchschaubar und schwer vergleichbar geworden.
Ersparnisse für KonsumentInnen sind zu gering", so Glatz.

SERVICE: Mehr Informationen zu "Zehn Jahre EU - Was hat die
EU-Mitgliedschaft den KonsumentInnen gebracht?" im Internet unter
www.konsumentenschutz.at.

OTS0080    2005-02-21/10:58

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW

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