"trend": Berndorf-Chef Zimmermann bereitet Rückzug vor

Berndorf-Vorstand Zimmermann kauft Altaktionäre aus und designiert eine neue Firmenführung. Weitere Börsengänge und Verkauf von SBO-Anteilen sind geplant.

Wien (OTS) - Norbert Zimmermann, der Vorstandsvorsitzende der Berndorf AG, strukturiert die Berndorf AG um. Um elf Millionen Euro kauft er den seit Gründung beteiligten Mitarbeitern 24 Prozent der Industrieholding ab, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Dienstag erscheinenden Ausgabe. Damit schafft Zimmermann klare Eigentumsverhältnisse. Als sein Nachfolger ist Finanzchef Peter Pichler designiert.
1986 wurde Zimmermann als Sanierer vom damaligen Eigentümer ÖIAG ins Berndorf-Management geholt. Ein Jahr später erzielte der Besteck-Metallverarbeitungsbetrieb bereits ein ausgeglichenes Ergebnis. 1988 kauften Zimmermann sowie neun Manager 50 Prozent der Firmenanteile. Ein Jahr später wurde Berndorf vollständig übernommen und die Mitarbeiter am Unternehmen beteiligt.
Der zuletzt erfolgte Aktien-Rückkauf war Grundlage für die Neuordnung der Industrieholding, die dem "trend" exklusiv vorliegt:
Zehn Führungskräfte, die heute Töchterfirmen leiten (darunter etwa Berndorf Metall- und Bäderbau, Berndorf Hueck Band- und Pressblechtechnik, Aichelin) erhielten 12,6 Prozent der Anteile an der Konzernholding Berndorf AG.
24 Prozent der Berndorf-Aktien wurden in die gemeinnützige SAX-Stiftung eingebracht. "Das besondere daran ist", so Zimmermann, "dass diese Stiftung eigentlich niemanden gehört." Die dort anfallenden Dividenden sollen für soziale Projekte und die Mitarbeiterförderung verwendet werden.
160 junge Mitarbeiter - 30 Prozent des Berndorfer Stammpersonals -erwarben Genussscheine, mit denen sie nun am zukünftigen Erfolg der Berndorf-Tochterfirmen beteiligt sind. Diesmal gibt es Put- und Call-Optionen. Spätestens beim Austritt aus der Firma werden die Anteile ausgezahlt.
Die größte Tochter des Konzerns, die an der Wiener Börse notierte Schoeller Bleckmann Ölfeldtechnik (SBO) soll in diesem Jahr aus der Holding ausgegliedert werden. "Sie ist zu schwer geworden", meint Zimmermann.
Finanzvorstand Peter Pichler, den Zimmermann von der Investmentbank Chase Manhattan holte, wird ab 2008 Nachfolger an der Spitze des Konzerns.

Es wird nach neuen Übernahme- und neuen Börsenkandidaten gesucht. Zimmermann, dessen Familie 38,3 Prozent der Berndorf-Holding

besitzt, geht es darum, das Wachstumstempo der vergangenen Jahre zu erhalten. Da SBO mit seinen währungsbedingten Schwankungen das Gesamtergebnis der Gruppe stark beeinflusst, wird dieser Bereich im Laufe des Jahres 2005 aus der Holding ausgegliedert. Zimmermann: "Wir wollen, dass die übrigen Bereiche der Berndorf AG bis 2011 so groß sind, wie Berndorf inklusive SBO heute."
Dieses Ziel ist nur durch natürliches Wachstum nicht zu erreichen. Berndorf plant daher weitere Akquisitionen. Zimmermann kann sich vorstellen, bereits bestehende Töchterfirmen, aber auch übernommene Betriebe an die Börse zu bringen.
Das Geld könnte aus weiteren Verkäufen von SBO-Aktien kommen. Berndorf AG besitzt heute 58 Prozent der Anteile, der Rest ist im Streubesitz.
Zimmermann: "Wir haben den empirischen Erweis erbracht, dass ein höherer Streubesitz dem Aktienkurs hilft. Ich kann mir daher durchaus vorstellen, auch die Mehrheit an der SBO abzugeben. Wir würden einen Minderheitsanteil behalten, um die Firma nicht zum Spielball für Übernahmen zu machen."

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