- 20.02.2005, 09:00:00
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"trend": Berndorf-Chef Zimmermann bereitet Rückzug vor
Berndorf-Vorstand Zimmermann kauft Altaktionäre aus und designiert eine neue Firmenführung. Weitere Börsengänge und Verkauf von SBO-Anteilen sind geplant.
Wien (OTS) - Norbert Zimmermann, der Vorstandsvorsitzende der
Berndorf AG, strukturiert die Berndorf AG um. Um elf Millionen Euro
kauft er den seit Gründung beteiligten Mitarbeitern 24 Prozent der
Industrieholding ab, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in
seiner am Dienstag erscheinenden Ausgabe. Damit schafft Zimmermann
klare Eigentumsverhältnisse. Als sein Nachfolger ist Finanzchef Peter
Pichler designiert.
1986 wurde Zimmermann als Sanierer vom damaligen Eigentümer ÖIAG
ins Berndorf-Management geholt. Ein Jahr später erzielte der Besteck-
Metallverarbeitungsbetrieb bereits ein ausgeglichenes Ergebnis. 1988
kauften Zimmermann sowie neun Manager 50 Prozent der Firmenanteile.
Ein Jahr später wurde Berndorf vollständig übernommen und die
Mitarbeiter am Unternehmen beteiligt.
Der zuletzt erfolgte Aktien-Rückkauf war Grundlage für die
Neuordnung der Industrieholding, die dem "trend" exklusiv vorliegt:
Zehn Führungskräfte, die heute Töchterfirmen leiten (darunter etwa
Berndorf Metall- und Bäderbau, Berndorf Hueck Band- und
Pressblechtechnik, Aichelin) erhielten 12,6 Prozent der Anteile an
der Konzernholding Berndorf AG.
24 Prozent der Berndorf-Aktien wurden in die gemeinnützige
SAX-Stiftung eingebracht. "Das besondere daran ist", so Zimmermann,
"dass diese Stiftung eigentlich niemanden gehört." Die dort
anfallenden Dividenden sollen für soziale Projekte und die
Mitarbeiterförderung verwendet werden.
160 junge Mitarbeiter - 30 Prozent des Berndorfer Stammpersonals -
erwarben Genussscheine, mit denen sie nun am zukünftigen Erfolg der
Berndorf-Tochterfirmen beteiligt sind. Diesmal gibt es Put- und
Call-Optionen. Spätestens beim Austritt aus der Firma werden die
Anteile ausgezahlt.
Die größte Tochter des Konzerns, die an der Wiener Börse notierte
Schoeller Bleckmann Ölfeldtechnik (SBO) soll in diesem Jahr aus der
Holding ausgegliedert werden. "Sie ist zu schwer geworden", meint
Zimmermann.
Finanzvorstand Peter Pichler, den Zimmermann von der
Investmentbank Chase Manhattan holte, wird ab 2008 Nachfolger an der
Spitze des Konzerns.
Es wird nach neuen Übernahme- und neuen Börsenkandidaten gesucht. Zimmermann, dessen Familie 38,3 Prozent der Berndorf-Holding
besitzt, geht es darum, das Wachstumstempo der vergangenen Jahre zu
erhalten. Da SBO mit seinen währungsbedingten Schwankungen das
Gesamtergebnis der Gruppe stark beeinflusst, wird dieser Bereich im
Laufe des Jahres 2005 aus der Holding ausgegliedert. Zimmermann: "Wir
wollen, dass die übrigen Bereiche der Berndorf AG bis 2011 so groß
sind, wie Berndorf inklusive SBO heute."
Dieses Ziel ist nur durch natürliches Wachstum nicht zu erreichen.
Berndorf plant daher weitere Akquisitionen. Zimmermann kann sich
vorstellen, bereits bestehende Töchterfirmen, aber auch übernommene
Betriebe an die Börse zu bringen.
Das Geld könnte aus weiteren Verkäufen von SBO-Aktien kommen.
Berndorf AG besitzt heute 58 Prozent der Anteile, der Rest ist im
Streubesitz.
Zimmermann: "Wir haben den empirischen Erweis erbracht, dass ein
höherer Streubesitz dem Aktienkurs hilft. Ich kann mir daher durchaus
vorstellen, auch die Mehrheit an der SBO abzugeben. Wir würden einen
Minderheitsanteil behalten, um die Firma nicht zum Spielball für
Übernahmen zu machen."
OTS0015 2005-02-20/09:00
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