Das sollte jeden jucken: Neurodermitis hinderlich für Karriere

Hamburg (OTS) - Vorschlag zur Anmoderation

Stellen Sie sich einmal folgende berufliche Situation vor: Sie machen einen super Job, der Arbeitgeber ist mit ihren Leistungen zufrieden und eigentlich dürfte ihrer Karriere nichts im Wege stehen. Wenn da nicht folgendes Problem wäre: Sie haben Neurodermitis. Die weit verbreitete Hautkrankheit hindert Menschen daran, im Beruf weiter zu kommen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen internationalen Studie, die heute (16.02.2005) anlässlich der Aktion Haut!Nah in Hamburg vorgestellt wurde. Demnach ist jeder Zweite beruflich erheblich eingeschränkt, ein Viertel fühlt sich sogar gemobbt und 20 Prozent haben aufgrund der Krankheit schon mal eine Karrierechance verpasst. Wir haben über das Thema mit dem Hautarzt und Neurodermitis-Experten Dr. Frank Schaart gesprochen. Herr Schaart, was für Gründe stecken denn hinter dieser Benachteiligung?

O-Ton Schaart:

Es gibt ja viele Vorurteile in der Bevölkerung der Neurodermitis gegenüber, viele wissen ja eigentlich gar nicht, was das für eine Krankheit ist. Sie sehen nur die gerötete, schuppende Haut, und viele denken die Erkrankung sei ansteckend, was ja Blödsinn ist und dadurch werden die Patienten einfach ausgegrenzt. Und die bekommen in der Regel bei gleicher Qualifikation einen Job eher nicht.

Moderator: Heißt das denn, dass Menschen mit Neurodermitis nicht so stark belastbar sind - auch im Job?

O-Ton Schaart:

Das ist sicher richtig und das berichten auch die Betroffenen selbst. Dass sie sich im akuten Schub schlechter konzentrieren können, dass sie weniger leistungsfähig sind und das ist auch nachgewiesen, dass Neurodermitis-Erkrankte doch Fehlzeiten an ihrem Arbeitsplatz haben - so im Durchschnitt 5 Tage im Jahr.

Moderator: Mit der Aktion Haut!Nah soll die breite Bevölkerung über Neurodermitis besser aufgeklärt und informiert werden. Schirmherrin ist die bekannte deutsche Schriftstellerin Hera Lind. Sie hat einen heute 14-jährigen Sohn, der von klein auf Neurodermitis hat. Frau Lind, was versprechen Sie sich von der Aktion?

O-Ton Hera Lind:

Eigentlich will ich erreichen, dass andere Mütter davon informiert werden, dass sie mit ihrem Schicksal nicht alleine sind. Denn ich glaube, gerade über Neurodermitis spricht man als Mutter nicht so gerne. Weil das alles irgendwie so einen Anschein hat: Vielleicht ist das Kind nicht richtig gepflegt, vielleicht glauben manche, das Kind würde misshandelt - es ist ja doch ein etwas unappetitlicher Anblick.

Moderator: Heute sieht Florian ganz und gar nicht unappetitlich aus. Der sympathische Teenager ist offen und aufgeschlossen - von Neurodermitis ist ihm - zumindest auf den ersten Blick - nichts anzusehen:

O-Ton Florian:

Die Hoffnung, ganz frei zu werden, die hab ich jedoch fast aufgegeben. Aber ich kann damit leben. Ich hab damit keine Probleme, ich bemitleide mich nicht selbst deswegen, ich führe trotzdem ein wunderbares Leben. Für die Zukunft wünsche ich mir eigentlich, dass alles so bleibt.

Vorschlag zur Abmoderation

Im Rahmen der Aktion Haut!Nah finden derzeit in zahlreichen deutschen Städten, zum Beispiel Köln, Hamburg oder Dresden, spezielle Veranstaltungen statt. Mehr Infos dazu gibts dazu im Internet unter www.aktion-hautnah.de

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Originaltext: Deutscher Neurodermitis Bund e.V.

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