Diakonie schlägt Integrationskommission für Österreich vor

Chalupka tritt für Versachlichung der Integrationsdebatte ein - Zur Zeit kein rationaler Diskurs möglich

Wien (OTS) - Zur Versachlichung der Debatte schlägt der Direktor der Diakonie Österreich, Michael Chalupka, eine Migrations- und Integrationskommission für Österreich vor. "Zur Zeit ist kein rationaler Diskurs über Integration möglich, wie die undurchdachten Vorschläge des Bundeskanzlers zum Spracherwerb von Kindern zeigen. Wir brauchen den Blick auf "best practice Modelle" in Kanada oder anderen Länder für einer gemeinsame integrierte Vorschule, keine segregierten Sprachkurse in Ausländerklassen.", so Chalupka.

Österreich sei ein Einwanderungsland wider Willen. Was das Land brauche, sei eine offene Diskussion über die Folgekosten der Strategie "Zuwanderung ohne Rechte". Das "Gastarbeitermodell" mit billigen, willigen, aber rechtlosen Arbeitskräften sei eine sozialpolitische Einbahnstraße. Tausende MigrantInnen ohne Aufstiegschancen, in schlechten und überteuerten Wohnungen, mit der Unsicherheit des permanenten Aufenthaltsverbots bewirkten das Gegenteil von Integration: nämlich soziale Ausgrenzung. Der Satz von Max Frisch - "Arbeitskräfte haben wir geholt, Menschen sind gekommen" habe heute mehr Bedeutung denn je.

"Es ist unser Anliegen, dass möglichst umfassend über die Integration dieser Menschen diskutiert wird", so Chalupka. Integration ziele darauf ab, Zuwanderern gleichberechtigt am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben teilhaben zu lassen und dabei kulturelle Vielfalt zu respektieren. "Integration ist die Herstellung von Chancengleichheit im sozialen und politischen Leben einer Gesellschaft. Gleiche Rechte sind nicht die Belohnung für gelungene Integration, sondern ihre Voraussetzung", unterstrich der Diakonie-Direktor.

Die DIAKONIE Österreich arbeitet seit Jahrzehnten im Bereich der Integration ausländischer ArbeitnehmerInnen und Menschen, die nach Österreich geflüchtet sind. Heute werden unter anderem in den INTO Projekten umfassende Integrationsmaßnahmen für Flüchtlinge, die sich legal in Österreich aufhalten, erarbeitet. Spracherwerb, Wohnen sowie die Eingliederung in den Arbeitsmarkt, stehen im Zentrum dieser Projekte.

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