- 15.02.2005, 12:10:10
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Schasching: Aufgabe der Zwei-Drittel-Mehrheit ist noch keine Bildungsreform!
Wien (SK) SPÖ-Abgeordnete und Schulsprecherin der Österreichischen
Kinderfreunde Beate Schasching bezweifelt den wahren Reformwillen der
Bundesregierung in Sachen Bildung und hofft, dass es nicht bei den
"Mini-Reförmchen" bleibt, die derzeit angekündigt sind. "Wenn nicht
mehr gemacht wird, bleiben wir in Österreich bildungspolitische
Hinterbänkler. Es ist gut, dass die zweite PISA-Studie nun endlich zu
einer breiten Diskussion über das österreichische Schulsystem geführt
hat, die Bundesregierung hat aber 80 Prozent der Vorschläge der
Reformkommission nicht verstanden oder ignoriert", so Beate
Schasching. Die angekündigten Veränderungen wie
Klassenvorstandsaufwertung und Schülernachmittagsbetreuung sind
jedenfalls keine Bildungsreform, sondern lediglich minimale
Korrekturen am bestehenden System. ****
In einem kostenlosen Vorschuljahr, einer gemeinsamen Schule aller 6-
bis 14-Jährigen und einer ausreichenden Zahl von Ganztagsschulen
sieht Schasching die Eckpfeiler einer guten Schulpolitik.
Individuelle Förderung, mehr Bewegung zwischen den
Unterrichtseinheiten, die Einbeziehung von ortsansässigen Vereinen
wie Jugendorganisationen und Sportvereinen und die Kooperation mit
Musikschulen sind für Schasching weitere notwendige Elemente einer
echten Reform.
Als Schulsprecherin der Österreichischen Kinderfreunde wünscht sich
Schasching zusätzlich die verstärkte Zusammenarbeit von LehrerInnen,
Eltern und SchülerInnen: "Eine Reform über die Köpfe der Akteure
hinweg, kann nicht gelingen. Ich würde mir wünschen, dass mehr Eltern
von ihrem Mitbestimmungsrecht in der Schule gebrauch machen und
gemeinsam mit den PädagogInnen zur Weiterentwicklung der Schule
beitragen".
Mehr Augenmerk muss auch auf den gesamten Vorschulbereich gelegt
werden. Die Kinderfreunde fordern schon lange eine
Bundesrahmengesetzgebung für den Kindergartenbereich. Die Umsetzung
dieser Forderung würde es leichter machen, ein qualitativ
hochwertiges Vorschuljahr bundesweit umzusetzen. Schasching: "Wir
brauchen mehr Konzentration auf die pädagogischen Bedingungen im
vorschulischen Bereich. Das heißt eine bessere universitäre
Ausbildung aller PädagogInnen und bessere Betreuungsschlüssel in den
Kindergärten." Die nächste PISA-Studie kommt bestimmt und wird
weisen, wie weit die Reformbereitschaft der schwarz-blauen Regierung
wirklich gegangen ist! (Schluss) se/mp
OTS0126 2005-02-15/12:10
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