- 12.02.2005, 10:51:25
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VP- Prochaska : Geschichtsbewältigung verlangt nach Wahrhaftigkeit, SPÖ soll sich von unrichtiger Legendenbildung verabschieden!
Wien (OTS) - "Wenn sich heute wieder einmal die SPÖ-Granden zur
rituellen Abfeierung des Linzer Februaraufstandes von 1934
zusammenfinden und sich retrospektiv zu "Hütern der Demokratie"
aufspielen wollen, muss man sie an den Slogan ihrer roten Vorväter in
der 1.Republik erinnern, der da lautete: "Demokratie, das ist nicht
viel - Sozialismus heißt das Ziel!". Die roten Legendenbildungen
richten sich zwar im Lichte der historischen Wahrheit von selbst,
dürfen aber nicht unwidersprochen bleiben, weil erfahrungsgemäß auch
Lügen, vielfach wiederholt, in das sogenannte Allgemeinwissen Eingang
finden, erklärte heute der ÖVP Wien Landtagsabgeordnete Johannes
Prochaska. Niemand könne bestreiten, dass in der Ersten Republik das
vielfach Trennende über das wenige Gemeinsame Dominanz hatte. Dazu
trugen aber alle damaligen Politiker mit ihrer Verbalradikalität und
ihrer unbarmherzigen Ablehnung des jeweils anderen Lagers heftig bei.
Dass sich ausgerechnet die Sozialisten mit besonders
deutschnationalen Phrasen hervortaten, verdrängen die heutigen
Genossen nur allzu gern. Etwa Otto Glöckel, der per Weisung in den
Wiener Schulen anstelle der Bundeshymne das Deutschlandlied singen
ließ,Otto Bauer, der den österreichischen Patriotismus als
reaktionäres Machwerk abtat und sich glühend zum Deutschtum bekannte,
ein Julius Deutsch, der in Magdeburg rot-weiß-rote Grenzpfähle bei
einer SPD-Kundgebung verbrennen ließ, über einen Julius Tandler, dem
Vordenker der Euthanasie bis hin zum Übertritt ganzer
Schutzbundabteilungen zur nationalsozialistischen SA.
Darin lägen genügend Gründe für die geistesgeschichtliche
Vorbereitung des Anschlusses. Und sogar noch in der
Exilsozialdemokratie wurden bis in die Vierzigerjahre Leute, die für
die Wiedererrichtung eines selbständigen Österreich warben,
ausgeschlossen. Das alles sollte die SPÖ eher nachdenklich stimmen,
wie auch die Tatsache, dass sich die sozialistischen Akademiker nach
1945 als ideales Sammelbecken für Nationalsozialisten anboten.
"Auch dass in der Moskauer Emigration wesentlich mehr
österreichische Sozialdemokraten hingerichtet wurden, als nach dem
Februaraufstand Todesurteile verhängt wurden, plagt die Genossen
nicht - für diese Genossen gibt es kein Gedenken, was einige
Schlußfolgerungen zuläßt.Jedenfalls sei die Unversöhnlichkeit, der
zynische Hohn über den NS-Kanzlermord an Engelbert Dollfuß und das
Fehlen jeglicher Selbstkritik über eigene Fehler, welches vor allem
die Wiener Roten an den Tag legen, bestenfalls ein Zeichen mieser
Diskussionskultur und der unhistorischen Ignoranz gegenüber dem
alleinigen opferreichen christlich-sozialen Widerstand gegen den
Nationalsozialismus", schloss Prochaska.
OTS0018 2005-02-12/10:51
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