• 11.02.2005, 10:09:07
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Auf den Spuren Mathias Zdarskys

Vor 100 Jahren erstes Skirennen der Welt

St. Pölten (NLK) - Rund um den ersten Torlauf der alpinen
Skigeschichte als erstes organisiertes und dokumentiertes Rennen auf
dem Muckenkogel bei Lilienfeld knüpfen sich 100 Jahre später
Jubiläumsveranstaltungen zum Gedenken an den Erfinder, Entwickler und
Organisator der "Lilienfelder Ski-Fahrtechnik", Mathias Zdarsky.

Am Sonntag, 13. Februar, um 11 Uhr startet am Muckenkogel ein
Jubiläumsskilauf mit Nostalgiefahrern in Originalausrüstung. Diese
Jubiläumsfahrt wird vom UNION-Skiclub Lilienfeld veranstaltet.

Am Freitag, 18. März, um 19 Uhr wird im Dormitorium des Stiftes
Lilienfeld eine Festsitzung veranstaltet. Anschließend führt ein
Fackelzug zum Zdarsky-Denkmal, wo Kränze niedergelegt werden.

Am Samstag, 19. März, also am Tag genau 100 Jahre nach dem ersten
Torlauf, findet ab 11.30 Uhr auf der Hinteralm-Hauswiese das
traditionelle Nostalgieskirennen statt. Veranstalter ist die
Nostalgie-Skigruppe Traisen. Mitfahren kann jeder mit historischer
Ausrüstung (Telefon 02762/626 54, www.traisen.com/nostalgieski).
Diese Gruppe, 1985 gegründet, versucht, Zdarskys Fahrtechnik zu
pflegen. Skikleidung von anno dazumal, Holzbretter ohne Stahlkanten,
historische Bindung, Lederschnürschuhe und Einstocktechnik verleihen
den Skifahrern bei Auftritten ein nostalgisches Flair.

Seit 15. Jänner dieses Jahres bis Ende 2006 ist im
Bezirksheimatmuseum Lilienfeld zudem die Sonderausstellung "100 Jahre
1. Torlauf der alpinen Skigeschichte" zu sehen.

Zdarsky wurde am 25. Februar 1856 in Kozichovice bei Trebic in
Mähren als zehntes Kind eines Sägemüllers geboren. Obwohl seit früher
Kindheit auf dem linken Auge erblindet, legte er 1878 in der
Lehrerbildungsanstalt in Brünn die Reifeprüfung ab und war bis 1883
als Lehrer tätig. Anschließend studierte er an den Akademien München
und Zürich die Fächer Maler, Bildhauer und Techniker. Er unternahm
Reisen entlang der Donau sowie nach Italien, Bosnien und Nordafrika,
wo er viele Skizzen und Bilder anfertigte, die neben
Bildhauerarbeiten im Bezirksheimatmuseum Lilienfeld zu sehen sind.
1889 erwarb er die Landwirtschaft Habernreith bei Lilienfeld. Dort
ließ er sich, angeregt durch Fridtjof Nansens Buch "Auf Schneeschuhen
durch Grönland", aus Norwegen Skier mit der damals üblichen
backenlosen Rohrbügelbindung kommen. Dieses Gerät war jedoch für
steiles Gelände nicht geeignet. Nach rund 200 Versuchen wurde
schließlich die Stahlsohlenbindung geboren, die 1896 patentiert
wurde. Von 1890 bis 1896 entwickelte er die "Alpine (Lilienfelder)
Ski-Fahrtechnik", die er in einem Buch der Öffentlichkeit vorstellte.
Zdarsky verwendete zudem die altnorwegische Einstocktechnik.

Der erste Torlauf am 19. März 1905, eigentlich ein Riesentorlauf,
war 1.950 Meter lang. Bei 488 Meter Höhenunterschied waren 85 Tore zu
meistern.

Weitere Informationen: Telefon 02762/522 12-13, e-mail
tourismus@lilienfeld.at, www.zdarsky-ski-museum.at.

OTS0058    2005-02-11/10:09

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