Einführung der Gesamtschule kann durch PISA-Studie nicht begründet werden.

Gemeinsame Ausbildung für Kindergärtnerinnen und alle Lehrer/innen erscheint wenig sinnvoll.

Wien (OTS) - Seit der Veröffentlichung der Ergebnisse der PISA-Studie wird von manchen Bildungspolitikern und "Experten" die Einführung der Gesamtschule gefordert. Setzt man sich genauer mit den Daten auseinander erfährt man, dass es zwischen den Ländern mit Gesamtschule und den Ländern mit einem differenzierten Schulwesen keinen statistisch signifikanten Unterschied bei den Durchschnittsergebnissen gibt. Es gibt Länder mit Gesamtschulsystem, die hervorragende Ergebnisse erzielen (zum Beispiel Finnland), es gibt aber ebenso viele Länder mit schlechten Ergebnissen.

Österreich hat ein bewährtes und durchlässiges Schulsystem, das auch einen wichtigen Beitrag zur niedrigen Jugendarbeitslosigkeit leistet. Es erscheint daher wenig sinnvoll die Gesamtschule einzuführen und damit die Allgemeinbildende Höhere Schule (AHS) abzuschaffen, noch dazu wo gerade dieser Schultyp bei der PISA-Studie die besten Ergebnisse in Österreich erzielen konnte und auch im internationalen Vergleich über den Ergebnissen der Siegerländer liegt. Reformen müssen schwerpunktmäßig dort ansetzen, wo massive Leistungsdefizite erkennbar sind. Rechnen, Schreiben und sinnerfassendes Lesen müssen von allen Schulabgänger/innen beherrscht werden.

Breitester Konsens besteht darin, dass die bestmögliche Ausbildung für Lehrerinnen und Lehrer eine der Grundlagen für ein erfolgreiches Bildungswesen ist. Die Lehrberechtigung für Allgemeinbildende Höhere Schulen muss daher weiterhin durch ein Universitätsstudium erworben werden. Ein wissenschaftliches Fachstudium kann keinesfalls durch ein modulares Kurzstudium von zwei Jahren ersetzt werden. Ein gemeinsames, dreijähriges pädagogisches Grundstudium für Kindergärtnerinnen und alle Lehrerinnen und Lehrer erscheint daher nicht zielführend. Die immer wieder aufgestellte Behauptung, die pädagogische Ausbildung sei an den Universitäten nicht ausreichend, wird durch die vorliegenden Studienpläne entkräftet. Ungefähr ein Drittel der vorgeschriebenen Studienzeit ist für die pädagogische und methodisch-didaktische Ausbildung vorgesehen. Nach Abschluss ihres Studiums absolvieren die Junglehrer/innen zusätzlich das Unterrichtspraktikum, wo sie von erfahrenen Lehrkräften unterstützt werden.

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Mag. Eva Scholik
Vorsitzende der Bundessektion 11/AHS
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