• 10.02.2005, 10:02:39
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Einführung der Gesamtschule kann durch PISA-Studie nicht begründet werden.

Gemeinsame Ausbildung für Kindergärtnerinnen und alle Lehrer/innen erscheint wenig sinnvoll.

Wien (OTS) - Seit der Veröffentlichung der Ergebnisse der
PISA-Studie wird von manchen Bildungspolitikern und "Experten" die
Einführung der Gesamtschule gefordert. Setzt man sich genauer mit den
Daten auseinander erfährt man, dass es zwischen den Ländern mit
Gesamtschule und den Ländern mit einem differenzierten Schulwesen
keinen statistisch signifikanten Unterschied bei den
Durchschnittsergebnissen gibt. Es gibt Länder mit Gesamtschulsystem,
die hervorragende Ergebnisse erzielen (zum Beispiel Finnland), es
gibt aber ebenso viele Länder mit schlechten Ergebnissen.

Österreich hat ein bewährtes und durchlässiges Schulsystem, das
auch einen wichtigen Beitrag zur niedrigen Jugendarbeitslosigkeit
leistet. Es erscheint daher wenig sinnvoll die Gesamtschule
einzuführen und damit die Allgemeinbildende Höhere Schule (AHS)
abzuschaffen, noch dazu wo gerade dieser Schultyp bei der PISA-Studie
die besten Ergebnisse in Österreich erzielen konnte und auch im
internationalen Vergleich über den Ergebnissen der Siegerländer
liegt. Reformen müssen schwerpunktmäßig dort ansetzen, wo massive
Leistungsdefizite erkennbar sind. Rechnen, Schreiben und
sinnerfassendes Lesen müssen von allen Schulabgänger/innen beherrscht
werden.

Breitester Konsens besteht darin, dass die bestmögliche Ausbildung
für Lehrerinnen und Lehrer eine der Grundlagen für ein erfolgreiches
Bildungswesen ist. Die Lehrberechtigung für Allgemeinbildende Höhere
Schulen muss daher weiterhin durch ein Universitätsstudium erworben
werden. Ein wissenschaftliches Fachstudium kann keinesfalls durch ein
modulares Kurzstudium von zwei Jahren ersetzt werden. Ein
gemeinsames, dreijähriges pädagogisches Grundstudium für
Kindergärtnerinnen und alle Lehrerinnen und Lehrer erscheint daher
nicht zielführend. Die immer wieder aufgestellte Behauptung, die
pädagogische Ausbildung sei an den Universitäten nicht ausreichend,
wird durch die vorliegenden Studienpläne entkräftet. Ungefähr ein
Drittel der vorgeschriebenen Studienzeit ist für die pädagogische und
methodisch-didaktische Ausbildung vorgesehen. Nach Abschluss ihres
Studiums absolvieren die Junglehrer/innen zusätzlich das
Unterrichtspraktikum, wo sie von erfahrenen Lehrkräften unterstützt
werden.

OTS0049    2005-02-10/10:02

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