• 07.02.2005, 11:15:25
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Liesinger BV Wurm: "Einigung der Mediationsgruppe bringt Liesing ab Juni mehr als 40 Prozent weniger Flugverkehr"

Geänderte Situation wird nach einem Jahr neuerlich erhoben und gegebenenfalls nachjustiert

Wien (SPW-K) - Knapp um die Hälfte ("Mindestens 40 Prozent") wird
der Flugverkehr über Liesing ab Juni weniger werden. Möglich ist das
durch ein Aus- und Abtauschen von Starts und Landungen auf den Pisten
bzw. Flugrouten und durch die Bereitschaft der Austro-Control,
schwierigere Arbeitsbedingungen (Kreuzung von An- und Abflugrouten)
auf sich zu nehmen. Sämtliche Parteien des Mediationsverfahrens haben
zugestimmt. "Eine leichte Verschiebung der Route über Liesing
Richtung Süden hat zudem den Vorteil, dass die Strecke, die die
Flugzeuge direkt über besiedeltem Gebiet fliegen, von neun auf fünf
Kilometer verkürzt wird, wovon eineinhalb Kilometer Industriegebiet
sind", erklärt der Liesinger Bezirksvorsteher Manfred Wurm.

"Es war das Maximum, was herauszuholen war", beschreibt Wurm das
Ergebnis zahlreicher Verhandlungen und Gespräche. "Da schon bald klar
war, dass eine Verlegung der Route nach Niederösterreich keine Chance
auf Verwirklichung hatte, weil dem, abgesehen von Niederösterreich,
auch die Austro-Control nicht zugestimmt hätte, konzentrierten sich
die Anstrengungen darauf, zumindest eine deutliche Reduktion der Zahl
der Überflüge und damit des Lärms zu erreichen. Und das schon für
dieses Jahr. Da ist mehr gelungen, als die zähen Verhandlungen
ursprünglich vermuten ließen". Verpackt sind diese Ergebnisse in
einem ganzen Paket, dass auch zahlreiche Änderungen für
Niederösterreich enthält.

Nun muss noch das Infrastrukturministerium die neuen Routen
genehmigen. Danach werden alle geänderten Flugrouten international
verlautbart, damit diese in die Bordcomputer der Maschinen
eingespeichert werden können. Erst dann können die Änderungen in
Kraft treten, voraussichtlich also Ende Juni.

Die Verhandlungen über die Flugrouten sind damit aber noch nicht
vorbei: die veränderte Situation wird nach einem Jahr wieder erhoben
und gegebenenfalls nachjustiert. Ebenso sind vergleichende
Lärmmessungen vereinbart.

Zum Umstand, dass die Bürgerinitiative "Abfluglärm Liesing" die
vorgeschlagene Lösung nicht mittragen möchte, erklärt
Bezirksvorsteher Manfred Wurm: "Ich bedaure dies. Aber ich
respektiere die Entscheidung und werde weiter mit ihren Vertretern
zusammenarbeiten." Die von der Bürgerinitiative vorgeschlagene
Flugroute noch weiter südlich an der Landesgrenze Wien/NÖ wurde von
der Austro-Control und Niederösterreich abgelehnt. Sie hätte überdies
eine Mehrbelastung von Siebenhirten, Rodaun und Kalksburg gebracht.
Den jetzigen Änderungen zugestimmt haben auch die Vertreter der SPÖ
und ÖVP. Grüne und FPÖ haben an den Verhandlungen erst gar nicht
teilgenommen. Wurm: "Für mich war es wichtig, rasch spürbare
Verbesserungen zu erzielen. Und das ist gelungen". (Schluss)

OTS0069    2005-02-07/11:15

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