- 07.02.2005, 10:40:48
- /
- OTS0053 OTW0053
Tumpel verlangt besseres Auffangnetz gegen Lehrstellenkrise
Weiterhin größte Lehrstellenlücke seit den 60-ern - Regierung und Wirtschaft müssen mehr für die Jungen tun
Wien (OTS) - "Die Lehrstellenkrise ist dramatisch, die Regierung
muss das Auffangnetz zur Jugendausbildung nachbessern", fordert AK
Präsident Herbert Tumpel: Die AK Analyse der Lehrstellensituation
zeigt zu Jahresbeginn weiterhin die größte Lehrstellenlücke, seit es
ein Berufsausbildungsgesetz gibt - das Minus zwischen offenen
Lehrstellen und Lehrstellen Suchenden wuchs österreichweit sogar von
11.225 Anfang 2004 auf 13.776 Anfang 2005, bis 2007 wird die
Lehrstellenlücke weiter wachsen. In dieser Situation ist es für
Tumpel zu wenig, dass im Auffangnetz zur Jugendausbildung nur einige
100 Plätze in überbetrieblichen Lehrwerkstätten eingerichtet werden,
in denen die Jugendlichen ein Recht auf Abschluss der Ausbildung
haben, während der Großteil der Plätze für nur 10-monatige Lehrgänge
vergeben wird. Tumpel fordert bis zu 4.000 Plätze in
überbetrieblichen Lehrwerkstätten: "Die Jugendlichen und ihre Eltern
brauchen die Sicherheit, dass sie im Auffangnetz den Lehrabschluss
machen können." Die Wirtschaft fordert Tumpel zu einem
Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden
Betrieben auf.
Anfang 2005 hatten österreichweit 15.648 Lehrstellen Suchende
keine Lehrstelle im Betrieb - 4.399 brauchen sofort eine Lehrstelle,
4.643 sind in kurzfristigen Arbeitsmarktservice-Kursen, 6.606 sind in
10-monatigen Auffangnetz-Lehrgängen und sollen auch rasch eine
Lehrstelle im Betrieb finden. Ihnen bietet die Wirtschaft 1.872
offene Lehrstellen. Das ergibt aktuell eine Lehrstellenlücke von
13.776 Plätzen. Die Lücke ist um 22 Prozent größer als 2003 (11.225)
- und damit die größte Lehrstellenlücke, seit in Österreich 1969 das
Berufsausbildungsgesetz in Kraft trat. Bis 2007 rechnen die AK
ExpertInnen mit einer Vergrößerung der Lücke auf 14.309.
Jugendliche ohne Lehrstelle im Betrieb jew Ende Dezember (Quelle: Arbeitsmarktservice) Jahr Lehrst Suchende offene Lehrst Lehrst-Lücke 2001 9.788 2.066 -7.722 2002 10.422 2.326 -8.096 2003 13.476 1.851 -11.225 2004 15.648 1.872 -13.776 2005* 15.769 1.872 -13.897 2006* 16.047 1.872 -14.175 2007* 16.181 1.872 -14.309 --- *) Schätzung; Grundlage gleich bleibendes Lehrstellen-Angebot
In dieser Situation sind im Auffangnetz zur Jugendausbildung 7.300
Plätze in 10-monatigen Lehrgängen vorgesehen, aber nur 300 in
überbetrieblichen Lehrwerkstätten, in denen die Jugendlichen ein
Recht auf Abschluss der Ausbildung haben. "Das ist zu wenig", sagt
Tumpel, "die Jugendlichen und ihre Eltern brauchen die Sicherheit,
dass sie im Auffangnetz den Lehrabschluss machen können." Der AK
Präsident fordert bis zu 4.000 Plätze in überbetrieblichen
Lehrwerkstätten, vor allem zur Ausbildung in High-Tech-Lehrberufen,
für die die Wirtschaft zu wenig Ausbildungsplätze bietet. Das Problem
bei hauptsächlich 10-monatigen Lehrgängen: Jugendliche, die aus der
Schule kommen, finden keine freien Lehrplätze in jenen Betrieben, die
Jugendliche erst mit begonnener Lehre aus dem Auffangnetz übernehmen.
Die Wirtschaft fordert Tumpel zu einem Lastenausgleich zwischen
nicht ausbildenden und ausbildenden Betrieben auf: Mit den Mitteln
aus dem Lastenausgleich sollen Betriebe, die für die gesamte
Wirtschaft ausbilden, prämiert werden.
Rückfragehinweis:
Peter Mitterhuber
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2347
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW






