Tumpel verlangt besseres Auffangnetz gegen Lehrstellenkrise

Weiterhin größte Lehrstellenlücke seit den 60-ern - Regierung und Wirtschaft müssen mehr für die Jungen tun

Wien (OTS) - "Die Lehrstellenkrise ist dramatisch, die Regierung muss das Auffangnetz zur Jugendausbildung nachbessern", fordert AK Präsident Herbert Tumpel: Die AK Analyse der Lehrstellensituation zeigt zu Jahresbeginn weiterhin die größte Lehrstellenlücke, seit es ein Berufsausbildungsgesetz gibt - das Minus zwischen offenen Lehrstellen und Lehrstellen Suchenden wuchs österreichweit sogar von 11.225 Anfang 2004 auf 13.776 Anfang 2005, bis 2007 wird die Lehrstellenlücke weiter wachsen. In dieser Situation ist es für Tumpel zu wenig, dass im Auffangnetz zur Jugendausbildung nur einige 100 Plätze in überbetrieblichen Lehrwerkstätten eingerichtet werden, in denen die Jugendlichen ein Recht auf Abschluss der Ausbildung haben, während der Großteil der Plätze für nur 10-monatige Lehrgänge vergeben wird. Tumpel fordert bis zu 4.000 Plätze in überbetrieblichen Lehrwerkstätten: "Die Jugendlichen und ihre Eltern brauchen die Sicherheit, dass sie im Auffangnetz den Lehrabschluss machen können." Die Wirtschaft fordert Tumpel zu einem Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Betrieben auf.

Anfang 2005 hatten österreichweit 15.648 Lehrstellen Suchende keine Lehrstelle im Betrieb - 4.399 brauchen sofort eine Lehrstelle, 4.643 sind in kurzfristigen Arbeitsmarktservice-Kursen, 6.606 sind in 10-monatigen Auffangnetz-Lehrgängen und sollen auch rasch eine Lehrstelle im Betrieb finden. Ihnen bietet die Wirtschaft 1.872 offene Lehrstellen. Das ergibt aktuell eine Lehrstellenlücke von 13.776 Plätzen. Die Lücke ist um 22 Prozent größer als 2003 (11.225) - und damit die größte Lehrstellenlücke, seit in Österreich 1969 das Berufsausbildungsgesetz in Kraft trat. Bis 2007 rechnen die AK ExpertInnen mit einer Vergrößerung der Lücke auf 14.309.

Jugendliche ohne Lehrstelle im Betrieb jew Ende Dezember (Quelle: Arbeitsmarktservice) Jahr Lehrst Suchende offene Lehrst Lehrst-Lücke 2001 9.788 2.066 -7.722 2002 10.422 2.326 -8.096 2003 13.476 1.851 -11.225 2004 15.648 1.872 -13.776 2005* 15.769 1.872 -13.897 2006* 16.047 1.872 -14.175 2007* 16.181 1.872 -14.309 --- *) Schätzung; Grundlage gleich bleibendes Lehrstellen-Angebot

In dieser Situation sind im Auffangnetz zur Jugendausbildung 7.300 Plätze in 10-monatigen Lehrgängen vorgesehen, aber nur 300 in überbetrieblichen Lehrwerkstätten, in denen die Jugendlichen ein Recht auf Abschluss der Ausbildung haben. "Das ist zu wenig", sagt Tumpel, "die Jugendlichen und ihre Eltern brauchen die Sicherheit, dass sie im Auffangnetz den Lehrabschluss machen können." Der AK Präsident fordert bis zu 4.000 Plätze in überbetrieblichen Lehrwerkstätten, vor allem zur Ausbildung in High-Tech-Lehrberufen, für die die Wirtschaft zu wenig Ausbildungsplätze bietet. Das Problem bei hauptsächlich 10-monatigen Lehrgängen: Jugendliche, die aus der Schule kommen, finden keine freien Lehrplätze in jenen Betrieben, die Jugendliche erst mit begonnener Lehre aus dem Auffangnetz übernehmen.

Die Wirtschaft fordert Tumpel zu einem Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Betrieben auf: Mit den Mitteln aus dem Lastenausgleich sollen Betriebe, die für die gesamte Wirtschaft ausbilden, prämiert werden.

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